Читать книгу Für die Liebe ist es nie zu spät - Monika Büchner - Страница 10
2. Sind wir nicht alle
ein bisschen Beginner? Was auch die „Normalos“
lernen können
ОглавлениеAuch da draußen, rechts und links, gibt es jede Menge Menschen, die von sich sagen: „Ich bin zwar keine Jungfrau mehr, komme mir aber nicht so vor als ob ich alles wüsste. Ich komme mir immer noch vor wie ein Beginner. Fühle mich unzulänglich, bin unsicher. Spule Sex so herunter, weil ich denke, so soll er sein. Aber so richtig Freude macht es mir nicht. Ich bleibe immer angespannt. Eine Beziehung aufzunehmen fällt mir schwer, denn ich gehe meinen eigenen Weg. Ich möchte mich nicht binden oder auf jemanden Rücksicht nehmen. Es fällt mir schwer, Nähe zuzulassen. Andererseits wünsche ich mir Geborgenheit.“
Jeder ist immer wieder ein Beginner, egal wo er gerade steht. Es geht immer wieder darum, sich weiter zu entwickeln, hin zu sich selbst, hin zum Gegenüber. Dies ist immer wieder auf‘s Neue mit Aufwand verbunden. Denn es geht darum, sich selbst auch mal in Frage zu stellen, weich zu werden, sich zu verändern, neu zu justieren und weiterzugehen.
Nicht jeder Mensch, der Sexualität lebt, hat auch „guten Sex“. Nicht jeder, der guten Sex zelebriert, weiß, welches wunderbare Potenzial an erotischen Fähigkeiten darüber hinaus in ihm schlummert und geweckt werden könnte, wenn er wüsste wie.
Ebenso gibt es verschiedene Vorstellungen darüber, was „guter Sex“ überhaupt bedeutet. Für manch einen ist es ein schneller Orgasmus, am besten mehrmals pro Tag. Für andere ist es ein stundenlanges Liebesspiel mit Herz und Intensität, welches den ganzen Körper zum Schwingen bringt und immer wieder neu überraschen kann.
Man sieht es niemandem an, wie sich sein Liebesleben gestaltet. Hinter der äußeren Fassade gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt kaum einen anderen Bereich, in dem man sich so täuschen kann, das Gegenüber einzuschätzen. Viel leichter kann man den sozialen Status, den Beruf, das Alter, einschätzen, als das, was er oder sie sexuell präferiert und lebt. Man sieht es niemandem an – und das ist auch gut so! – wie versiert er oder sie erotisch spielt oder auch nicht. Auch wenn die äußere Fassade „sexy“ oder „selbstbewusst“ wirken sollte, könnte das Innenleben dennoch verunsichert sein.
Es geht immer wieder um die Fragen: Wie geht Sex eigentlich? Was kann ich dazu lernen? Wo kann ich mich fortbilden? Wie kann ich meinen eigenen Körper besser kennenlernen? Wie kann ich über den anderen Körper besser Bescheid wissen? Was kann ich ausprobieren? Wie kann ich ein erotisches Liebesspiel zelebrieren?
Ich möchte Sie beruhigen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, egal ob Sie AB sind oder nicht. Auch andere kochen nur mit Wasser. Lassen Sie sich nicht hemmen oder gar aufhalten vom Gefühl der Unsicherheit. Probieren Sie trotzdem aus, auf ein Gegenüber zuzugehen. Vielleicht lernen Sie ja gemeinsam?
Jeder kann zu jedem Zeitpunkt dazulernen, egal wo er gerade steht. Jeder darf immer wieder ein Beginner sein, mit 20, 30, 50 und mit 90 Jahren. Immer wieder geht es darum, den eigenen Standpunkt zu bestimmen. Zu überlegen: Wie könnte es weiter gehen? Schöpfe ich bereits aus meinem vollen erotischen Potenzial? Oder geht da noch was?
Der Weg ist nie zu Ende. Auch für „Normalos“ nicht. Es gibt immer etwas Neues, Wunderbares, das man genießen kann. Jeder kann sich weiterbilden, auch auf erotischer Ebene. Um sich irgendwann entspannt zurückzulehnen und das behagliche Gefühl der Sicherheit zu empfinden. Ja! Das fühlt sich gut an. Auf den folgenden Seiten gebe ich Ihnen Antworten auf diese Fragen.