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5.

Man würde es ihnen
doch ansehen!

Sind Absolute Beginners
anders als andere?

Oft herrscht die Vorstellung, einem AB müsste man sein Geheimnis schon von Weitem ansehen. Eine oder vielleicht sogar zwei Millionen ABs unter uns in Deutschland, das kann doch nicht sein, das würde man doch merken! In der Realität gibt es jedoch eher subtile als auffällige Anzeichen.

Aussehen

Die überwiegende Anzahl der Männer und Frauen, die als AB zu mir kommen, sind vollkommen alltäglich aussehende und unauffällig wirkende Menschen, von denen es niemand aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds vermuten würde, dass sie keine Sexualität leben.

Beruf

Einige männliche ABs sagen, sie waren im Studium und später im Beruf fast ausschließlich von Männern umgeben, weil sie in einer sogenannten „Männerdomäne“ arbeiten. Es waren also nicht „automatisch“ Frauen um sie herum, mit denen sie Kontakt „üben“ konnten. Die männlichen und weiblichen ABs, die ich kennenlernen durfte, hatten die unterschiedlichsten Berufe: Arzt, IT-Manager, Office Assistent, Lehrer, Psychotherapeut, Verwaltungsangestellter, Fließbandarbeiter, Unternehmensberater, Bankkaufmann, Projektmanager, Geschäftsführer, Einzelhandelskaufmann, Wissenschaftler, Ingenieur, Regisseur. Auch hier lassen sich keine eindeutigen Unterschiede zu Menschen feststellen, die ihre Sexualität leben.

Kleidung

Einige Frauen und Männer kleideten sich eher dezent und zurückhaltend, um weniger aufzufallen. „Auffallen“ könnte bedeuten, Interesse bei einem potenziellen Verehrer oder einer Verehrerin zu erregen und in dieser Situation überfordert zu sein. Aber es geht ja darum, herauszukommen aus seiner Ecke, und es einfach mal zu versuchen, weiterzugehen. Im Laufe der Zeit kann jeder Mensch lernen, seine Weiblichkeit oder Männlichkeit mit zu ihm passender Kleidung positiv zu unterstreichen, das „Beste aus seinem Typ“ zu machen und sich über positive Resonanz zu freuen. Mein Tipp: Wer hier unsicher ist, könnte jemanden in seiner Umgebung fragen, ob er oder sie dabei beraten könnte. Vorausgesetzt, dieser Mensch macht selbst das Beste aus seinem Typ! Einige Frauen, die selbst häufig „shoppen“, unterstützen zum Beispiel gern dabei und freuen sich dann an einem positiven Ergebnis. Selbstverständlich kann man sich auch von einem kompetenten Verkäufer oder einem „Profi“ beraten lassen. Was zählt, ist das Ergebnis.

Verhalten

Das Verhalten von ABs unterscheidet sich in der Regel auf der persönlichen Kontaktebene. Hierbei muss man allerdings unterscheiden zwischen A) Familie, Beruf, Freundeskreis und B) Menschen, die als erotisch anziehend empfunden werden.

Von vielen ABs erfahre ich, ihr Verhalten in A) Familie, Beruf und Freundeskreis sei unauffällig. Einige sind eher etwas zurückhaltend, andere besitzen einen großen Freundeskreis. Die Unterscheidung beginnt bei Menschen, die auch erotisch interessant sein könnten.

Die meisten Menschen, die Lust im eigenen Körper fühlen und Liebesspiele mit sich selbst genießen, nehmen andere Menschen auch als erotisch anziehend wahr. Sie spüren beim Anblick von Männern oder Frauen, die ihnen gefallen, möglicherweise eine kleinere oder größere Reaktion im Unterleib. Das kann ein Kribbeln sein, ein Gefühl der Wärme, ein unwillkürliches Anspannen und Loslassen von Muskeln im Beckenboden, Bauch oder in den Oberschenkeln, verstärkte Durchblutung im männlichen oder weiblichen Geschlechtsorgan. Es wird „heiß“, ein Anschwellen von Klitoris, Schamlippen oder Penis, ein Feuchtwerden der Scheide. Kurz: Sie fühlen Erregung. Schon dies zu empfinden, kann jedoch bei einigen ABs so viel Scham und Versagensangst auslösen, dass kein Interesse an einer konkreten Annäherung besteht. Sie gehen jedem vertiefenden Kontakt aus dem Weg.

Ich möchte Sie beruhigen: Ja, es ist positiv, das Gegenüber als ganzen Menschen wahrzunehmen, einschließlich seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit. Das bedeutet, ihr Körper empfängt Signale und reagiert ganz selbstverständlich darauf. Es ist ein körperlicher Reflex. Das ist gut! Alles funktioniert bestens! Freuen Sie sich! Genießen Sie die kleine, harmlose Erotisierung Ihres Unterleibes als kurzen Kick, der Sie lebendig macht. Das ist positiv und darf sein. Was Sie daraus machen, ob Sie das Gegenüber gerne näher kennenlernen möchten oder auch nicht, ist Ihre Entscheidung und eine andere Geschichte.

Ausstrahlung

Haben Sie Ihre Ausstrahlung angeschaltet? Viele ABs senden keinerlei erotische Signale aus und verhalten sich bewusst oder unbewusst „neutral“. Sie können aber auch lernen, alle Möglichkeiten zu nutzen, bei der Sie durch Körperhaltung, Bewegung, Sprachgebrauch, Sprechweise, Stimme oder Blick Interesse an der „ganzen Person“, an Ihrem Gegenüber zeigen. Die „ganze Person“ bezieht Weiblichkeit und Männlichkeit ein. Das bedeutet, Sie reagieren nicht nur auf den hervorragenden „Verstand“ des Gegenübers, sondern ihr Körper reagiert auch auf dessen „Körper“. Sie spüren dann in Ihrem eigenen Körper, an der Resonanz Ihres Geschlechts, ob der Mensch, der vor Ihnen steht, Sie auch sexuell interessieren könnte.

Um anderen Männern oder Frauen die richtigen Signale zu senden, ist es wichtig, die eigene Ausstrahlung anzuschalten. Dazu ist es von Vorteil, wenn Sie selbst im guten Kontakt zum eigenen Geschlecht sind. Wenn Sie sich Ihrer eigenen Männlichkeit oder Weiblichkeit bewusst sind, dieses Bewusstsein körperlich spüren und genießen, aktiviert das wiederum Ihre erotische Ausstrahlung. Es setzt das unausgesprochene Signal: Ich bin ein erotischer Mensch, ich möchte einen anderen erotischen Menschen kennenlernen.

Wie das geht? Probieren Sie aus, die Verbindung zwischen Ihrem Kopf und Ihrem Geschlecht zu öffnen. Fühlen Sie Ihr Geschlecht, während Sie mit einer Person sprechen, die Sie für sich gewinnen möchten. Lassen Sie ruhig mal Ihre Schamlippen zucken oder spannen sie Ihre Beckenbodenmuskulatur rhythmisch an, während weiter oben Ihr Mund vollkommen neutrale Sätze von sich gibt. Sie werden merken, dass das gute Laune macht. Probieren Sie es aus, während Sie diese Zeilen lesen! Das ist nach außen hin völlig unauffällig, aber vielleicht werden Ihre Gesichtszüge heiterer, Ihre Augen strahlend, Sie werden ein ganz klein wenig nervös, Sie schalten „Ihr Licht an“.

Sie sind ein Gesamtpaket aus Verstand, Körper, Herz und erogenen Zonen. Nutzen Sie das. Geben Sie Ihrem Gegenüber die richtigen Informationen. Wenn Sie die Information „neutral“ senden, werden Sie wahrscheinlich auch weiterhin als „platonisch“ ankommen. Das bedeutet, dass Sie in der Schublade „Freund“ bleiben, obwohl Sie sich mehr erhoffen.

Wie ist das denn bei ABs, die das Gefühl von Erregung noch nicht kennen? Sie senden in der Regel weder erotische Signale aus, noch empfangen sie diese. Es könnte sein, dass sich das ganze Thema Sexualität so unsicher anfühlt, dass eine erotische Außenwelt nicht zu existieren scheint. Ich schlage Ihnen vor, zunächst einmal und in aller Ruhe Ihren eigenen Körper kennen und lustvoll lieben zu lernen. Wie das geht, erfahren Sie beim „Training für zu Hause“. Erotik ist ein Spiel, das Spaß macht. Spielen Sie mit.

Für die Liebe ist es nie zu spät

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