Читать книгу Für die Liebe ist es nie zu spät - Monika Büchner - Страница 23
3. Absolute Beginners
auf der Couch Reicht eine Psychotherapie?
ОглавлениеBei Psychotherapie und Sexobody-Coaching und -Training handelt es sich um zwei unterschiedliche Angebote, die auf verschiedenen Ebenen wirken. Das Erste fokussiert auf die seelische Gesundheit, das Zweite auf die sexuelle Entwicklung, die körperliche Realität einbeziehend.
Eine Psychotherapie war für einige meiner Klienten eine wichtige Grundlage, um sich überhaupt für ein Sexobody-Coaching und -Training öffnen zu können. Manche nutzen Psychotherapie und Coaching gleichzeitig. Manchmal gibt es Verstrickungen in der Biografie, die tiefe psychische Spuren hinterlassen und ein Einlassen auf Sexualität und/ oder eine Partnerschaft verhindern. Für die sexualtherapeutische Arbeit kann es von Vorteil sein, wenn einiges davon bereits psychotherapeutisch bearbeitet und geklärt wurde.
Im Sexual-Coaching geht es jedoch um den konkreten Körper und darum, was dieser endlich lernen muss, um sich mit Lust vereinigen zu wollen und dies auch zu können. Dazu braucht es Kenntnisse in Theorie und viel Übung in der Praxis. Hintergründe und familiäre Zusammenhänge können einfließen, sind aber nicht die Hauptsache. Es geht darum, miteinander zu entwickeln, welche Mittel die Richtigen sind, um heute dem Ziel entgegen zu schreiten. Wie gehe ich hinaus? Wie flirte ich? Wie bereite ich meinen Körper vor? Wie entwickle ich neue körperliche und sinnliche Muster? Hierbei ist die Aktivität des Klienten gefragt, denn Ziele erreicht man in Bewegung. Es wird also immer darum gehen, sich zu bewegen und hinauszugehen, um Erfahrungen zu sammeln, die im Coaching besprochen werden.
Ich höre von meinen Klienten immer wieder, dass sie in der Psychotherapie über vieles sprechen, aber nicht über ihre Sexualität. Ich möchte daraus keine allgemeingültige Aussage machen; ich berichte nur über Fälle, die mir bekannt sind. Dabei ist Sexualität, beziehungsweise die nichtgelebte Sexualität, für ABs oft ein wesentlicher Begleiter oder sogar eine zentrale Ursache für Depressionen und Leidensdruck.
Gregor berichtete, erst im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, dass aus seinem Lebenslauf, den er zu Beginn der Psychotherapie anfertigen sollte, vollkommen offensichtlich wurde, dass er noch nie eine Partnerin hatte. Jedoch wurde er in eineinhalb Jahren Psychotherapie nie danach gefragt. Dabei war seine Einsamkeit und nichtgelebte Sexualität der Hauptgrund für sein emotionales Feststecken.
Welche Wege zu einem neuen sexuellen und partnerschaftlichen Leben führen können, stelle ich im Folgenden dar.