Читать книгу Mörder Nummer eins: 5 Krimis - Pete Hackett - Страница 18
Оглавление12
„Ja“, meinte der Special Agent in Charge, „beschatten Sie die Lady ruhig ein wenig. Zum einen zu ihrer Sicherheit, zum anderen, weil sie Sie vielleicht zu Tom Hooker führt. Aber da ist mir heute was anderes auf den Tisch geflattert, Jesse. Nächste Woche beginnen doch die US-Open. Irgendein Verrückter erpresst Jane Snyder und ihren Manager. Rich Delaney ist sein Name.“
„Wer ist Jane Snyder?“, fragte ich, im selben Moment aber fiel es mir ein. „Ach ja“, entfuhr es mir, „die Nummer eins im Damentennis. Womit erpresst man sie?“
„Sie soll verlieren. Jane Snyder ist absolute Top-Klasse, und niemand zweifelt, dass sie wieder im Endspiel stehen wird. Annie Hewitt ist auch ziemlich durchmarschiert in den vergangenen Turnieren. In Wimbledon schaffte sie es aufgrund ihres zweiten Platzes, die Deutsche Rosemarie Kellner von Platz drei der Weltrangliste zu verdrängen. Kurz und gut: Für den Fall, dass Annie Hewitt und Jane Snyder wieder das Endspiel bestreiten sollten, wurde Rich Delaney gedroht, dass man ihn umbringen werde, sollte Annie Hewitt dieses Spiel nicht gewinnen.“
„Und was ist der Sinn, der dahinter steckt?“, fragte ich etwas ratlos.
„Annie Hewitt hätte ein weiteres Grand-Slam-Turnier gewonnen und wäre Platz eins der Weltrangliste ein ganzes Stück näher gerückt. – Vor dem Endspiel in Wimbledon gab es eine ähnliche Drohung. Delaney wurde danach in seinem Haus in Brighton krankenhausreif geschlagen.“
„Hat man Annie Hewitt und ihrem Manager schon mal etwas schärfer auf die Finger geschaut?“ erkundigte ich mich. „Eigentlich kommt doch nur jemand aus dieser Ecke als Täter in Frage.“
„Das war auch mein erster Gedanke, Jesse“, gab Mr. McKee zu. „Natürlich wurden Annie Hewitt und ihr Manager sowie ihr Trainer in die Mangel genommen. Aber es sieht tatsächlich so aus, als hätten sie mit der Sache nicht das Geringste zu tun. Vor dem Endspiel in England erhielt Annie Hewitt einen Strauß roter Rosen und eine Karte. Darauf stand: Ich mache dich zur Nummer eins. Ich schwöre es. Einer, der stolz auf dich ist und der dich liebt.“
„Das kann eine Finte sein“, streute ich meine Zweifel aus.
„Wir werden uns jedenfalls drum kümmern müssen, Jesse“, erklärte Mr. McKee abschließend. „Die Spielerinnen und ihre Mitarbeiter beziehen in den nächsten Tagen die Bungalows, in denen sie während ihres New York-Aufenthalts wohnen werden. Die Drohung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Da scheinen Leute am Werk zu sein, die ernst machen.“
„Woher kommt Annie Hewitt?“, fragte ich abschließend noch.
„Dallas, Texas“, erwiderte der Chef.
Ich erklärte Milo, was Sache war.
„Ja“, nickte er. „Das ist ein Job ganz nach meinem Geschmack. Den ganzen Tag nur kurze Röckchen, lange, schlanke Beine, wippende ...“
„... Pferdeschwänze“, vollendete ich.
„Wir geh‘n doch nicht zum Galopprennen“, knurrte Milo.
„Ich rede von den Haaren der Tennisdamen“, erklärte ich. Und um Missverständnissen vorzubeugen, fügte ich hinzu: „Den Kopfhaaren, Milo, die sie meistens zu Pferdeschwänzen zusammengebunden haben, damit sie beim Spiel nicht stören.“
„Und ich von ihren Paradiesäpfelchen.“ Milo grinste. „Solltest du allerdings keine Ahnung haben, was ich meine, dann will ich dir gerne auf die Sprünge helfen.“
„Ich hab den vollen Durchblick, Milo. Schließlich hast du mich ja lange genug versaut.“
Milo lachte.