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Klein-Peti macht Frühstück für die Familie

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Eines Sonntags morgens quälte mich ein fürchterlicher Hunger, und da es Sommer war und sehr früh hell, beschloss ich, dass Aufstehenszeit war, und ging leise runter in die Küche und machte in meinem geliebten Sternchen Schlafanzug Frühstück. Es war so gegen 6 Uhr morgens. Ich gab mir wirklich Mühe. Ich stellte jedem ein Ei auf den Tisch (ohne es zu kochen) und schnitt auf der Handbrotmaschine Tonnen von Brotscheiben. Unser Brotkorb reichte zum ersten Mal nicht. Da ich damals den ersten Brunch erfand, beschloss ich auch eine gute Sonntagssuppe ohne Fleisch zu kochen. Ich machte den Herd schon mal an und stellte einen Topf darauf ohne Wasser.

Dann kochte ich Kaffee, ohne Filter und die Brocken landeten mit in der Kanne. Irgendwas kam mir komisch vor, also stapfte ich zu meinem Bruder auf Zehenspitzen ins Zimmer und weckte ihn lieblich. Also, so lieblich, das er mich umgehend packte unter sich begrub und mir außer einer Brennnessel am Arm, noch Pupswinde ins Gesicht zauberte (er liebte mich wirklich und wir tobten immer herrlich zusammen) um dann zu meiner Bitte zu kommen. Ok, er stand auf und ging mit mir leise in die Küche und rannte sofort zum glühenden Topf und warf ihn in die Spüle.

»Mensch Peti«, schimpfte mein Bruder.

»Erst Wasser in den Topf und dann die Nudeln und auf den Topf aufpassen!« Also, nachdem der Topf abgekühlt war, hab ich ihn dann wieder auf den Herd gestellt und die Nudeln rein gekippt. Es fing dann an zu knacken und zu schießen. Oh Mann, Klein-Peti musste jetzt verstehen, dass erst Wasser in den Topf musste. Also, goss ich Wasser auf die Nudeln, die schon braun waren und es war nicht mehr als 1 Tasse Wasser und schon schoss das Wasser in einer riesigen Fontäne aus dem Topf heraus. Das war aber auch eine Arbeit mit so einem Frühstück. Mein Bruder verschwand wieder. Endlich hatte ich was Ähnliches wie eine Rinderbrühe zusammen. Mit einem Schwall von Maggi verfeinerte ich das Gebräu noch und ließ die Brühe ziehen oder vergaß sie wohl. Nun ja, jetzt konnten doch endlich alle kommen. Der schwarze Kaffee brühte schon endlos, Tonnen von Brot und rohe Eier standen auf dem Tisch. Irgendwann hörte ich die Kaffeemaschine stöhnen und es roch komisch. Ich stellte sie aus und wartete und wartete und wartete. Man fand mich am Vormittag eingeschlafen mit dem Kopf auf dem Tisch und der Sturm der Verwüstung traf mich volle Breitseite. Was hatte ich wieder angerichtet? Nudeln lagen auf dem Boden, Brotkrümel überall, aber der Tisch war fein gedeckt. Ich hatte auch noch Muttis beste Tischdecke benutzt und vollgesaut. Meine Entrüstung, dass der Kaffee entsorgt wurde, die Suppe neu gekocht wurde und die Eier auf die Tischdecke flossen, war alles andere als lustig. Schließlich musste ich versprechen, nie wieder Frühstück zu machen. Ich bot noch an, für nachmittags die Erdbeertorte zu backen, aber ich glaube, Mutti hatte die Nase gestrichen voll. Ich ging dann spielen und hängte mich im Pflaumenbaum draußen auf.

Schuld war nur die Mustertapete! Sagt Mutter!

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