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Der bunte Weg zum LSBTQ+- Aktivisten

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Der Aufklärungsunterricht an meiner ehemaligen Schule war erst der Anfang meiner Arbeit als LGBTQ+-Aktivist. Mit der neuen Energie kam die Motivation, und ich wollte noch mehr jüngeren queeren Menschen dabei helfen, die Herausforderungen des Alltags zu meistern und gleichzeitig für mehr Rechte für die LGBTQ+- Community einzutreten. Ich ließ das Erzgebirge hinter mir und zog in die Stadt, nach Dresden, um nach meinem Zivildienst eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu machen und endlich mein Leben als schwuler Mann zu beginnen. In Dresden lernte ich auf einer queeren Party im alternativen Stadtteil Neustadt meinen ersten richtigen Freund kennen. Er arbeitete für den Gerede e. V., die größte ostdeutsche Vereinigung für die LGBTQ+- Community außerhalb von Berlin, mit Aufklärungsprojekten an Schulen, Mitorganisation des CSD Dresden und einem professionellen Beratungsangebot für Menschen mit vielfältigen Liebes- und Lebensweisen. Hier traf ich gleichgesinnte Menschen und engagierte mich ehrenamtlich.

Meinen ersten CSD erlebte ich übrigens in Dresden als Teil des Vereins, für den ich Regenbogenfahnen, Sticker, Magnete, Trillerpfeifen und andere Pride-Artikel verkaufte. Damals, 2004, war es beinah unmöglich, diese Gegenstände zu erstehen. Einflussreiche Unternehmen hatten das Potenzial der LGBTQ+- Community noch nicht erkannt und waren sehr zurückhaltend, Pride-Veranstaltungen zu bewerben oder gemeinnützige Arbeit wie die des Vereins Gerede zu unterstützen. Kaum eine Firma schmückte zu dieser Zeit den eigenen Internetauftritt aus Solidarität mit einer Regenbogenfahne, und Politiker in Berlin hatten erst drei Jahre zuvor entschieden, die Regenbogenfahne vor dem Berliner Roten Rathaus zu hissen. Es war eine andere Zeit, in der Unternehmen noch den Verlust von Kunden befürchteten, sollten sie sich für die Belange von LGBTQ+-Menschen einsetzen. Dafür gab es aber uns.

Es war großartig und gleichzeitig ein wenig befremdlich, Händchen haltend durch die Straßen zu laufen und von verständnislos dreinblickenden Dresdnern angestarrt zu werden. Als wäre man im Zoo. Das positive Gefühl behielt jedoch die Oberhand, als wir vom Albertplatz in der Dresdner Neustadt zum Altmarkt in der Altstadt marschierten, mit Trillerpfeife im Mund und Regenbogenflagge in der Hand. Noch nie hatte ich einen so großen Umzug und so viele queere Menschen auf einmal gesehen, strahlende Gesichter bei strahlendem Sonnenschein. Buhrufe rechter Gegner am Rand der Parade beantwortete der vorbeiziehende Korso mit lautem Hupen, fröhlichem Gesang und engagiertem Klatschen. Die finale Kundgebung auf dem Albertplatz machte uns Mut, weiterzukämpfen und konservativen und rechten Strömungen die Stirn zu bieten.

Couple of Men

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