Читать книгу Lichter im Norden - Nena Schneider - Страница 13

Regenwald, R.P.U. Camp

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Der Jet wurde automatisch gesteuert, es gab also niemanden, den Aron und Griffin über ihre zukünftige Arbeit hätten ausfragen können. Er brachte sie aus Tiska heraus. Sie ließen die weiße Stadt und die Solarparks hinter sich. Trotz der Jetausflüge, kam ihnen die Umgebung noch immer unbekannt vor. Die kleinen Ortschaften, die weniger großen Städte, die Felder und Wiesen, die unbebauten grauen Steinflächen, das alles hob sich nun umso deutlicher von ihrer vertrauten Stadt ab. Durch das Sichtfenster schien eine warme Septembersonne. Sie flogen nach Süden.

»Was liegt weiter südlich?«, fragte Griffin, doch Aron wusste keine Antwort.

Dieser Kontinent war zu groß, um sagen zu können, was dort lag. Entweder Regenwald, breite Flüsse, Krater, die Steppe. Es wäre sinnlos zu spekulieren und Aron hatte auch keine Lust darauf. Je weiter sie sich von Tiska entfernten, desto unruhiger wurde er.

Griffin hingegen schien zufrieden zu sein. Aron verstand das sogar. Für ihn konnte es ein neuer Anfang sein, neue Möglichkeiten, neue Chancen. Dass er sich deswegen gut fühlte und optimistisch dachte, konnte Aron ihm nicht verdenken.

Doch trotz seines Unbehagens fühlte Aron, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Der Jet flog weiter Richtung Süden und machte dann einen kleinen Schlenker nach Westen. Den Boden konnten sie schon lange nicht mehr sehen, nur weiße Wolken befanden sich unter ihnen.

Griffin setzte sich seine VR-Brille auf und sah sich ein paar Serien an, Aron hingegen starrte aus dem Fenster und betrachtete das Blau des Himmels. Beiden war nicht nach Sprechen zumute.

Die Stunden vergingen. Zwischendurch schlief Aron kurz ein. Als er erwachte, war eine Stunde vergangen, die sich nach wenigen Minuten anfühlte. Außerdem war er nicht wirklich ausgeruht. Griffin schlief nicht. Er war zu unruhig, um Schlaf zu finden. Ständig spielte er mit seinem Tablet herum, schnippte mit den Fingern oder summte vor sich hin, bis Aron ihn sehr unfreundlich anfuhr, nun endlich einmal still zu sitzen.

Nach vier Stunden merkten sie, dass der Jet an Höhe verlor und zwanzig Minuten später konnten sie wieder das Land unter sich sehen. Ein dichter Wald mit veinzelten Lichtungen lag vor ihnen. Als sie näher kamen, erkannten sie kleinere Städte, ein paar Dörfer und befestigte Häuser. Sie versuchten den Bordcomputer zu fragen, wo sie waren und wie viele Menschen hier lebten, doch er verweigerte ihnen eine Antwort.

Sie streiften beinahe die tropischen Baumkronen, die mehr als vierzig Meter hoch wuchsen, und schließlich landete der Jet lautlos auf einem gläsernen Gestell. Langsam bewegte es sich nach unten.

Als der Jet auf dem Boden ankam, öffnete sich seine Tür automatisch.

Feuchte Hitze schlug ihnen entgegen und in den ersten Sekunden rang Aron nach Luft. Er war die trockene, warme Luft in Tiska gewöhnt. Dieses Klima würde ihm wohl noch zu schaffen machen.

Griffin hingegen sog die Feuchtigkeit in sich auf, bevor er aus dem Jet stieg. Ihn erwartete ein neues Leben.


Aron sprang nach Griffin aus dem Jet und sah sich um. Er stand auf einem Platz, dessen Durchmesser etwa dreißig Meter messen durfte. Darum herum wuchsen die dichten Bäume des Regenwaldes, nur hier und dort führten schmale Wege ins Dickicht hinein. Aron sah keine Häuser und keine Hütten.

Der Lärm war ohrenbetäubend. Hunderte von Vogelarten zwitscherten, schrien und flatterten umher. Er hörte das Zirpen von irgendwelchen Insekten, Zischen von Reptilien und tausend andere, sich vermischende Geräusche. Aron musste sich davon abhalten, sich die Ohren zuzuhalten.

Einige Meter entfernt von ihnen stand ein Mann, nicht viel älter als Aron und Griffin. Er trug ein loses weißes Hemd und lange Jeans und hatte leicht gewellte, helle Haare. Seine Gesichtszüge waren freundlich, und als Aron und Griffin auf ihn zugingen, lächelte er.

»Willkommen bei der R.P.U.«, sagte er und streckte ihnen seine Hand entgegen, »ich bin Bernhard Poirer.« Aron konnte einen feinen französischen Akzent wahrnehmen.

»Wir sind - «, begann Griffin, doch Bernhard unterbrach ihn.

»Aron und Griffin aus Tiska, ich weiß.«

»Bist du unser … Trainer oder Vorgesetzter oder wie man das nennt?« Aron schrie ihn beinahe an, so sehr hatte er das Gefühl die unglaubliche Geräuschkulisse übertönen zu müssen. Es kam ihm seltsam vor, so leger begrüßt zu werden. Er hatte sich das irgendwie militärischer vorgestellt. Er konnte kaum atmen. Die Luftfeuchtigkeit verdrängte den Sauerstoff. Außerdem: Wo waren die anderen Neuankömmlinge? Konnte es sein, dass sie in eine Falle getappt waren und es gar keine R.P.U. gab? War das alles ein großer Schwindel, ein PR-Gag, ein politischer Schachzug?

Bernhard schüttelte den Kopf. »Ich bin ebenso neu wie ihr.«

»Wo sind die anderen?«, Griffin deutete auf den leeren Platz hinter ihm, »sind wir die Einzigen?«

Wieder verneinte Bernhard. »Das hier ist nur der Exerzierplatz, kein Aufenthaltsort. Ich soll euch hier abholen und zu den anderen bringen. Also kommt mit!«

Er wandte sich zum Gehen und den beiden Freunden blieb nichts anderes übrig, als ihm hinein in das Dickicht zu folgen. Nach einigen Metern erkannte Aron eine Struktur hinter dem Wildwuchs. Kleine Pfade schlängelten sich hindurch, er konnte ein paar Hütten sehen und sogar weiter entfernt große, rechteckige Bunker aus Stahlbeton. Er fragte sich, was sich darin befinden mochte. Das Gelände schien kein Ende zu nehmen und der Riemen seiner Tragetasche schnitt Aron bereits in die Hand. Er schwitzte und spürte ein paar Schweißperlen seine Wange hinunter laufen. Sein Atem ging heftig. Griffin schien es nicht anders zu ergehen, doch im Gegensatz zu Aron strahlte er deutlich mehr Vorfreude aus.

Sie überquerten ein paar Lichtungen, kamen an kleinen Baracken vorbei und standen schließlich vor einem Gebäude, in das wohl mehrere Familien hätten einziehen können. Es besaß kein Dach, nur ein interessantes Konstrukt aus Rädern und großen runden Schüsseln, die sich durcheinander bewegten oder einfach still standen.

Bernhard deutete darauf: »Der Grund für den das Versteck im Regenwald. Er schützt und wir haben Stromzugang. Durch den Regen und die Feuchtigkeit kann Strom erzeugt werden.«

»Was auf freier Fläche auch ginge, aber da kann es jeder sehen«, kommentierte Aron und betrachtete das äußert komplizierte Gebilde auf dem Dach.

»Richtig«, bestätigte Bernhard seine Gedanken, »und hier ist es besser, wenn man nicht gesehen wird.«

Er öffnete die schwere Tür, die aus Eisen oder einem anderen schweren Metall zu sein schien, und hielt sie für die Neuankömmlinge offen.

»Wahrscheinlich seid ihr daran gewöhnt, dass die Türen sich vor euch öffnen und von alleine wieder schließen. Nun, hier schließen sie sich nur von alleine.« Er zwinkerte.

Sie traten in einen langen Flur, an dessen Ende sich ein winziges Fenster befand. Grelle Leuchtstoffröhren hingen von der Decke und erhellten den braunen Kunststoff des Bodens. Bernhard deutete darauf. »Er soll den Waldboden simulieren, aber irgendwie funktioniert das nicht. Die beiden Türen links und rechts führen zu Trainingsraum und Holodeck. Dahinter kommt der Essens- und Waschraum. Ganz hinten die zwei Türen führen euch in die Schlafräume. Jede Einheit hat ihren Schlafsaal.«

»Wie viele Einheiten gibt es?«, fragte Aron.

»Sechs Stück, glaube ich. Ich bin mir aber nicht sicher, ob noch ein paar Leute dazukommen.«

»Und wie viele Leute sind in einer Einheit?«

Bernhard sah ihn etwas zerknirscht an. »Nur noch fünf. Deshalb wundert euch nicht, dass es doppelt so viele Betten gibt.«

»Warum sind es nur noch fünf?« Griffins Stimme hallte von den Wänden wieder.

»Ihr habt doch sicher von dem Vorfall im Sommer gehört, das Massaker im Norden?«

Die Freunde nickten.

»Man hat daraufhin beschlossen, dass zehn R.P.U.s an einer Stelle wohl zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, weshalb es jetzt nur noch fünf sind. Und die Ausbildung ist umso härter.«

Aron zog seine Augenbrauen sorgenvoll zusammen, Griffin lächelte.

»Im Schlafraum warten schon die anderen auf euch, da könnt ihr auch eure Sachen ablegen«, fuhr Bernhard fort. Sie folgten ihm bis ans Ende des Ganges und Bernhard hielt ihnen die Tür auf.

»Willkommen in eurem neuen Zuhause.«


Zwei Männer blickten ihnen entgegen, als die drei eintraten. Der eine schien ein wenig älter zu sein, als der andere. Doch beide waren keine Jugendlichen mehr. An ihren Gesichtern konnte Aron erkennen, dass die Entscheidung, die sie alle getroffen hatten, sie reifer machte. Sie alle saßen nun hier und hatten ein Stück von sich zurückgelassen. Einen Teil ihres Lebens, dachte Aron.

Obwohl er nicht sehr groß war, standnen im Raum fünf Hochbetten. Im Gegensatz zu Arons riesigem Bett in Tiska, glichen diese Betten einem schmalen Brett. Und sie sahen auch nicht sehr bequem aus. Zwei große Schränke mit jeweils fünf separaten Spinden standen am Ende des kleinen Mittelganges. An der Decke flimmerte eine Leuchtstoffröhre. Aron nickte, das sah schon viel mehr nach Militär aus.

Einer der Männer sprang von dem oberen Hochbett, auf dem er gesessen hatte. Seine Haut war sehr dunkel, er schien afrikanischer Abstammung zu sein. Er streckte Aron die Hand entgegen. »Hey, ich bin Chibueze. Aber ihr könnt mich Chib nennen.« Aron ergriff seine kräftige Hand.

»Ich bin Aron. Das ist Griff … also Griffin.«

Chib lächelte, seine weißen Zähne blitzten. Er machte einen ruhigen Eindruck und er war ein wenig älter als Aron und Griffin. Zwanzig, vielleicht auch zweiundzwanzig.

Der Mann auf dem anderen Bett nickte ihnen nur kurz zu. »Tobin. Tobin Hobbs.«

»Er ist der Jüngste von uns«, fügte Bernhard hinzu und ließ sich auf sein Bett plumpsen. »Fünfzehn, oder?«

Tobin nickte und Aron konnte seine Überraschung nicht verbergen. »Fünfzehn? Ist das überhaupt erlaubt?«

Der junge Mann antwortete nicht, seine Augen blitzen nur wütend zu ihm hinüber, woraufhin Aron entschied, ihn nicht weiter zu belästigen. Er wollte nicht schon in seinen ersten zehn Minuten hier einen Streit auslösen.

Während sie ihre wenigen Sachen in die Spinde stopften, fragte Griffin etwas schüchtern: »Wie lange seid ihr schon hier? Schon länger als ein paar Stunden?«

Bernhard antwortete für die anderen. »Ich seit heute Morgen, Chib seit … weiß nicht. Vier Stunden? Und Hobbs, naja. Andere Geschichte.«

Aron warf einen Blick zu Tobin hinüber, der auf seinem Hochbett lag und an die Decke starrte. Er schien nicht sehr gesprächig zu sein. Ebenso wie Chib, wohingegen dieser, obwohl älter, einen weniger angsteinflößenden Eindruck machte.

»Und wann sehen wir mal einen Vorgesetzten? Einen General, oder wie man das nennt?« Griffin war offensichtlich mehr als bereit, sein neues Leben in Angriff zu nehmen. Langsam ging Aron diese Euphorie auf die Nerven.

»Unser Ausbilder ist Leutnant Wu, ihn habe ich schon kennenge-lernt.« Bernhard verzog das Gesicht. »Und dann soll es noch einen Major geben, aber den hab ich noch nicht gesehen. Das Gelände ist sehr weitläufig hier. Ich glaube kaum, dass wir die anderen Einheiten außerhalb der Exerzierzeiten zu sehen bekommen.«

»Konntest du dich schon genauer umsehen?«, fragte Aron, der gerne einmal ein paar Runden durch den Dschungel da draußen gedreht hätte, nur um sich ein Bild zu machen. Er wollte hier in Ruhe ankommen und sich nicht wie Griffin sofort in die Ausbildung stürzen.

Bernhard zuckte mit den Schultern. »Es ist ein Regenwald, da kann man sich umschauen, wie man will. Am Ende kennt man sich doch nicht mehr aus. Du hast gefragt, wann wir unsere Vorgesetzten kennenlernen«, fuhr er fort, »in einer halben Stunde werden die Neuankömmlinge auf dem Exerzierplatz begrüßt. Vielleicht sollten wir vorher noch etwas essen.«

Aron war froh, dass Bernhard das sagte, sein Magen knurrte bereits. Griffin schien es ähnlich zu gehen.

Sie saßen nur zu fünft am Tisch und aßen eine Linsensuppe, die sie sich aus großen Töpfen geschöpft hatten. Woher diese Suppe kam, konnte nicht einmal Bernhard beantworten, der noch am besten informiert zu sein schien. Während des Essens schwiegen sie und danach führte Bernhard sie zurück zum Exerzierplatz.

Dort standen bereits ein paar Männer in Reih und Glied. Jeder von ihnen trug Zivilkleidung, doch sie standen kerzengerade in einer Reihe. Die Gruppe schloss sich ihnen an und Aron fühlte das erste Mal, was es bedeutete, dass er nun beim Militär war. Er fühlte sich unwohl. Dass ihm jemand vorschrieb, wie er zu stehen und zu gehen hatte, gefiel ihm einfach nicht. Dabei stand er nur in einer Reihe.

Griffin hingegen sah stolz aus. Aron kannte dessen Gesicht gut. Sein Freund glühte beinahe vor Aufregung und Euphorie über seine neue Situation. Aron musste lächeln. Er konnte nicht lange unglücklich sein, wenn es Griffin offensichtlich so gut gefiel. Trotzdem fühlte er sich eingeengt.

Sie standen nicht lange dort. Es kam noch eine andere Gruppe und reihte sich neben ihnen ein. Aron schätzte, dass es insgesamt etwa dreißig Männer sein durften.

Und dann sah er zwei Männer ihnen gegenüber aus dem Wald kommen. Der eine hatte ein Muskelshirt an, seine Oberarme glichen dicken Ästen. Er mochte fünfzig sein, hatte kurz geschorenes graues Haar und seine Schuhe steckten in schwarzen Springerstiefeln.

Neben ihm ging ein Mann, der nicht weniger furchteinflößend aussah. Leutnant Wu Xung. Aron erkannte ihn an seiner offensichtlich asiatischen Abstammung. Groß, Glatze, Schlitzaugen und ein Nacken wie ein Stier.

Oh mein Gott, dachte Aron nur. Das kann ja heiter werden.

»Still gestanden!«, brüllte der Fünfzigjährige und selbst Wu Xung stand gerade. Dann lockerte er seine Haltung wieder.

»Ich bin Major Krox, das ist Leutnant Wu Xung. Willkommen bei der R.P.U. Sie sind nun offizielles Mitglied der Ressource Preservation Unit, der Ressourcen-Erhaltungseinheit. In den nächsten Wochen werden Sie mehr darüber erfahren.« Er lächelte und Aron gefiel dieses Lächeln ganz und gar nicht. »Nun gibt es für Sie kein Zurück mehr. Sie bekommen drei Mal im Jahr Urlaub für jeweils drei Wochen. In diesen Wochen unterliegen Sie einer Schweigepflicht. Niemand von Ihnen darf ein Wort darüber verlieren, was hier geschieht. Wenn er es doch tut, war‘s das. Nach drei Jahren werden Sie Ihre Ausbildung beenden und in den aktiven Dienst eintreten. Dann ist es an der Zeit, sich für immer von Ihren Familien zu verabschieden.« Der Major sah sie scharf an und Aron fuhr ein Schauer über den Rücken. »Sie können sich nicht mehr umentscheiden.« Arons Herz fing wie wild an zu klopfen. »Sie sind jetzt hier, das wird Ihr Leben sein.«

Panik stieg in Aron auf. Das war nicht fair, das hatte nirgendwo so gestanden! Er war davon ausgegangen, dass man nach der Ausbildung abbrechen, sich dagegen entscheiden konnte. Was sagte der Major da? Bedeutete das nun, dass er nach diesen drei Jahren seine Familie niemals wiedersehen würde? Ängstlich versuchte er, einen Blick auf Griffin zu erhaschen, doch dieser starrte nur stur geradeaus.

Er zeigte keine Angst, natürlich nicht, warum auch. Griffin wollte zu niemandem zurückkehren.

Aron zwang sich, ebenso geradeaus zu sehen. Der Major war schon beinahe fertig.

»Sie werden Disziplin lernen, Sie werden sehr hart arbeiten. Sie werden Schmerzen haben. Aber Sie werden gut sein und Sie werden es wissen. Und dann werden Sie die wertvollste Aufgabe erfüllen, die man erfüllen kann. Leutnant Xung wird Ihre Trainingspläne erstellen. Wenn Sie zurückkehren, finden Sie in Ihren Räumen Ihre Trainingsanzüge. Sparen Sie sich die Mühe, sich mit Kollegen aus anderen Einheiten anzufreunden, Sie werden sie wahrscheinlich ohnehin nie wiedersehen. Und jetzt: Abtreten!«

Wie automatisch grüßten die Männer den Major militärisch und lösten die Reihe auf. Bernhard führte sie zurück zu ihrem Quartier. Als sie die Zimmertür öffneten, sah Aron einen anthrazitfarbenen Trainingsanzug auf seinem Bett liegen. Er konnte die Farbe schon jetzt nicht ausstehen.

Er schlief unruhig in dieser Nacht. Schreckliche Albträume quälten ihn und er schrak mehrmals auf, sein Kopfkissen nass vom Angstschweiß.

Seine Familie. Seine Mutter, sein Vater, die geliebte Schwester und sein Bruder. Er hatte drei Jahre und dann? Erwarteten sie, dass er einfach ging, ihnen Lebewohl sagte und Tiska für immer verließ? Das konnte und wollte er nicht tun. Und er schwor sich, einen Weg zu finden. Es gab immer Mittel und Wege. Immer.

Mit diesen Gedanken versuchte er sich zu beruhigen. Er versuchte zu schlafen und unterdrückte immer wieder die Angst, die sein Herz umklammerte und sich in seine Lungen setzte, so dass er kaum noch atmen konnte.



Lichter im Norden

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