Читать книгу Fluchtpunkt Hamburg - Reimer Boy Eilers - Страница 17
Kosovo 1999: Genozid und Vertreibung
ОглавлениеViele sind aus dem Kosovo geflohen, haben sich eine neue Heimat in den Ländern Europas gesucht. Rechtzeitig vor dem großen Genozid, in dem tausende von Albanern starben. Mit Schrecken mussten sie aus den Nachrichten mitverfolgen, wie Krieg, politische Verfolgung, Morde in ihrer Heimat umhergingen. Nur selten gab es telefonischen Kontakt zu ihrer Familie. Dann endlich konnte sie eine Schwester erreichen und erfuhr, dass die Familie nach Mazedonien geflohen und in Sicherheit war. Aber sie musste auch erfahren, dass ihr Vater verstorben war, sie sich nicht von ihm hatte verabschieden können.
Sie war in Hamburg, als sie mit ihrer Schwester telefoniert hatte, und musste nach Hause zu ihren Kindern fahren. Im Widerspruch ihrer Gefühle, nachdem sie dieses alles erfahren hatte, wusste sie nicht, was sie denken sollte: um ihren Vater weinen oder sich darüber freuen, lachen, dass die Familie in Sicherheit war. Sie war dankbar darüber, dass ihre Schwester und ihre Tochter sie von der Bahn abholten.
Neue Nachrichten kamen aus dem Kosovo. Häuser brannten, ihr Onkel und ihre Tante kamen im Feuer um. Wie sollte man dieses alles verkraften. Die Geschehnisse hinterließen Spuren, die noch heute ihr Leben prägen.