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1. Kapitel Rückkehr aus der Wildnis

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„Kein Empfang“, murmelte Charlotte Jones leise vor sich hin und zuckte unmerklich mit den Achseln. Sie legte das Handy zurück auf das Armaturenbrett des Campers, lehnte sich dann im bequemen Sitz zurück und zog die Beine an den Leib. Sie fröstelte, obwohl es im Innern des Wohnmobils fast zu warm war. Es war früh am Morgen. Noch lag Nebel über dem Land, der sich über den Bäumen verlor und hoch ins Nirgendwo zu driften schien. Es würde wahrscheinlich ein schöner Tag werden, einer der ersten Frühlingstage in diesem Jahr, nach einem langen, kalten Winter.

„Immer noch nichts?“, fragte Sonja.

„Was?“ Charlotte zuckte zusammen, als ihre Freundin, die hinter ihr saß, ihr auf die Schulter tippte.

„Ob das Handy noch immer nicht funktioniert, meine ich. Wir nähern uns doch mit Riesenschritten wieder der zivilisierten Welt, nach unserer kleinen Irrfahrt durch den tiefen, dunklen Wald ...“ Sonja Salzmann, eine nicht gerade attraktive Frau von fünfundfünfzig Jahren mit einigen Pfunden zu viel auf den Hüften, warf Roland Pfeiffer, der am Steuer saß und das Wohnmobil über schmale Waldwege lenkte, einen ironischen Blick zu. Doch er reagierte nicht auf die Anspielung. Vor zwei Tagen hatten Sonja und er einen Riesenkrach gehabt, wobei keiner der beiden wohl noch hätte sagen können, was genau der Anlass gewesen war. Man hatte sich entfremdet, das war es wohl. Sie hatten sich über Jahre nicht gesehen. Und die Zeit war nicht stehen geblieben. Jeder hatte eigene Interessen, eigene Vorstellungen vom Leben. Es war wenig Gemeinsames geblieben, wie sie im Verlaufe der letzten Wochen einmal zu oft hatten feststellen müssen.

Sonja betrachtete Rolands Profil und fügte dann noch hinzu: „Zumindest, was man so zivilisiert nennt ...“

Sie waren über drei Wochen im Mark-Twain-Nationalpark auf Trekking-Tour gewesen. Schöne Wochen - zu anfangs, doch nach kurzer Zeit war ihnen allen klar geworden, dass es mit dem Charme der alten Truppe vorbei war.

Jeder von ihnen hatte den Tag der Rückkehr insgeheim herbeigesehnt.

Gegen zwei Uhr morgens waren sie aufgebrochen, um nach Baxter´s Creek zurückzukehren, wo Charlotte Jones zusammen mit ihrem Mann Sam ein Haus besaß. Von dort aus würde es direkt zum Columbia Regional Airport gehen - und dann zurück nach Deutschland. Erst heute Morgen hatte Charlotte ihre Freunde kurz darüber informiert, dass sie die USA verlassen und ebenfalls mit zurückfliegen würde. Jedem der Freunde war klar, dass sie sich danach wahrscheinlich aus den Augen verlieren würden. Es stand wohl in den Sternen, ob und wann sie jemals wieder etwas gemeinsam unternehmen würden, dafür verband sie einfach zu wenig - nach all den Jahren.

Eigentlich hätten sie schon längst den Rand des Nationalparks erreicht haben müssen, doch sie hatten sich schrecklich verfahren, und irrten nun über schmale Straßen, die oft nur Wegen glichen. Der Nationalpark schien verlassen zu sein. Trotzdem war es seltsam, dass keine anderen Wohnmobile mehr zu sehen waren, ihnen auch keine begegneten. Es ist früh am Morgen, die Menschen schlafen noch, das ist alles, dachte Charlotte. Irgendwie hatte sie ein ungutes Gefühl, doch sie rechnete es Sam zu, ihrem Mann, den sie, so hoffte sie zumindest, niemals wiedersehen würde.

„Ist hier draußen nicht ungewöhnlich mit den Handys“, sagte Charlotte leise und sah Sonja kurz in die Augen. Du nervst, Sunny! Und das nicht wenig! Sonja schien zu bemerken, dass ihre Freundin nicht unbedingt beste Laune hatte, und nahm wieder an der Essnische Platz. Fast wäre sie hingefallen, als Roland zu schnell in eine Kurve fuhr. Die Waldstrecke war schmal, die Äste hingen tief bis über die Straße.

Sonja warf Roland einen giftigen Blick zu, sagte aber nichts. Es hatte genügend Streit in den vergangenen Wochen gegeben.

Charlotte war tief in Gedanken. Sie wendete den Blick ab und sah nach draußen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis es hell wurde. Weg!, schrie es in ihr. Nur noch weg von hier! Sie meinte damit nicht nur ihr Zuhause hier in den Staaten, sondern alles und jeden, was mit ihrem Abenteuer USA zusammenhing. Jenes Abenteuer, in das sie sich vor Jahrzehnten mit Begeisterung - oder war es Verzweiflung gewesen? - hineingestürzt hatte. Alle Brücken würde sie hinter sich abbrechen. Es sollte für immer sein.

Mitte fünfzig, desillusioniert und frustriert. Drei Kinder hatte sie zur Welt gebracht und miterleben müssen, wie ihre Ehe - was war das? - nach und nach in die Brüche gegangen war. Nach dem ersten Kind war da noch die Hoffnung gewesen, das Sam - ihr Mann - sich ändern würde. Dass er ein Familienvater werden würde und nicht mehr nur Baseball und die Sauforgien mit seinen Kollegen von der Air Force Base im Kopf hätte. Dann kam das zweite Kind, und mit ihm keimte auch in ihr neue Hoffnung, dass sich in ihrem Leben doch etwas ändern könnte - zum Positiven, dass es da ein richtiges, ein anderes Leben geben könnte. Doch alles wurde nur noch schlimmer. Und mit dem dritten Kind war ihr dann schmerzlich bewusst geworden, dass es ein Fehler gewesen war, noch ein Kind in die Welt zu setzen. Sam - ihr Mann - würde sich niemals ändern. Und sie war nicht bereit, seine Demütigungen noch länger zu ertragen: Schläge, Vergewaltigungen, wenn er im Suff nach einer Zechtour mit seinen Kumpels nach Hause kam - oder wenn er mit ihrer Haushaltsführung nicht zufrieden war und sie deutsche Schlampe nannte und nach ihr trat.

Nein, sie würde es nicht mehr länger hinnehmen und nach Deutschland zurückkehren. Hier in den Staaten gab es für sie keine Hoffnung auf einen Neuanfang. Es war ein Fehler gewesen, alle Brücken zu ihrer Familie abzubrechen, nicht oder selten auf die Briefe ihrer Mutter oder Schwester zu reagieren, die selbst nach Jahren noch immer kamen.

Fast erschien es ihr wie ein Wink des Schicksals, als sich ihre alte Studienkollegin Sonja Salzmann nach langer Zeit, in der sie nur wenig oder gar keinen Kontakt gehabt hatten, mit der Nachricht bei ihr meldete, dass ein Teil der alten Clique eine Trekking-Tour in den Mark-Twain-Nationalpark unternehmen wollte. Das wird cool, hatte Sonja geschrieben, so wie in den besten Tagen unseres Lebens, Charlotte, glaube mir! Denke an die Zeit an der Uni. Das wird ein Revival alter Zeiten - nach all den Jahren.

Charlotte hatte begeistert zusagen wollen, dann aber an Sam denken müssen, ihren Mann. Insbesondere an seine Reaktion, wenn sie ihm mitteilen würde, dass Sonja, Roland und Peter in die Staaten kämen und sie mit ihnen auf Trekking-Tour gehen wollte. Sam würde das nicht gefallen, ganz und gar nicht. Er hatte nichts für die intellektuellen Spinner übrig, wie er sie nannte. Schon damals nicht, und so wie er mit den Jahren immer weiter abgestumpft war, würde er sie - Charlotte - wahrscheinlich zuerst einmal verprügeln, wenn sie ihm mit dem Vorschlag kam, dass sie und ihre alten Freunde und Freundinnen aus Uni-Tagen auf Trekking-Tour gehen wollten.

Also hatte sie Sam nichts gesagt. Stattdessen hatte sie einfach ihre Koffer gepackt, das Ticket vorbestellt, ihre Familie, mit der sie streng genommen seit Jahren keinen richtigen Kontakt mehr hatte, per E-Mail kontaktiert und alles für den Absprung vorbereitet. Adios USA, Adios Sam, Adios liebe Kinder ... Macht´s gut, eure Charlotte will endlich leben ... Und das Schicksal schien auf ihrer Seite zu sein, denn Sam war in ein Großmanöver der Air Force einberufen worden, als Sonja, Roland und Peter dann schließlich kamen.

Keiner der Freunde hatte nach der Ankunft in den Staaten groß nach Sam gefragt, der zu der Zeit bereits im Manöver war. Sam mochte sie nicht, das wussten sie genau. Und auch ihre Sympathie hielt sich, vorsichtig ausgedrückt, so ziemlich in Grenzen. Im Klartext: Sie hielten ihn für einen gewalttätigen Proleten, der zu schnell und zu gerne zuschlug. Peter, Roland und Sonja hatten Sam von Anfang an abgelehnt und wohl nur Charlotte zuliebe gute Miene zum bösen Spiel gemacht, damals, als Sam noch auf der Rhein-Main Air Base stationiert war. Das wusste Charlotte, auch wenn sie es sich erst sehr spät hatte eingestehen wollen. Damals war sie wohl blind gewesen - blind vor Liebe - was war das?

„Wo sind wir?“, murmelte Peter Marstaller heiser. Als Roland sich mehrmals verfahren hatte und es fast zu einem Streit zwischen den beiden gekommen wäre, hatte Peter sich auf einen der hinteren Sitze des Wohnmobils verzogen und war dann irgendwann eingenickt. Er war gerade erst wieder wach geworden und klang etwas verschnupft. Er rekelte sich gemütlich in seinem Sitz und sah durch die verschmutzten Scheiben nach draußen, dann gähnte er herzhaft und lehnte sich wieder in den Sitz zurück. Ihm war etwas kalt, aber das war meistens so, wenn er gerade erwacht war.

„Etwa zwei Stunden vor Billings“, erwiderte Roland, der kurz in den Rückspiegel sah. „Tut mir leid wegen vorhin, Peter.“

Peter Marstaller gähnte erneut und winkte ab. „Schon gut, ... Ist ja nicht so leicht, sich hier in der Dunkelheit zurechtzufinden.“

Charlotte musste grinsen, als sie an Roland und Peter dachte. Glücklich geschiedene Mittfünfziger, die es sich finanziell leisten konnten, ein Sabbatjahr einzulegen, wie man das heutzutage wohl so nannte. Raus aus der Routine und ab ins Abenteuer. Wenn nicht jetzt, wann dann ...

Und dann war da noch Sonja ... Viermal glücklich geschieden - und mit jeder Scheidung ein bisschen reicher geworden, vielleicht - oder vor allem - noch etwas glücklicher. Sonja, die nie die perfekte Schönheit gewesen war, von jeher zu viel Speck auf den Hüften hatte, aber durch Witz - oder war es ihre große Klappe? - mehr Verehrer hatte, als manche Blondine mit Mega-Sex-Appeal.

Tja, dachte Charlotte. Und dann wäre da noch ich. Das Riesentalent, die Einserschülerin und Einserstudentin, die ihr Leben so grandios in den Sand gesetzt hatte. Aus Liebe zu einem dämlichen Yankee, der im Bett wohl verdammt gut war, aber ansonsten nur ziemliches Mus in der Birne hatte. Nun, manche Sünden verzeiht das Leben - oder der liebe Gott - und für manche musst du bezahlen. Sie war es leid, bezahlen zu müssen, das hatte sie lange genug getan. Sie war Mitte fünfzig. Da war das Leben noch lange nicht vorbei. Sie hatte lange genug gewartet, gelitten und ertragen und noch mehr gelitten ... Es galt, einen Schlussstrich zu ziehen. Jetzt, nicht irgendwann.

Ach ja, da war ja noch das Sahnehäubchen. Das Tüpfelchen auf dem i: ihre Kinder. Der erste Sohn, so vielversprechend, so talentiert, so genial - mein Gott, was sind Mütter blöd ... - hielt sich als Schläger oder Ähnliches über Wasser. Der Zweitgeborene war etwas besser. Wenigstens tat er niemandem weh, was allerdings keine große Leistung war, wenn man den ganzen Tag über bekifft im Sessel hing und sich Pornos reinzog und von der Stütze lebte. Tja, und Kind Nummer Drei - da hatte es der liebe Gott wohl so ziemlich versaut - war ein emotional gestörter Autist, der zu epileptischen Anfällen neigte und jedem vor die Füße kotzte. Nun denn, die Schwestern der Barmherzigkeit hatten wohl ihre wahre Freude an diesem Menschenkind, immerhin gab es da so einiges zu pflegen und wenig gut zu machen.

Zynikerin, du gottverdammte Zynikerin, dachte Charlotte. Die presste die Lippen aufeinander. Leider trafen ihre Gedanken wohl so ziemlich ins Schwarze. Diese Familie - Familie? - war eine Katastrophe. Und sie hatte genug von Katastrophen, nach all den Jahren, nach all dem Leid.

Roland hatte das Radio eingeschaltet, doch hier draußen war das mit dem Empfang so eine Sache, das wusste Charlotte. Immerhin hatten sie vorgesorgt und genügend Musikmaterial in Form von MP3-Dateien auf ihren Player überspielt. Abends am Lagerfeuer hatte es sehr oft Disco geheißen. Die Hits der Achtziger, als sie jung waren. Damals, vor langer, langer Zeit, in einem anderen Leben, weit, weit entfernt ...

„... Nationalgarde ... kein Grund zur Beunruhigung ... Ruhe bewahren ... Nachrichten abwarten ...“, kam es plötzlich aus den Lautsprechern. „Achten Sie ... diese Durchsage ... Bleiben ... Häusern. Dann wieder Rauschen, atmosphärische Störungen - oder was man als solche bezeichnete. Roland versuchte, einen anderen Sender hereinzubekommen, doch Charlotte klatschte ihm leicht auf die Finger.

„Konzentriere dich auf die Straße, ich mache das“, sagte sie schnell und machte sich am Sendersuchlauf zu schaffen.

„Ist was passiert?“, fragte Sonja, deren Englisch noch immer eher rudimentär ausgeprägt war - was einige amerikanische Jungs ältere Bauart nicht davon abgehalten hatte, mit dem deutschen Prachtweib auf Tuchfühlung zu gehen. Sonja hatte das natürlich ziemlich schräg und großartig gefunden. Sie liebte es, umschwärmt zu werden. Was sie nicht bedachte, war, dass sich die meisten nur über sie lustig machten und mehr an ihrem Geld interessiert waren als an ihr selbst.

„Ich meine“, plapperte sie weiter, „mein Englisch ist halt nicht so gut, das wisst ihr ja.“

Peter grinste. „Das ist die Untertreibung des Jahrtausends. Dein Akzent ist tödlich, absolut killerfähig, und ...“

„Seid mal still!“, zischte Charlotte, der das Geplänkel auf die Nerven ging.

Sonja verzog das Gesicht und grinste im Breitwandformat, doch wenigstens hielt sie einmal den Mund, was bei ihr nicht oft vorkam. Peter sah verstohlen unter sich. Charlotte wusste, dass er früher in sie verliebt gewesen war, doch das war vor ihrer Krebserkrankung, die sie fast das Leben gekostet hätte. Nun, sie hatte überlebt, doch der Preis der vielen Operationen und Chemos war, dass von ihrer früheren Schönheit nichts oder wenig geblieben war. Wenigstens waren die Haare zurückgekommen, auch wenn sie diese als mittlerweile Mittfünfzigerin streng genommen viel zu lang trug. Gruselig, die sieht ja aus wie ein Zombie. Der möchte ich nicht im Dunklen begegnen, waren einige der wenig charmanten Aussagen, die man hinter vorgehaltener Hand über sie losgelassen hatte, viel zu oft. Leider entsprach das der Wahrheit. Knapp über einsfünfzig groß, gertenschlank, mit Tendenz zur Magersucht, mit riesigen Glupschaugen und den für ihr Alter viel zu lang getragenen Haaren, war sich Charlotte nur zu bewusst, dass sie nicht als Durchschnittstype durchging. Ungewollt zog sie die Blicke ihrer Mitmenschen auf sich. Daran würde sie sich wohl niemals gewöhnen können, auch wenn sie meistens so tat, als wäre es ihr egal, wenn böswillig über ihr Aussehen gelästert wurde.

„Ist jetzt Krieg oder was?“, fragte Roland. Er fuhr langsamer und verfolgte mit den Augen eine Hubschrauberstaffel - mindestens zehn Maschinen - die in schnellem Flug westwärts zogen. Er warf Charlotte einen kurzen Blick zu.

„So ungewöhnlich ist das nicht, vielleicht gehört die Hubschrauberstaffel zur Air Force Base. Was weiß ich ...“, erwiderte Charlotte lahm. Sie dachte an Whitehawk Air Force Base, wo Sam stationiert war und sich in irgendeinem Großmanöver befand. Irgendetwas Geheimes, das wohl wieder mit Terroristen oder ähnlichen Irren zu tun hatte, die aus Jux und Tollerei mal wieder die Welt in die Luft jagen wollten. Die Welt war voll von solchen Chaoten. Charlotte interessierte es nicht. Sam und sie redeten schon seit einer Ewigkeit nicht mehr miteinander. Er kam heim, aß sein Essen, trank sein Bier - und das war es dann, bis er wieder einen seiner Anfälle bekam und sie in die Mangel nahm.

Charlotte versuchte es erneut mit dem Sendersuchlauf, gab dann aber auf, als nichts, außer Rauschen aus dem Lautsprecher kam. Sie griff nach ihrem Handy, doch nach wie vor zeigte der Balken auf dem Display nur an, dass keine Verbindung möglich war. Tot ...

Charlotte griff nach ihren Zigaretten und warf Sonja einen warnenden Blick zu, die höchstwahrscheinlich kurz davor stand, mal wieder eine verbale Spitze gegen die Raucherei abzuschießen. Charlotte inhalierte tief. Sie kehrte sich einen Dreck um die Warnungen der Ärzte. Sie hatte den Krebs überlebt, sie hatte ihren Mann überlebt - bis jetzt. Und sie wollte weiterleben, überleben, irgendwie ...

„Mit dem Handy-Empfang, das ist komisch“, sagte sie, nachdem sie den Zigarettenrest im Ascher zerdrückt hatte. „Mittlerweile müssten wir eigentlich ein Netz gekommen.

Keiner ihrer Freunde erwiderte etwas. Schließlich wies Roland durch die Frontscheibe zu einem Straßenschild, das schon bessere Zeiten gesehen hatte. Billings View, stand darauf. „Da vorne halten wir an und machen eine kurze Pause.

Kurz drauf ließ er den Camper auf dem Rastplatz ausrollen. Es gab dort einige Bänke und Tische. Vor allem die Aussicht von hier oben war fantastisch.

„Keine Rauchschwaden, kein Feuer, keine Bomben“, kicherte Sonja albern, als die vier den Camper verlassen hatten und den Blick über das weite Land schweifen ließen. Ein frischer Wind blies ihnen entgegen. In der Ferne war Billings zu sehen - oder besser zu erahnen. Dunstschwaden hingen über der weiten Ebene.

Aus östlicher Richtung war plötzlich ein Brummen zu hören, das schnell lauter wurde. Sie drehten sich um und erblickten eine weitere Hubschrauberstaffel, die wie die erste zuvor mit hoher Geschwindigkeit nach Westen flog.

„Scheint ein größeres Manöver zu sein“, murmelte Roland und zerdrückte seine Zigarette mit dem Absatz. Die Zigarette ekelte ihn an. Er hatte vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört, doch bei dem Chaos in seinem Leben, hatte er vor einigen Monaten wieder damit angefangen. „Kommt, machen wir, dass wir weiterkommen.“

Tempus Z

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