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CHAPTER EINS

1920

Schildkröten schlüpfen sonntags.

Von ferne hörte man Kirchenglocken. Die Sonne schien, es war heiß und Minna wollte raus.

Raus aus ihrem inzwischen ziemlich eng gewordenen Ei.

Sie wollte ihre Beinchen ausstrecken, den Hals recken, gucken, was es da draußen in der Welt zu fressen gab, wie Sonne sich anfühlte, wenn sie auf den Panzer schien, ohne dass eine Eierschale dazwischen ist. Sie wollte Wasser sehen, erleben.

Minna klopfte an die Eierschale. Einfach war das nicht. Schließlich konnte sie sich in ihrer kleinen engen Welt kaum noch bewegen.

Und dann riss die Schale über ihrem Kopf.

Minna bekam einen riesigen Schrecken und zog ihren Kopf so schnell sie konnte in ihren sicheren Panzer.

Weil so für die ganze Schildkröte unter ihrem Panzer kein Platz war, rutschte das Schwänzlein hinten ein Stück heraus.

Minna war aufgeregt. Das Schwänzchen wackelte und plötzlich knackte es auch hinter ihr.

Das Köpfchen schoss wieder vor und dann fiel das Ei auseinander.

Minna reckte sich, hob das rechte Bein, das linke. Sie stand auf drei Beinen. Dann auf vier. Mit ihrem Schwanz hielt sie das Gleichgewicht. Minna drehte ihren Kopf langsam nach hinten, um zu sehen, was da an ihrem Körper wackelte.

Weil sie eine europäische Sumpfschildkröte war, machte Minna sich auf den Weg zur Skottau, dem nächsten Fluss, den sie von ihrer Geburtsstätte aus erreichen konnte.

Sie brauchte nicht zu überlegen, wie sie dahin kommen würde. Sie kannte den Weg.

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