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Westlich von Iráklion

Während östlich von Iráklion ste­reo­type Ho­telbauten das Bild be­herr­schen, ist der Westen in Rich­tung Réthimnon ber­gig und nur punk­tuell besiedelt. Das Massiv der bis über 1000 m anstei­genden Kou­loú­ko­nas-Berge prägt Küs­te und Hinterland.


Am Strand von Ammoudára: im Hintergrund der Stroúmboulas

Die New Road kurvt in weiten Bögen über Berg und Tal in Richtung Réthim­non, Tou­rismus gibt es nur in Agía Pela­gía und weiter westlich in Balí (→ Réthim­non/Um­gebung), der Rest der Küste ist praktisch unbe­baut. Viel be­sucht ist Fó­dele, der angebliche Ge­burts­ort des Malers El Greco. Wenig ange­fahren wird da­ge­gen das Ter­ras­sen­dorf Rodiá mit überwältigendem Pano­ramablick auf Iráklion und die blü­hende Oase des darüber liegenden Klo­s­ters Savathianón. Mit eigenem Fahr­zeug lohnt außer­dem die reizvolle Tour zum höchst markanten, 800 m ho­hen Kegel des Stroúm­boulas, der bestie­gen wer­den kann, sowie die Fahrt auf den 734 m hohen Berg Vas­silikós, die zu beiden Seiten der Old Road liegen.

Strand von Ammoudára

Die kilometerlange Strandzone west­lich von Iráklion ist von ihren natürli­chen Voraussetzungen her wirklich schön. Herr­lich ist auch der Ausblick auf das schroffe Vorgebirge mit dem auf­fal­len­den Stroúmboulas am Ende der Bucht - besonders stim­mungsvoll, wenn dort abends die Sonne untergeht.

Wegen der Stadtnähe hat sich hier jedoch eine dichte touristische Infra­struktur ent­wickelt, die nicht unbe­dingt reizvoll ist. Vor allem an Wochen­enden wird es we­gen der Badegäste aus Iráklion sehr voll. Vermeiden sollte man die Un­ter­künfte ent­lang der stark befahrenen Durch­gangs­straße. Wenn man aber direkt am Strand un­ter­kommt, lässt sich hier recht gut ein Urlaub verbringen, vor allem im west­li­chen Strand­bereich fin­den sich einige „Oasen“. Am äußersten West­ende miss­fällt dem Urlauberblick allerdings das mit Öl betriebene Kraft­werk mit seinen sieben Kaminen.


Anfahrt Eigenes Fahrzeug, ab Irá­klion/Hafen nimmt man die Küsten­straße und fährt im­mer dicht am Meer ent­lang. Auch von der New Road gibt es eine Aus­fahrt.

Bus 6 fährt alle 20 Min. ab Elefthe­rias-Platz, Haltestelle neben dem Hotel Astoria Capsis. Entlang des Strands gibt es mehrere Hal­te­stellen.

Übernachten Neben zahlreichen Pensionen und Apart­menthäusern gibt es auch große Ba­de­ho­tels, die über Reiseveranstalter zu buchen sind.

***** TUI Magic Life Candia Maris, kom­for­tables All-inclusive-Resort inmitten einer gro­ßen Gar­tenanlage, mehrere Pools, Hallen­bad, Sauna, drei Restaurants mit guter Küche. Be­kannt für seine Thalassotherapie (Meer­was­ser­massage) in eleganten, mar­mor­ge­fass­ten Becken. Kom­fortabel eingerichtete Zim­mer, Bungalows und Suiten. Keine Kin­der­betreuung, Gäste ab 16 J. willkommen. Andreas Papan­dreou Str. 72, Tel. 2810-377000, www.candiamaris.gr.

**** Agapi Beach, ebenfalls All-inclusive mit schön begrüntem Gelände und drei Pools. Zim­mer in zwei Haupt­häusern und in ruhi­gen Bun­galows. Kinderanimation, gutes Es­sen, Sport, Fitnesscenter mit Sauna. Neo Sta­dion, Tel. 2810-250502, www.agapibeach.gr.

**** Civitel Creta Beach, gepflegte Bun­ga­low­anlage mit viel Grün und Palmen direkt hinter dem Strand. Die meisten der 150 Zim­mer in Bun­ga­lows, Meerwasserpool mit Snack­bar, Minigolf und Tennis, abend­liche Animation im Am­phi­theater. Tel. 2810-252302, www.cretabeach.com.

*** Oasis, nett geführte Anlage, etwa 100 m vom Strand. Ordent­liche Zimmer mit Balkon, schöner Pool, gu­tes Früh­stück. DZ/F ca. 55-100 €. Andreas Pa­pandreou Str. 50, Tel. 2810-372700, www.oasishotels.gr.

*** Georgia, in der Nähe vom Hotel Oasis, angenehme Anlage mit Pool und schönem Garten, der mit weißen Möbeln und Liebe zum Detail gestaltet ist. Im Inneren noch nicht durch­gängig renoviert, aber die Zim­mer sind neu gestaltet. DZ/F ca. 40-85 €. Tel. 2810-251006, www.hotel-georgia.gr.

*** Yianna Caravel, am Ende der Bucht zum Meer abzweigen. Komplett renoviertes Haus direkt am Strand, schöne Zimmer mit Balkon, das Per­sonal ist nett. Reichhaltiges Früh­stück, man kann auch gut essen. Strand und Liegen sind einladend und gepflegt. DZ/F ca. 70-120 €. Tel. 2810-824724, www.yiannacaravel.gr.

Tropical, neben Yianna Caravel, von Familie Paidakis freundlich geführt, man spricht gut Deutsch. Saubere Zimmer mit seitlichem Meer­blick und z. T. Balkon/Terrasse, die gute Taverne (Mama kocht) ist auch ein Tipp, wenn man nicht hier wohnt. DZ/F ca. 40-70 €. Tel. 2810-822122, www.tropical-kreta.de.

Manos Studios, Anlage mit schönem Pool und sauberen Zimmern, etwas zurück von der Durchgangsstraße, daher recht ruhig. 10 Fuß­minuten zum Strand. DZ ca. 30-60 €, kein Früh­stück. Agiou Rafael 1 & Nimfon 14, Tel. 2810-822738, www.amoudarastudios.com.

Anna Studio, familiär geführte Unterkunft, etwa 70 m vom Strand. Gepflegte Studios und Apts., alle mit kleinem Bal­kon und Küchenzeile mit Kühlschrank. Auf Wunsch Früh­stück (5 €/Pers.). Anna und ihr Mann sprechen gut Deutsch. Studio ca. 40-80 €. Patmou Str. 5, Tel. 2810-821146, www.annastudio.gr.

Essen & Trinken Mitato, die Lage an der Durchgangsstraße ist nicht optimal, aber hübsch begrünt und rustikal-ansprechend ein­gerichtet. Keine Tou­ristenfalle, serviert wird authentische kretische Küche, das findet man in Am­mou­dára nicht oft. Tel. 693-8823618.

Mein Tipp Thigaterra, beim Hotel Candia Maris, erst vor kurzem eröffnet und schon ein „Hit“, beste Slow-Food-Küche mit regionalen Zutaten, wunderbar präsentiert, aufmerksamer Service und nicht überteuert. Tel. 28160-08777.

Rodiá

Bei der Raf­fi­ne­rie am westlichen Strand­ende von Ammoudára beginnt eine 7 km lange Serpentinenstraße in das Berg­dorf hoch oben am Hang, wo man einen großartigen Blick auf die Bucht von Iráklion hat - fern vom Trubel und ideal, um ein, zwei ru­hige Stun­den zu verbringen und das Pano­rama zu genie­ßen.

Fahrzeug am Ortseingang stehen lassen und die Hauptstraße entlang­schlen­dern. Nach wenigen Metern sieht man rechts un­terhalb der Straße die Rui­nen einer venezianischen Villa mit hauseigener Ka­pelle.

Verbindungen Bus Mo-Fr 3 x tägl. ab Bus­bahnhof in Iráklion. In der Saison fuhr außer­dem bisher ein Touristenzüglein von Ammou­dára aus hinauf.

Essen & Trinken An der Auffahrt vor Ro­diá liegen die Terras­sen­lo­ka­le Alo­naki (Tel. 2810-841422), To Rodi (Tel. 694-4440832) und Thea Papadakis (Tel. 2810-841435), alle mit exzel­len­ter Aus­sicht auf Iráklion.

Moní Isódion Theo­tókou (Eintritt der Gottesgebärerin): Bei der Auffahrt nach Rodiá kommt man an diesem Nonnen­kloster vorbei. Der Name bezieht sich auf die nur in Legenden er­zähl­te Weihe Mariens für den Tempeldienst. Die kleine Kirche ist mit modernen Fres­ken aus­gemalt, vom Terrassenhof kann man die Bucht von Iráklion sehen. Die Non­nen führen einen Devotionalien­laden und feiern am 21. No­vember ihr Kloster­fest.

♦ 8-12, 16-19, Fr nur 16-19, So 7-12, 16-19.30 Uhr.

Kloster Savathianón (Moní Sava­thia­nón): Wer nach Rodiá vor­gedrun­gen ist, sollte die 5 km zum Kloster auch noch bewältigen. Am Ortsbeginn führt linker Hand eine kurvige Straße hinauf in die Berge. Der weiß gekalkte Kom­p­lex liegt versteckt in einer Fels­spalte zwi­schen hoch ge­wachsenen Zypres­sen. Was als ers­tes auffällt, ist der Was­ser­reich­tum. Überall plätschert es und an den Weg­rän­dern gedeihen üp­pige Blu­menrabat­ten und prächtige Pflan­zen. Nach dem Zweiten Welt­krieg haben Nonnen vom Pe­lo­ponnes die ver­fallene Anlage in ein blü­hen­des Schmuck­stück ver­wan­delt. Heute leben und ar­beiten hier etwa zwei Dut­zend Schwestern.

Ge­zeigt wird Besuchern zunächst die der Muttergottes geweihte Doppel­kirche Theo­tókos, dort sind u. a. ver­schie­dene historische Ikonen und der Schädel des 1866 im Kampf gegen die Osma­nen gefallenen Kloster­vorstehers Eumenios Vou­re­xa­kis zu se­hen. An­schlie­ßend kann man hinter den Gebäu­den einen Kreuzweg mit den Statio­nen des Leidenswegs Christi verfolgen, der in die Obst­terrassen des Klos­ters und über eine alte Steinbrücke aus dem 16. Jh. zur Höhlenkapelle des heiligen Antonios führt. Neben der Höhle steht ein Baum, der der Le­gende nach auch in der kalten Jah­res­zeit einen „immergrünen“ Zweig trägt. Zum Ab­schluss der Besichti­gung folgt die Bewirtung mit einem Löffel selbst ge­machter Quit­ten­mar­me­lade, dazu gibt es ei­nen Schluck Rakí oder Wasser.

♦ Tägl. 8-13, 17-19 Uhr. Das Tor lässt sich mit einem elektrischen Drü­cker öffnen. Für „be­hoste“ Frauen gibt es Wi­ckelröcke. Für den Weiter­bestand des Klosters sind Spenden not­wen­dig. Es werden auch Sticke­rei­en ange­boten. Tel. 2810-841296.

Von Iráklion nach Agía Pelagía

Hinter der weiten Küstenebene west­lich von Iráklion schraubt sich die New Road ein Felsenkap hinauf, rechts fal­len die Hänge steil zum Meer hin­un­ter ab. Immer wie­der hat man schöne Bli­cke zurück auf die Bucht von Irák­lion mit groß­ar­ti­gem Berg­panorama dahin­ter.

Paleókastro: Kurz nachdem die Berg­strecke beginnt, sieht man auf einem Hü­gel un­mittelbar am Straßenrand die Ruinen einer venezia­nischen Festung. Hier ver­han­delte der Statthalter Moro­sini 1669 mit den Türken über die eh­ren­volle Über­ga­be der Festung Iráklion (damals Cándia). An der rechten Fels­flanke führt ein Tram­pel­pfad zu einem ge­wölbten Durch­gang in der Mauer. Im Inneren sind Trep­pen, über­wach­sene Ruinen und Grund­mau­ern erhalten, auch eine improvi­sier­te Kapelle gibt es. Zum Meer hin ist eine lange Mauer erhal­ten. Die Lage von Paleó­kas­tro war vor allem strategisch bedingt: Man über­blickt die ganze wei­te Bucht von Iráklion.

Westlich neben dem Festungshügel liegt direkt unter einer Autobrücke ein von Felsen malerisch eingerahmter Kiesstrand mit Taverne, hoch oben am Hang sieht man das Dorf Rodiá (s. o.). Weitere Ta­vernen liegen direkt an der New Road, an Sommerabenden be­liebte Ausflugs­ziele für die Be­woh­ner von Irá­klion.

Agía Pelagía

Von der New Road aus sieht man Agía Pelagía tief unten in kahler Felsland­schaft. Zahlreiche Buchten und Halb­inseln bil­den die stark zerklüftete Küs­te, Häuser liegen weit verstreut über die niedrigen Hü­gel - alles reich­lich zer­siedelt, trotzdem ein schöner Anblick.

Was von weitem wie ein ruhiges, welt­fernes Fischerdorf wirkt, entpuppt sich beim Näherkommen als Tou­risten­ort erster Güte. Inmitten der felsigen Küs­ten­li­nie hat man hier ein winziges Nest zu einer kleinen Ferien­stadt hoch gezüch­tet. Meh­rere Groß­hotels domi­nie­ren die Land­zungen der Umgebung und die Hänge werden all­mäh­lich zu­ge­baut.

Im Orts­kern selber geht es eng zu, dicht gedrängt stehen Apart­menthäu­ser, Super­märk­te und Autoverleiher. Am schmalen Ortsstrand buhlt eine Taverne neben der an­deren um die Gunst der Urlau­ber, nördlich davon liegen die Strände Kladíssos und Mo­nonáftis, wei­tere Ba­de­buch­ten finden sich im Um­kreis, dar­unter die kleine Bucht Psa­romoúra und der schö­ne Strand von Ligariá. Dank der abwechs­lungs­rei­chen Fel­sen­küste hat sich Agía Pelagía zu einem der wichtigs­ten Tauch­zentren Kretas entwickelt.

Anfahrt Eigenes Fahrzeug, Agía Pela­gía liegt etwa 27 km von Iráklion ent­fernt. Mehrere Zu­fahrts­straßen führen von der New Road steil hin­unter (ca. 3 km). Die erste, von Irák­lion kom­mend, en­det auf einem Parkplatz am südlichen Strand­beginn.

Bus, etwa 5 x tägl. von und nach Irák­lion, Hal­testellen u. a. an den Ho­tels „Capsis Beach“ und „Penin­sula“ sowie in Ligariá.

Taxi, an der Hauptgasse im Ort, u. a. Tel. 2810-811026 (www.agiapelagia.com/taxi-transfers.html). Nach Iráklion ca. 35 € (hin/zurück ca. 66 €), Hotelgästen wird empfohlen, Fahr­ge­mein­schaften zu bil­den.

Übernachten Zahlreiche Hotels und Rooms mit teils schönem Panoramablick lie­gen an den Zu­fahrtsstraßen sowie etwas erhöht über Ortskern und Strand. Die beiden 5-Sterne-Anlagen „Out of the Blue - Capsis Elite Resort“ und „Peninsula“ besetzen weiträumig zwei Halbinseln.

**** Happy Cretan Suites, gepflegte An­lage etwas abseits am Hang, moderne Suiten, schöner Meerblick und großzügiger Pool, zum nächsten Strand ca. 1,5 km. Suite/F ca. 80-130 €, Deluxe-Suiten mit eigenem Whirl­pool sind teurer. Tel. 2810-811289, www.happycretan.gr.

Creta Sun, Irina und Dionysis bieten in ihrem Haus zwölf helle und freund­liche Stu­dios mit Balkon sowie einen schönen Pool. Anfahrt: von Iráklion kom­mend die zweite Ausfahrt nach Agía Pela­gía nehmen und das Capsis Beach Hotel links liegen lassen, nach ca. 350 m fährt man geradeaus auf das Haus zu. Zum Strand sind es etwa 400 m. Studio (2-3 Pers.) ca. 30-70 €, Früh­stück optional (ca. 7 €/Pers.). Tel. 2810-811626, www.cretasunhotel.gr.

Ambelos, üppig begrünte Anlage kurz vor der Bucht Mononáftis. 29 Studios und Apts., alle mit Balkon/Terrasse, Meer- oder Berg­blick. Gro­ßer Pool, nette Bar, privater Park­platz. Studio ca. 30-60 €, Früh­stück ca. 5 €/Pers. Tel. 2810-811331, www.ambelos-crete.com.

Mein Tipp Mourtzanakis Residence, ober­halb von Achláda, etwa 7 km land­ein­wärts von Agía Pelagía, mehrere zwei­stö­cki­ge Bungalows, modern und gut aus­ge­stat­tet, zwei Pools, wunderbare Ru­he, herr­licher Blick über die Berg­land­schaft zum Meer, gu­tes Essen und Oli­ven­öl aus eige­nem Anbau. Marcos und Sma­ro sind sehr gast­freundlich. Bungalow für 2 Pers. ca. 80-130 €. Tel. 2810-824700, www.ecotourismgreece.com.

Essen & Trinken Am schmalen Orts­strand liegen alle Lokale dicht beieinander, z. B. die Tavernen El Greco und Acropolis, außerdem Socrates, Zor­bas und Kri-Kri, etwas authen­tischer wirkt das Cochili am südlichen Strandende.

Mein Tipp Vasilis, in der Bucht Mononáftis direkt am Strand, schon in dritter Generation in Familienbesitz, gastfreundlich und gutes Essen zu fairen Preisen, üppige Gratisdesserts. Tel. 2810-811376.

Sport Die zerklüftete Küstenlinie um Agía Pelagía bietet hervorragende Mög­lich­keiten für Tauchgänge. Kurse (Anfänger und Fort­ge­schrit­tene) bieten Divers Club Cre­te in der Mitte vom Hauptstrand (Tel. 2810-811755, www.diversclub-crete.gr), Stay­wet am Strand Mo­no­naftis (Tel. 6944-690152, www.staywet.gr) und Eurodiving in Ligariá (Tel. 2810-811252, www.eurodiving.gr).


Etliche Tauchschulen bieten in Agía Pelagía ihre Kurse an

Ligariá: östlich von Agía Pelagía, hüb­scher, grobkörniger Sand­strand in weich ge­schwun­gener Rundbucht, ein­ge­fasst von Felszungen. Mit Unter­künf­ten und Ta­ver­nen zwar stark erschlos­sen, in der Nebensaison aber ru­hig und friedvoll. Verleih von Son­nen­schir­men und Tret­boo­ten, Tauch­schule „Eurodiving“ am Strand­beginn. Rechts ums Kap he­rum flache Schie­ferplatten, schön zum Sonnen.

Anfahrt/Verbindungen Eine steile As­phalt­piste führt etwas östlich von Agía Pe­la­gía von der New Road hinunter. Zu Fuß an der Küste entlang auch von Agía Pelagía zu erreichen, kleiner Spaziergang.

Übernachten Spiros-Soula, größerer Fami­lien­betrieb ober­halb der Bucht, gepflegte Anlage mit Pool, herrlicher Blick, 40 Studios und Apts., Res­taurant mit guter Küche, Früh­stücks­buffet. Studio für 2 Pers. ca. 40-70 €. Tel. 2810-811576, www.spiros-soula.gr.

Mein Tipp Erivolos, aus­nehmend freundlich ge­führte Studio- und Apartmentanlage mit Pool und Pool­bar, traum­hafte Lage ober­halb der Bucht, alle Wohnun­gen mit Blick, auf Wunsch exzel­len­tes Abend­essen, sogar auf der ei­ge­nen Ter­ras­se, wenn man möchte. Studio für 2 Pers. ca. 50-90 €. Tel. 2810-251216, www.erivolos.gr.

Essen­& Trinken Sirocco, beliebte Ta­ver­ne am Strand, Qualität wird gelobt, gu­ter Fisch, aber auch Fleischgerichte. Tel. 2810-811204.

Madé: Bei der Zufahrt nach Ligariá kommt man an der Ab­zweigung nach Madé vor­bei, einer rundum zugebauten Bucht mit kleinem Strand, deren moderne Fe­rien­häuser sich die Hänge hinaufstaffeln. Unter­halb vom weit­räu­migen 5-Sterne-Hotel „Athina Pa­lace“ ist eine attraktive Beach Bar auf die Felsen gesetzt.

Von Agía Pelagía nach Balí

Órmos Fódele: Wenn man die New Road weiter in Richtung Réthimnon fährt, kommt man bei ei­ner Tank­stelle an einen lang geschwun­genen, teil­weise ver­schmutz­ten Sand­strand. Eine 5-Sterne-All-inclusive-Hotelstadt na­mens „Fodele Beach“ (www.fodelebeach.gr) domi­niert die Bucht, ein bun­ter und überraschender Fremd­körper in der kargen Land­schaft. Am östlichen Strandende gibt es dagegen ei­ni­ge Taver­nen mit Lie­gen und Sonnen­schirmen, wo man preis­wert verweilen kann. Land­einwärts zweigt die Straße ins 3 km entfernte Fódele ab.

Síses: Das schlichte Dorf liegt zwischen Órmos Fódele und dem Ba­deort Balí ober­halb der New Road. Die Einhei­mi­schen können vom Tourismus kaum pro­fi­tie­ren, so bie­ten sie an impro­vi­sier­ten Straßenstränden für wenig Geld Oran­gen von den Plan­ta­gen der Um­ge­bung an - in letzter Zeit gab es al­ler­dings Pro­bleme mit den Stra­ßen­behörden.

Von Síses führt eine Asphalt­stra­ße durch die Kouloúkonas-Berge über Aloídes zur land­einwärts ver­lau­fen­den Old Road. Diese schlängelt sich über Damásta und Márathos wieder zurück in Richtung Iráklion. Bei der Ab­fahrt am Stroúmboulas überwältigender Blick auf die Bucht von Irá­klion.

Die beiden nächsten Orte am Weg nach Réthimnon sind Balí und Pánormo → Link.

Von Astáli zu Síses

Eigentlich hieß Síses früher Astáli. Den heutigen Ortsnamen führt die Le­gen­de auf eine Begebenheit während der Belagerung der Fes­tung Cándia (Irá­klion) durch die Türken im 17. Jh. zurück. Die Osmanen entdeckten da­mals, dass die Einwohner von Astáli die Verteidiger mit Proviant ver­sorgten. Sie richteten daraufhin in Astáli ein Blutbad an, das so schreck­lich gewesen sein soll, dass dabei die Erde bebte (Erdbeben = sismós). Damit war der neue Orts­name „Síses“ entstanden. Nur zwei Knaben sollen dem Mor­den entgan­gen sein. Sie wurden „Rasouli“ und „Mavros“ genannt und bauten als Er­wach­sene den Ort wieder auf - noch heute hei­ßen die Einwoh­ner von Síses mit Nachnamen entweder Rasoulis oder Mavrakis.

Fódele

Das Dorf erstreckt sich am kräftigen Flüss­chen Pantomandris inmitten üppi­ger Oran­genhaine. Es gilt als Ge­burt­s­ort El Grecos, des berühmtes­ten Ma­lers Kretas, obwohl die Faktenlage dazu äußerst dürftig ist.

In der Saison erreichen täglich meh­rere Touristenbusse den Ort. Für sie hängen überall Web­wa­ren, Spit­zen, Decken und Tücher aus. Aber auch für kre­tische und griechische Familien ist Fódele ein beliebtes Aus­flugs­ziel, denn beim großen Platz am Dorfende ist auf der anderen Seite des Flus­ses ein Park mit Brunnen, Pick­nicktischen und Kinder­spielgeräten ein­ge­rich­tet.


Die bildhübsche Panagía-Kirche von Fódele

Die Hauptstraße entlang fährt man an einer lange Reihe von Souve­nir­läden vorbei bis zum großen Platz am Dorfende, wo man unter dicken, schat­tigen Plata­nen ge­müt­lich am Fluss sitzen kann. Vor der Taverne „El Greco“ steht un­ter ei­ner Pla­ta­ne mit gut 4 m Durchmesser auf Spanisch und Grie­chisch in Kupfer ge­ritzt: „Die ge­schichts­wissenschaftliche Fakultät der Universität Vallado­lids - See­le im Herzen von Kastilien - spendet Fódele diesen Stein, gebro­chen in To­ledo im Ge­den­ken an den un­sterblichen Ruhm des Doménicos Theotokópoulos. Juli 1934.“ Der gestiftete „Stein“ allerdings, ein Granitblock, der damals von einer Ab­ord­nung der Universi­tät Valladolid überbracht worden war, ist seit langem spur­los verschwunden. An der be­nach­barten Platia hat eine Bü­ste El Gre­cos ihren Eh­renplatz vor dem Rat­haus gefun­den.

Das vermeintliche Geburtshaus des großen Malers liegt etwa 1 km außer­halb und ist im Rahmen eines Spa­zier­gangs zu er­rei­chen (auch Fahren ist möglich). Man über­quert im Orts­zentrum von der Haupt­stra­ße aus den Fluss, hält sich danach rechts und kommt durch Oran­gen­hai­ne bis zu der klei­nen by­zantinischen Kreuz­kuppel­kirche Panagía, einem Schmuck­stück aus fla­chen Schie­fer­bruch­platten.

Erhalten sind Fres­ken­reste aus dem frühen 14. Jh., Marmorsäulen von einem Vor­gän­ger­bau aus dem 8. Jh. und ein im Boden hinter der Kirche ver­stecktes Tauf­be­cken. Dann geht es noch ein kur­zes Stück zum Ge­burts­haus El Gre­cos, das mit Kopien (Leucht­dias) seiner Wer­ke zu einer Art Mu­seum gestal­tet wurde, auch sein Arbeitsraum ist dort nachempfunden.

Anfahrt/Verbindungen Keine Busse nach Fódele, nur bis zum Órmos Fódele, dann sind es aber noch 3 km.

Öffnungszeiten Kirche und Geburts­haus, April bis Okt. tägl. 9-19 Uhr, sonst 10-17.30 Uhr, Eintritt ca. 2,50 €, gele­gentlich Füh­run­gen. Tel. 2810-521500, www.psfodele.gr.

Essen & Trinken To Giasemi, Ter­ras­sen­ta­verne gegenüber der Fluss­brü­cke, lecker und alles frisch, Fleisch vom Holz­koh­len­grill. Tel. 2810-521207.

El Greco Café, Open-Air-Café beim Ge­burts­haus/Museum von El Greco, Tipp ist der frisch gepresste Orangensaft aus den Früchten der Umgebung. Tel. 694-4084616.

Doménicos Theotokópou­los: kretischer Maler mit Welt­ruhm

In der Kunstgeschichte besser be­kannt unter seinem Pseudonym El Greco (so nannte er sich sel­ber), wurde Doménicos Theotokó­poulos 1541 vielleicht in Fódele geboren. Spanische Forscher ha­ben das angeblich herausgefunden (des­halb kam die Abord­nung aus Valladolid nach Fódele) - El Greco sel­bst hat vor der spa­ni­schen Inquisition angegeben, dass er in Iráklion gebo­ren sei, wo­bei unklar ist, ob er die Stadt oder die Provinz meinte. Schon früh wur­de er jedenfalls in Iráklion tätig, um dort an der Berg-Sinai-Schule eine Aus­bildung als Ikonenmaler zu beginnen. Der große Michaíl Da­mas­kinós soll sein Leh­rer gewesen sein (→ Irák­lion/Ikonen­museum).

Mit 25 Jahren verließ er Kreta für immer und ging nach Ve­nedig - an­schei­nend mit besten Zeug­nissen aus­gestattet, denn der be­rühm­te Ti­zian nahm ihn in seine Werk­statt auf. Hier wech­selte er von Holz als Mal­grund auf Lein­wand, verzichtete auf Gold­hin­ter­grund und in­te­grier­te ar­chi­tektoni­sche Räume in seine Wer­ke. 1577 siedelte er ins spa­ni­sche Toledo um, wo er bis zu sei­nem To­de 1614 blieb und sich gro­ße An­erkennung als Por­trät­ma­ler und Dar­steller christ­licher The­men ver­schaffte. Da sei­nen kom­pli­zier­ten Na­men nie­mand aus­spre­chen konnte, be­kam er hier den Ruf­namen „Der Grie­che“ (El Greco), nannte sich schließ­lich so­gar sel­bst so. Ob­wohl das spa­ni­sche Kö­nigs­haus ihn ab­lehn­te, er­hielt er zahl­rei­che Auf­trä­ge für Ge­mälde von Kir­chen, Klös­tern und be­gü­ter­ten Pri­vatleuten aus ganz Spa­nien.

Heu­te wird El Gre­co als der be­deu­tendste Ver­tre­ter des spa­ni­schen Ba­rock an­ge­se­hen. Seine Bil­der leben vom Visionären, er brach­te eine Di­men­sion des See­li­schen in sei­ne Bilder, was im tief­gläu­bigen Spa­nien auf frucht­ba­ren Boden fiel. Er hob einzelne Figuren stark hervor und machte sie so zu bildhaften Ansprechpartnern für die Gläubigen, ver­wen­dete außer­dem manieristische, ex­pres­sio­nisti­sche, abstrakte und surreale Ele­mente, wo­mit er seiner Zeit weit voraus war. Oft ging er so­gar so weit, dass er die Rea­lität ver­fälschte - Augenärzte haben die Ver­mu­tung geäußert, dass seine Vorliebe für lang ge­streck­te Gestalten und ex­zent­ri­sche Gesten von einer Augen­krank­heit, dem As­tig­matismus, her­rühr­te. Sein be­rühm­te­stes Bild ist das 5 m hohe Be­gräb­nis des Grafen von Or­gaz in Toledo. In Kreta gibt es nur zwei kleine Gemälde von ihm, zu betrachten im Historischen Museum von Iráklion.

Auf der Old Road nach Westen

Die Old Road nach Réthimnon schraubt sich am Westende des Strands von Irák­lion in die Berge und umkurvt den steil aufragenden Kegel des Stroúm­bou­las, die Spitze eines sich nach Wes­ten ausdehnenden Berg­rückens, auf dem eine kleine weiße Kirche steht.


Historische Herberge vor Iráklion

Von Iráklion fährt man zunächst am Strand von Ammoudára entlang bis zur Raf­fi­ne­rie und nimmt dort die Straße landeinwärts unter der New Road hin­durch bis zur Einmündung auf die Old Road. Kurz hinter Gázi passiert man ein 1670 von den Ve­ne­zianern erbautes Haus am Berghang, das die Türken spä­ter mit zwei markanten Kuppeln (= koum­pédes) ausstatteten. Es diente da­mals als Her­berge für alle Reisen­den, die vor Sonnenuntergang die Stadt­tore von Irá­klion nicht erreicht hatten, da diese über Nacht geschlossen wurden.

Gázi

Der lebhafte Vorort von Iráklion liegt nahe der New Road. Im ersten Stock des Rat­hauses am zentralen Platz an der Durchgangsstraße ist die archäo­logi­sche Samm­lung Malevizi zu be­sich­tigen, die der Ingenieur und Grün­der der Maris-Hotel­kette Ni­cholas Metaxas (gest. 2009) seit 1959 zusam­men­getra­gen und 1997 dem griechi­schen Staat vermacht hat. Sie umfasst etwa 500 Funde aus der ganzen Region Male­vizi - Gefäße verschie­de­ner Perio­den, Figuren, Goldschmuck, Bronze­werk­zeuge und Waffen. Gegen­über liegt eine moderne Bäckerei mit vie­len pikanten Leckerbissen.

Öffnungszeiten Archäologische Samm­lung Malevizi, April bis Okt. Mi-Mo 8.30-15 Uhr, Di geschl., Eintritt frei. Tel. 2813-400669.

Arolíthos

Dieses liebevoll restaurierte Mu­seums­dorf mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten wird von Familie Saloustros geführt und liegt kurz vor dem Ab­zweig nach Anógia (→ Link) rechter Hand der Stra­ße. Die Häuser sind mit Ori­ginal­mö­beln und -inven­tar ausgestattet, in ei­ni­gen sind alte Werkstätten ein­gerich­tet, u. a. gibt es ei­nen Ikonen­maler, eine Schmie­de­werkstatt, ein typisches Ka­fe­nion und eine Taverne. Abends kom­men Aus­flugs­busse, die hier ihre Tou­risten für „Cretan Nights“ abliefern.

Ein Museum prä­sen­tiert kretische Volks­kunst sowie Stü­cke hand­werk­licher und land­wirt­schaft­li­cher Tra­di­tion: Handgewebtes und Web­stuhl, Waf­fen, Schmuck, Kupfer, Glas und kirch­liche Stücke, im Unterge­schoss Uten­si­lien der ver­schie­dens­ten Be­rufe (Schuh­macher, Tischler, Töpfer, Schmied etc.), außer­dem ein his­to­ris­ches Wohn- und Schlafzimmer mit Kamin.

Öffnungszeiten Museum, Mo-Fr 9-20, Sa/So 10-18 Uhr, Eintritt ca. 3 €.

Übernachten ** Arolithos Village, man kann in traditionell ein­ge­rich­te­ten Zimmern über­nachten, täglicher Room­ser­vice, teil­wei­se weiter Blick ins Hin­ter­land, schöne Pool­anlage. Auch über Reise­veran­stal­ter zu bu­chen, z. B. Attika. DZ/F ca. 50-70 €. Tel. 2810-821050, www.arolithos.com.

Voulismeno Aloni

Wenn man in Richtung Márathos wei­ter­fährt, passiert man nach ca. 3 km rechter Hand der Straße die „Ver­sun­kene Dreschtenne“ (beschil­dert). Hier ist eine Höh­len­decke mit einem Durch­messer von etwa 100 m ein­ge­bro­chen und bildet so ein bi­zarres Land­schafts­monument.

Stroúmboulas (800 m)

Rund 800 m nach Voulismeno Aloni erreicht man lin­ker Hand die Zufahrt zur Besteigung dieses markanten Bergs. Der Aufstieg dauert ab Straße ca. 2-2:30 Std., zurück deutlich weniger. Oben steht das Kirch­lein Pro­fítis Ilías mit eigener Zisterne. Der Aus­blick über Meer, Stadt, Land, vor­ge­la­ger­te In­seln und Gebirge ist großartig, bei klarer Sicht sieht man auch die Lan­de­bahn des Flug­hafens.

Vassilikós (734 m)

Wiederum wenige Kilometer weiter westlich führt rechter Hand eine gut ausgebaute As­phalt­stra­ße zu einer Radarstation der Nato am Gip­fel des Vas­silikós, der nur un­we­sent­lich nied­riger als der Stroúmboulas ist. Die kur­vige Stra­ße (Beschilderung: Namfi Area, Pros Stathmo Radar Nr. 2) lässt sich problem­los befahren und man ge­nießt herrliche Ausblicke. Das letzte Stück und der Gipfel sel­ber sind aller­dings gesperrt.

Márathos

Unspektakuläres Örtchen, in dem guter Thymianho­nig zu erwerben ist. In eini­gen Kafenia kann man ein­kehren, so auch vor dem Orts­eingang bei der Tropf­steinhöhle Dóxa, deren Besich­ti­gung nur mit Führung und mit Hilfe von Lampen mög­lich ist (Auskunft im Honigladen an der Straße). Wie in vie­len kretischen Höhlen wurden aller­dings auch hier die Tropf­steine durch Tou­risten schwer beschädigt.

Von Márathos nach Fódele

Etwas westlich von Márathos gibt es schließlich ei­nen aben­teuerlichen Ab­zweig auf schlechter Piste hinunter ins 7 km ent­fernte Fódele (be­schildert) - mit normalem Pkw mög­lich, aber bes­ser mit Jeep. Über Stock und Stein win­det sich der Weg zwi­schen kräftigen Bäu­men, Weinreben und Oran­gen­hai­nen ins grüne Flusstal hin­unter. Noch vor der Hälfte der Strecke kommt man am verlassenen Kloster Ágios Pande­leí­mo­nas vor­bei, kurz danach stößt man auf Asphalt.

Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag

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