Читать книгу Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag - Eberhard Fohrer - Страница 13
ОглавлениеWestlich von Iráklion
Während östlich von Iráklion stereotype Hotelbauten das Bild beherrschen, ist der Westen in Richtung Réthimnon bergig und nur punktuell besiedelt. Das Massiv der bis über 1000 m ansteigenden Kouloúkonas-Berge prägt Küste und Hinterland.
Am Strand von Ammoudára: im Hintergrund der Stroúmboulas
Die New Road kurvt in weiten Bögen über Berg und Tal in Richtung Réthimnon, Tourismus gibt es nur in Agía Pelagía und weiter westlich in Balí (→ Réthimnon/Umgebung), der Rest der Küste ist praktisch unbebaut. Viel besucht ist Fódele, der angebliche Geburtsort des Malers El Greco. Wenig angefahren wird dagegen das Terrassendorf Rodiá mit überwältigendem Panoramablick auf Iráklion und die blühende Oase des darüber liegenden Klosters Savathianón. Mit eigenem Fahrzeug lohnt außerdem die reizvolle Tour zum höchst markanten, 800 m hohen Kegel des Stroúmboulas, der bestiegen werden kann, sowie die Fahrt auf den 734 m hohen Berg Vassilikós, die zu beiden Seiten der Old Road liegen.
Strand von Ammoudára
Die kilometerlange Strandzone westlich von Iráklion ist von ihren natürlichen Voraussetzungen her wirklich schön. Herrlich ist auch der Ausblick auf das schroffe Vorgebirge mit dem auffallenden Stroúmboulas am Ende der Bucht - besonders stimmungsvoll, wenn dort abends die Sonne untergeht.
Wegen der Stadtnähe hat sich hier jedoch eine dichte touristische Infrastruktur entwickelt, die nicht unbedingt reizvoll ist. Vor allem an Wochenenden wird es wegen der Badegäste aus Iráklion sehr voll. Vermeiden sollte man die Unterkünfte entlang der stark befahrenen Durchgangsstraße. Wenn man aber direkt am Strand unterkommt, lässt sich hier recht gut ein Urlaub verbringen, vor allem im westlichen Strandbereich finden sich einige „Oasen“. Am äußersten Westende missfällt dem Urlauberblick allerdings das mit Öl betriebene Kraftwerk mit seinen sieben Kaminen.
Anfahrt Eigenes Fahrzeug, ab Iráklion/Hafen nimmt man die Küstenstraße und fährt immer dicht am Meer entlang. Auch von der New Road gibt es eine Ausfahrt.
Bus 6 fährt alle 20 Min. ab Eleftherias-Platz, Haltestelle neben dem Hotel Astoria Capsis. Entlang des Strands gibt es mehrere Haltestellen.
Übernachten Neben zahlreichen Pensionen und Apartmenthäusern gibt es auch große Badehotels, die über Reiseveranstalter zu buchen sind.
***** TUI Magic Life Candia Maris, komfortables All-inclusive-Resort inmitten einer großen Gartenanlage, mehrere Pools, Hallenbad, Sauna, drei Restaurants mit guter Küche. Bekannt für seine Thalassotherapie (Meerwassermassage) in eleganten, marmorgefassten Becken. Komfortabel eingerichtete Zimmer, Bungalows und Suiten. Keine Kinderbetreuung, Gäste ab 16 J. willkommen. Andreas Papandreou Str. 72, Tel. 2810-377000, www.candiamaris.gr.
**** Agapi Beach, ebenfalls All-inclusive mit schön begrüntem Gelände und drei Pools. Zimmer in zwei Haupthäusern und in ruhigen Bungalows. Kinderanimation, gutes Essen, Sport, Fitnesscenter mit Sauna. Neo Stadion, Tel. 2810-250502, www.agapibeach.gr.
**** Civitel Creta Beach, gepflegte Bungalowanlage mit viel Grün und Palmen direkt hinter dem Strand. Die meisten der 150 Zimmer in Bungalows, Meerwasserpool mit Snackbar, Minigolf und Tennis, abendliche Animation im Amphitheater. Tel. 2810-252302, www.cretabeach.com.
*** Oasis, nett geführte Anlage, etwa 100 m vom Strand. Ordentliche Zimmer mit Balkon, schöner Pool, gutes Frühstück. DZ/F ca. 55-100 €. Andreas Papandreou Str. 50, Tel. 2810-372700, www.oasishotels.gr.
*** Georgia, in der Nähe vom Hotel Oasis, angenehme Anlage mit Pool und schönem Garten, der mit weißen Möbeln und Liebe zum Detail gestaltet ist. Im Inneren noch nicht durchgängig renoviert, aber die Zimmer sind neu gestaltet. DZ/F ca. 40-85 €. Tel. 2810-251006, www.hotel-georgia.gr.
*** Yianna Caravel, am Ende der Bucht zum Meer abzweigen. Komplett renoviertes Haus direkt am Strand, schöne Zimmer mit Balkon, das Personal ist nett. Reichhaltiges Frühstück, man kann auch gut essen. Strand und Liegen sind einladend und gepflegt. DZ/F ca. 70-120 €. Tel. 2810-824724, www.yiannacaravel.gr.
Tropical, neben Yianna Caravel, von Familie Paidakis freundlich geführt, man spricht gut Deutsch. Saubere Zimmer mit seitlichem Meerblick und z. T. Balkon/Terrasse, die gute Taverne (Mama kocht) ist auch ein Tipp, wenn man nicht hier wohnt. DZ/F ca. 40-70 €. Tel. 2810-822122, www.tropical-kreta.de.
Manos Studios, Anlage mit schönem Pool und sauberen Zimmern, etwas zurück von der Durchgangsstraße, daher recht ruhig. 10 Fußminuten zum Strand. DZ ca. 30-60 €, kein Frühstück. Agiou Rafael 1 & Nimfon 14, Tel. 2810-822738, www.amoudarastudios.com.
Anna Studio, familiär geführte Unterkunft, etwa 70 m vom Strand. Gepflegte Studios und Apts., alle mit kleinem Balkon und Küchenzeile mit Kühlschrank. Auf Wunsch Frühstück (5 €/Pers.). Anna und ihr Mann sprechen gut Deutsch. Studio ca. 40-80 €. Patmou Str. 5, Tel. 2810-821146, www.annastudio.gr.
Essen & Trinken Mitato, die Lage an der Durchgangsstraße ist nicht optimal, aber hübsch begrünt und rustikal-ansprechend eingerichtet. Keine Touristenfalle, serviert wird authentische kretische Küche, das findet man in Ammoudára nicht oft. Tel. 693-8823618.
Mein Tipp Thigaterra, beim Hotel Candia Maris, erst vor kurzem eröffnet und schon ein „Hit“, beste Slow-Food-Küche mit regionalen Zutaten, wunderbar präsentiert, aufmerksamer Service und nicht überteuert. Tel. 28160-08777.
Rodiá
Bei der Raffinerie am westlichen Strandende von Ammoudára beginnt eine 7 km lange Serpentinenstraße in das Bergdorf hoch oben am Hang, wo man einen großartigen Blick auf die Bucht von Iráklion hat - fern vom Trubel und ideal, um ein, zwei ruhige Stunden zu verbringen und das Panorama zu genießen.
Fahrzeug am Ortseingang stehen lassen und die Hauptstraße entlangschlendern. Nach wenigen Metern sieht man rechts unterhalb der Straße die Ruinen einer venezianischen Villa mit hauseigener Kapelle.
Verbindungen Bus Mo-Fr 3 x tägl. ab Busbahnhof in Iráklion. In der Saison fuhr außerdem bisher ein Touristenzüglein von Ammoudára aus hinauf.
Essen & Trinken An der Auffahrt vor Rodiá liegen die Terrassenlokale Alonaki (Tel. 2810-841422), To Rodi (Tel. 694-4440832) und Thea Papadakis (Tel. 2810-841435), alle mit exzellenter Aussicht auf Iráklion.
Moní Isódion Theotókou (Eintritt der Gottesgebärerin): Bei der Auffahrt nach Rodiá kommt man an diesem Nonnenkloster vorbei. Der Name bezieht sich auf die nur in Legenden erzählte Weihe Mariens für den Tempeldienst. Die kleine Kirche ist mit modernen Fresken ausgemalt, vom Terrassenhof kann man die Bucht von Iráklion sehen. Die Nonnen führen einen Devotionalienladen und feiern am 21. November ihr Klosterfest.
♦ 8-12, 16-19, Fr nur 16-19, So 7-12, 16-19.30 Uhr.
Kloster Savathianón (Moní Savathianón): Wer nach Rodiá vorgedrungen ist, sollte die 5 km zum Kloster auch noch bewältigen. Am Ortsbeginn führt linker Hand eine kurvige Straße hinauf in die Berge. Der weiß gekalkte Komplex liegt versteckt in einer Felsspalte zwischen hoch gewachsenen Zypressen. Was als erstes auffällt, ist der Wasserreichtum. Überall plätschert es und an den Wegrändern gedeihen üppige Blumenrabatten und prächtige Pflanzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Nonnen vom Peloponnes die verfallene Anlage in ein blühendes Schmuckstück verwandelt. Heute leben und arbeiten hier etwa zwei Dutzend Schwestern.
Gezeigt wird Besuchern zunächst die der Muttergottes geweihte Doppelkirche Theotókos, dort sind u. a. verschiedene historische Ikonen und der Schädel des 1866 im Kampf gegen die Osmanen gefallenen Klostervorstehers Eumenios Vourexakis zu sehen. Anschließend kann man hinter den Gebäuden einen Kreuzweg mit den Stationen des Leidenswegs Christi verfolgen, der in die Obstterrassen des Klosters und über eine alte Steinbrücke aus dem 16. Jh. zur Höhlenkapelle des heiligen Antonios führt. Neben der Höhle steht ein Baum, der der Legende nach auch in der kalten Jahreszeit einen „immergrünen“ Zweig trägt. Zum Abschluss der Besichtigung folgt die Bewirtung mit einem Löffel selbst gemachter Quittenmarmelade, dazu gibt es einen Schluck Rakí oder Wasser.
♦ Tägl. 8-13, 17-19 Uhr. Das Tor lässt sich mit einem elektrischen Drücker öffnen. Für „behoste“ Frauen gibt es Wickelröcke. Für den Weiterbestand des Klosters sind Spenden notwendig. Es werden auch Stickereien angeboten. Tel. 2810-841296.
Von Iráklion nach Agía Pelagía
Hinter der weiten Küstenebene westlich von Iráklion schraubt sich die New Road ein Felsenkap hinauf, rechts fallen die Hänge steil zum Meer hinunter ab. Immer wieder hat man schöne Blicke zurück auf die Bucht von Iráklion mit großartigem Bergpanorama dahinter.
Paleókastro: Kurz nachdem die Bergstrecke beginnt, sieht man auf einem Hügel unmittelbar am Straßenrand die Ruinen einer venezianischen Festung. Hier verhandelte der Statthalter Morosini 1669 mit den Türken über die ehrenvolle Übergabe der Festung Iráklion (damals Cándia). An der rechten Felsflanke führt ein Trampelpfad zu einem gewölbten Durchgang in der Mauer. Im Inneren sind Treppen, überwachsene Ruinen und Grundmauern erhalten, auch eine improvisierte Kapelle gibt es. Zum Meer hin ist eine lange Mauer erhalten. Die Lage von Paleókastro war vor allem strategisch bedingt: Man überblickt die ganze weite Bucht von Iráklion.
Westlich neben dem Festungshügel liegt direkt unter einer Autobrücke ein von Felsen malerisch eingerahmter Kiesstrand mit Taverne, hoch oben am Hang sieht man das Dorf Rodiá (s. o.). Weitere Tavernen liegen direkt an der New Road, an Sommerabenden beliebte Ausflugsziele für die Bewohner von Iráklion.
Agía Pelagía
Von der New Road aus sieht man Agía Pelagía tief unten in kahler Felslandschaft. Zahlreiche Buchten und Halbinseln bilden die stark zerklüftete Küste, Häuser liegen weit verstreut über die niedrigen Hügel - alles reichlich zersiedelt, trotzdem ein schöner Anblick.
Was von weitem wie ein ruhiges, weltfernes Fischerdorf wirkt, entpuppt sich beim Näherkommen als Touristenort erster Güte. Inmitten der felsigen Küstenlinie hat man hier ein winziges Nest zu einer kleinen Ferienstadt hoch gezüchtet. Mehrere Großhotels dominieren die Landzungen der Umgebung und die Hänge werden allmählich zugebaut.
Im Ortskern selber geht es eng zu, dicht gedrängt stehen Apartmenthäuser, Supermärkte und Autoverleiher. Am schmalen Ortsstrand buhlt eine Taverne neben der anderen um die Gunst der Urlauber, nördlich davon liegen die Strände Kladíssos und Mononáftis, weitere Badebuchten finden sich im Umkreis, darunter die kleine Bucht Psaromoúra und der schöne Strand von Ligariá. Dank der abwechslungsreichen Felsenküste hat sich Agía Pelagía zu einem der wichtigsten Tauchzentren Kretas entwickelt.
Anfahrt Eigenes Fahrzeug, Agía Pelagía liegt etwa 27 km von Iráklion entfernt. Mehrere Zufahrtsstraßen führen von der New Road steil hinunter (ca. 3 km). Die erste, von Iráklion kommend, endet auf einem Parkplatz am südlichen Strandbeginn.
Bus, etwa 5 x tägl. von und nach Iráklion, Haltestellen u. a. an den Hotels „Capsis Beach“ und „Peninsula“ sowie in Ligariá.
Taxi, an der Hauptgasse im Ort, u. a. Tel. 2810-811026 (www.agiapelagia.com/taxi-transfers.html). Nach Iráklion ca. 35 € (hin/zurück ca. 66 €), Hotelgästen wird empfohlen, Fahrgemeinschaften zu bilden.
Übernachten Zahlreiche Hotels und Rooms mit teils schönem Panoramablick liegen an den Zufahrtsstraßen sowie etwas erhöht über Ortskern und Strand. Die beiden 5-Sterne-Anlagen „Out of the Blue - Capsis Elite Resort“ und „Peninsula“ besetzen weiträumig zwei Halbinseln.
**** Happy Cretan Suites, gepflegte Anlage etwas abseits am Hang, moderne Suiten, schöner Meerblick und großzügiger Pool, zum nächsten Strand ca. 1,5 km. Suite/F ca. 80-130 €, Deluxe-Suiten mit eigenem Whirlpool sind teurer. Tel. 2810-811289, www.happycretan.gr.
Creta Sun, Irina und Dionysis bieten in ihrem Haus zwölf helle und freundliche Studios mit Balkon sowie einen schönen Pool. Anfahrt: von Iráklion kommend die zweite Ausfahrt nach Agía Pelagía nehmen und das Capsis Beach Hotel links liegen lassen, nach ca. 350 m fährt man geradeaus auf das Haus zu. Zum Strand sind es etwa 400 m. Studio (2-3 Pers.) ca. 30-70 €, Frühstück optional (ca. 7 €/Pers.). Tel. 2810-811626, www.cretasunhotel.gr.
Ambelos, üppig begrünte Anlage kurz vor der Bucht Mononáftis. 29 Studios und Apts., alle mit Balkon/Terrasse, Meer- oder Bergblick. Großer Pool, nette Bar, privater Parkplatz. Studio ca. 30-60 €, Frühstück ca. 5 €/Pers. Tel. 2810-811331, www.ambelos-crete.com.
Mein Tipp Mourtzanakis Residence, oberhalb von Achláda, etwa 7 km landeinwärts von Agía Pelagía, mehrere zweistöckige Bungalows, modern und gut ausgestattet, zwei Pools, wunderbare Ruhe, herrlicher Blick über die Berglandschaft zum Meer, gutes Essen und Olivenöl aus eigenem Anbau. Marcos und Smaro sind sehr gastfreundlich. Bungalow für 2 Pers. ca. 80-130 €. Tel. 2810-824700, www.ecotourismgreece.com.
Essen & Trinken Am schmalen Ortsstrand liegen alle Lokale dicht beieinander, z. B. die Tavernen El Greco und Acropolis, außerdem Socrates, Zorbas und Kri-Kri, etwas authentischer wirkt das Cochili am südlichen Strandende.
Mein Tipp Vasilis, in der Bucht Mononáftis direkt am Strand, schon in dritter Generation in Familienbesitz, gastfreundlich und gutes Essen zu fairen Preisen, üppige Gratisdesserts. Tel. 2810-811376.
Sport Die zerklüftete Küstenlinie um Agía Pelagía bietet hervorragende Möglichkeiten für Tauchgänge. Kurse (Anfänger und Fortgeschrittene) bieten Divers Club Crete in der Mitte vom Hauptstrand (Tel. 2810-811755, www.diversclub-crete.gr), Staywet am Strand Mononaftis (Tel. 6944-690152, www.staywet.gr) und Eurodiving in Ligariá (Tel. 2810-811252, www.eurodiving.gr).
Etliche Tauchschulen bieten in Agía Pelagía ihre Kurse an
Ligariá: östlich von Agía Pelagía, hübscher, grobkörniger Sandstrand in weich geschwungener Rundbucht, eingefasst von Felszungen. Mit Unterkünften und Tavernen zwar stark erschlossen, in der Nebensaison aber ruhig und friedvoll. Verleih von Sonnenschirmen und Tretbooten, Tauchschule „Eurodiving“ am Strandbeginn. Rechts ums Kap herum flache Schieferplatten, schön zum Sonnen.
Anfahrt/Verbindungen Eine steile Asphaltpiste führt etwas östlich von Agía Pelagía von der New Road hinunter. Zu Fuß an der Küste entlang auch von Agía Pelagía zu erreichen, kleiner Spaziergang.
Übernachten Spiros-Soula, größerer Familienbetrieb oberhalb der Bucht, gepflegte Anlage mit Pool, herrlicher Blick, 40 Studios und Apts., Restaurant mit guter Küche, Frühstücksbuffet. Studio für 2 Pers. ca. 40-70 €. Tel. 2810-811576, www.spiros-soula.gr.
Mein Tipp Erivolos, ausnehmend freundlich geführte Studio- und Apartmentanlage mit Pool und Poolbar, traumhafte Lage oberhalb der Bucht, alle Wohnungen mit Blick, auf Wunsch exzellentes Abendessen, sogar auf der eigenen Terrasse, wenn man möchte. Studio für 2 Pers. ca. 50-90 €. Tel. 2810-251216, www.erivolos.gr.
Essen& Trinken Sirocco, beliebte Taverne am Strand, Qualität wird gelobt, guter Fisch, aber auch Fleischgerichte. Tel. 2810-811204.
Madé: Bei der Zufahrt nach Ligariá kommt man an der Abzweigung nach Madé vorbei, einer rundum zugebauten Bucht mit kleinem Strand, deren moderne Ferienhäuser sich die Hänge hinaufstaffeln. Unterhalb vom weiträumigen 5-Sterne-Hotel „Athina Palace“ ist eine attraktive Beach Bar auf die Felsen gesetzt.
Von Agía Pelagía nach Balí
Órmos Fódele: Wenn man die New Road weiter in Richtung Réthimnon fährt, kommt man bei einer Tankstelle an einen lang geschwungenen, teilweise verschmutzten Sandstrand. Eine 5-Sterne-All-inclusive-Hotelstadt namens „Fodele Beach“ (www.fodelebeach.gr) dominiert die Bucht, ein bunter und überraschender Fremdkörper in der kargen Landschaft. Am östlichen Strandende gibt es dagegen einige Tavernen mit Liegen und Sonnenschirmen, wo man preiswert verweilen kann. Landeinwärts zweigt die Straße ins 3 km entfernte Fódele ab.
Síses: Das schlichte Dorf liegt zwischen Órmos Fódele und dem Badeort Balí oberhalb der New Road. Die Einheimischen können vom Tourismus kaum profitieren, so bieten sie an improvisierten Straßenstränden für wenig Geld Orangen von den Plantagen der Umgebung an - in letzter Zeit gab es allerdings Probleme mit den Straßenbehörden.
Von Síses führt eine Asphaltstraße durch die Kouloúkonas-Berge über Aloídes zur landeinwärts verlaufenden Old Road. Diese schlängelt sich über Damásta und Márathos wieder zurück in Richtung Iráklion. Bei der Abfahrt am Stroúmboulas überwältigender Blick auf die Bucht von Iráklion.
Die beiden nächsten Orte am Weg nach Réthimnon sind Balí und Pánormo → Link.
Von Astáli zu Síses
Eigentlich hieß Síses früher Astáli. Den heutigen Ortsnamen führt die Legende auf eine Begebenheit während der Belagerung der Festung Cándia (Iráklion) durch die Türken im 17. Jh. zurück. Die Osmanen entdeckten damals, dass die Einwohner von Astáli die Verteidiger mit Proviant versorgten. Sie richteten daraufhin in Astáli ein Blutbad an, das so schrecklich gewesen sein soll, dass dabei die Erde bebte (Erdbeben = sismós). Damit war der neue Ortsname „Síses“ entstanden. Nur zwei Knaben sollen dem Morden entgangen sein. Sie wurden „Rasouli“ und „Mavros“ genannt und bauten als Erwachsene den Ort wieder auf - noch heute heißen die Einwohner von Síses mit Nachnamen entweder Rasoulis oder Mavrakis.
Fódele
Das Dorf erstreckt sich am kräftigen Flüsschen Pantomandris inmitten üppiger Orangenhaine. Es gilt als Geburtsort El Grecos, des berühmtesten Malers Kretas, obwohl die Faktenlage dazu äußerst dürftig ist.
In der Saison erreichen täglich mehrere Touristenbusse den Ort. Für sie hängen überall Webwaren, Spitzen, Decken und Tücher aus. Aber auch für kretische und griechische Familien ist Fódele ein beliebtes Ausflugsziel, denn beim großen Platz am Dorfende ist auf der anderen Seite des Flusses ein Park mit Brunnen, Picknicktischen und Kinderspielgeräten eingerichtet.
Die bildhübsche Panagía-Kirche von Fódele
Die Hauptstraße entlang fährt man an einer lange Reihe von Souvenirläden vorbei bis zum großen Platz am Dorfende, wo man unter dicken, schattigen Platanen gemütlich am Fluss sitzen kann. Vor der Taverne „El Greco“ steht unter einer Platane mit gut 4 m Durchmesser auf Spanisch und Griechisch in Kupfer geritzt: „Die geschichtswissenschaftliche Fakultät der Universität Valladolids - Seele im Herzen von Kastilien - spendet Fódele diesen Stein, gebrochen in Toledo im Gedenken an den unsterblichen Ruhm des Doménicos Theotokópoulos. Juli 1934.“ Der gestiftete „Stein“ allerdings, ein Granitblock, der damals von einer Abordnung der Universität Valladolid überbracht worden war, ist seit langem spurlos verschwunden. An der benachbarten Platia hat eine Büste El Grecos ihren Ehrenplatz vor dem Rathaus gefunden.
Das vermeintliche Geburtshaus des großen Malers liegt etwa 1 km außerhalb und ist im Rahmen eines Spaziergangs zu erreichen (auch Fahren ist möglich). Man überquert im Ortszentrum von der Hauptstraße aus den Fluss, hält sich danach rechts und kommt durch Orangenhaine bis zu der kleinen byzantinischen Kreuzkuppelkirche Panagía, einem Schmuckstück aus flachen Schieferbruchplatten.
Erhalten sind Freskenreste aus dem frühen 14. Jh., Marmorsäulen von einem Vorgängerbau aus dem 8. Jh. und ein im Boden hinter der Kirche verstecktes Taufbecken. Dann geht es noch ein kurzes Stück zum Geburtshaus El Grecos, das mit Kopien (Leuchtdias) seiner Werke zu einer Art Museum gestaltet wurde, auch sein Arbeitsraum ist dort nachempfunden.
Anfahrt/Verbindungen Keine Busse nach Fódele, nur bis zum Órmos Fódele, dann sind es aber noch 3 km.
Öffnungszeiten Kirche und Geburtshaus, April bis Okt. tägl. 9-19 Uhr, sonst 10-17.30 Uhr, Eintritt ca. 2,50 €, gelegentlich Führungen. Tel. 2810-521500, www.psfodele.gr.
Essen & Trinken To Giasemi, Terrassentaverne gegenüber der Flussbrücke, lecker und alles frisch, Fleisch vom Holzkohlengrill. Tel. 2810-521207.
El Greco Café, Open-Air-Café beim Geburtshaus/Museum von El Greco, Tipp ist der frisch gepresste Orangensaft aus den Früchten der Umgebung. Tel. 694-4084616.
Doménicos Theotokópoulos: kretischer Maler mit Weltruhm
In der Kunstgeschichte besser bekannt unter seinem Pseudonym El Greco (so nannte er sich selber), wurde Doménicos Theotokópoulos 1541 vielleicht in Fódele geboren. Spanische Forscher haben das angeblich herausgefunden (deshalb kam die Abordnung aus Valladolid nach Fódele) - El Greco selbst hat vor der spanischen Inquisition angegeben, dass er in Iráklion geboren sei, wobei unklar ist, ob er die Stadt oder die Provinz meinte. Schon früh wurde er jedenfalls in Iráklion tätig, um dort an der Berg-Sinai-Schule eine Ausbildung als Ikonenmaler zu beginnen. Der große Michaíl Damaskinós soll sein Lehrer gewesen sein (→ Iráklion/Ikonenmuseum).
Mit 25 Jahren verließ er Kreta für immer und ging nach Venedig - anscheinend mit besten Zeugnissen ausgestattet, denn der berühmte Tizian nahm ihn in seine Werkstatt auf. Hier wechselte er von Holz als Malgrund auf Leinwand, verzichtete auf Goldhintergrund und integrierte architektonische Räume in seine Werke. 1577 siedelte er ins spanische Toledo um, wo er bis zu seinem Tode 1614 blieb und sich große Anerkennung als Porträtmaler und Darsteller christlicher Themen verschaffte. Da seinen komplizierten Namen niemand aussprechen konnte, bekam er hier den Rufnamen „Der Grieche“ (El Greco), nannte sich schließlich sogar selbst so. Obwohl das spanische Königshaus ihn ablehnte, erhielt er zahlreiche Aufträge für Gemälde von Kirchen, Klöstern und begüterten Privatleuten aus ganz Spanien.
Heute wird El Greco als der bedeutendste Vertreter des spanischen Barock angesehen. Seine Bilder leben vom Visionären, er brachte eine Dimension des Seelischen in seine Bilder, was im tiefgläubigen Spanien auf fruchtbaren Boden fiel. Er hob einzelne Figuren stark hervor und machte sie so zu bildhaften Ansprechpartnern für die Gläubigen, verwendete außerdem manieristische, expressionistische, abstrakte und surreale Elemente, womit er seiner Zeit weit voraus war. Oft ging er sogar so weit, dass er die Realität verfälschte - Augenärzte haben die Vermutung geäußert, dass seine Vorliebe für lang gestreckte Gestalten und exzentrische Gesten von einer Augenkrankheit, dem Astigmatismus, herrührte. Sein berühmtestes Bild ist das 5 m hohe Begräbnis des Grafen von Orgaz in Toledo. In Kreta gibt es nur zwei kleine Gemälde von ihm, zu betrachten im Historischen Museum von Iráklion.
Auf der Old Road nach Westen
Die Old Road nach Réthimnon schraubt sich am Westende des Strands von Iráklion in die Berge und umkurvt den steil aufragenden Kegel des Stroúmboulas, die Spitze eines sich nach Westen ausdehnenden Bergrückens, auf dem eine kleine weiße Kirche steht.
Historische Herberge vor Iráklion
Von Iráklion fährt man zunächst am Strand von Ammoudára entlang bis zur Raffinerie und nimmt dort die Straße landeinwärts unter der New Road hindurch bis zur Einmündung auf die Old Road. Kurz hinter Gázi passiert man ein 1670 von den Venezianern erbautes Haus am Berghang, das die Türken später mit zwei markanten Kuppeln (= koumpédes) ausstatteten. Es diente damals als Herberge für alle Reisenden, die vor Sonnenuntergang die Stadttore von Iráklion nicht erreicht hatten, da diese über Nacht geschlossen wurden.
Gázi
Der lebhafte Vorort von Iráklion liegt nahe der New Road. Im ersten Stock des Rathauses am zentralen Platz an der Durchgangsstraße ist die archäologische Sammlung Malevizi zu besichtigen, die der Ingenieur und Gründer der Maris-Hotelkette Nicholas Metaxas (gest. 2009) seit 1959 zusammengetragen und 1997 dem griechischen Staat vermacht hat. Sie umfasst etwa 500 Funde aus der ganzen Region Malevizi - Gefäße verschiedener Perioden, Figuren, Goldschmuck, Bronzewerkzeuge und Waffen. Gegenüber liegt eine moderne Bäckerei mit vielen pikanten Leckerbissen.
Öffnungszeiten Archäologische Sammlung Malevizi, April bis Okt. Mi-Mo 8.30-15 Uhr, Di geschl., Eintritt frei. Tel. 2813-400669.
Arolíthos
Dieses liebevoll restaurierte Museumsdorf mit Übernachtungsmöglichkeiten wird von Familie Saloustros geführt und liegt kurz vor dem Abzweig nach Anógia (→ Link) rechter Hand der Straße. Die Häuser sind mit Originalmöbeln und -inventar ausgestattet, in einigen sind alte Werkstätten eingerichtet, u. a. gibt es einen Ikonenmaler, eine Schmiedewerkstatt, ein typisches Kafenion und eine Taverne. Abends kommen Ausflugsbusse, die hier ihre Touristen für „Cretan Nights“ abliefern.
Ein Museum präsentiert kretische Volkskunst sowie Stücke handwerklicher und landwirtschaftlicher Tradition: Handgewebtes und Webstuhl, Waffen, Schmuck, Kupfer, Glas und kirchliche Stücke, im Untergeschoss Utensilien der verschiedensten Berufe (Schuhmacher, Tischler, Töpfer, Schmied etc.), außerdem ein historisches Wohn- und Schlafzimmer mit Kamin.
Öffnungszeiten Museum, Mo-Fr 9-20, Sa/So 10-18 Uhr, Eintritt ca. 3 €.
Übernachten ** Arolithos Village, man kann in traditionell eingerichteten Zimmern übernachten, täglicher Roomservice, teilweise weiter Blick ins Hinterland, schöne Poolanlage. Auch über Reiseveranstalter zu buchen, z. B. Attika. DZ/F ca. 50-70 €. Tel. 2810-821050, www.arolithos.com.
Voulismeno Aloni
Wenn man in Richtung Márathos weiterfährt, passiert man nach ca. 3 km rechter Hand der Straße die „Versunkene Dreschtenne“ (beschildert). Hier ist eine Höhlendecke mit einem Durchmesser von etwa 100 m eingebrochen und bildet so ein bizarres Landschaftsmonument.
Stroúmboulas (800 m)
Rund 800 m nach Voulismeno Aloni erreicht man linker Hand die Zufahrt zur Besteigung dieses markanten Bergs. Der Aufstieg dauert ab Straße ca. 2-2:30 Std., zurück deutlich weniger. Oben steht das Kirchlein Profítis Ilías mit eigener Zisterne. Der Ausblick über Meer, Stadt, Land, vorgelagerte Inseln und Gebirge ist großartig, bei klarer Sicht sieht man auch die Landebahn des Flughafens.
Vassilikós (734 m)
Wiederum wenige Kilometer weiter westlich führt rechter Hand eine gut ausgebaute Asphaltstraße zu einer Radarstation der Nato am Gipfel des Vassilikós, der nur unwesentlich niedriger als der Stroúmboulas ist. Die kurvige Straße (Beschilderung: Namfi Area, Pros Stathmo Radar Nr. 2) lässt sich problemlos befahren und man genießt herrliche Ausblicke. Das letzte Stück und der Gipfel selber sind allerdings gesperrt.
Márathos
Unspektakuläres Örtchen, in dem guter Thymianhonig zu erwerben ist. In einigen Kafenia kann man einkehren, so auch vor dem Ortseingang bei der Tropfsteinhöhle Dóxa, deren Besichtigung nur mit Führung und mit Hilfe von Lampen möglich ist (Auskunft im Honigladen an der Straße). Wie in vielen kretischen Höhlen wurden allerdings auch hier die Tropfsteine durch Touristen schwer beschädigt.
Von Márathos nach Fódele
Etwas westlich von Márathos gibt es schließlich einen abenteuerlichen Abzweig auf schlechter Piste hinunter ins 7 km entfernte Fódele (beschildert) - mit normalem Pkw möglich, aber besser mit Jeep. Über Stock und Stein windet sich der Weg zwischen kräftigen Bäumen, Weinreben und Orangenhainen ins grüne Flusstal hinunter. Noch vor der Hälfte der Strecke kommt man am verlassenen Kloster Ágios Pandeleímonas vorbei, kurz danach stößt man auf Asphalt.