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2.1 Die ersten vier Jahrhunderte

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Beginn der christlichen GemeinschaftNach der Kreuzigung Jesu löste sich die von ihm ins Leben gerufene jüdische Erneuerungsbewegung nicht vollständig auf und reintegrierte sich nicht umfänglich in das antike Judentum – obwohl das vorstellbar und zu erwarten gewesen wäre. Stattdessen begann die Verkündigung, die aus der jüdischen BewegungBewegung(en) eine neue ReligionReligion werden ließ.

Mit der Aufnahme von Heiden und den damit verbundenen theologischen Implikationen beschäftigt sich der ApostelApostel Paulus. Seine Briefe zeigen, wie sich die neue ReligionReligion in der Welt zurechtfindet. Rituelle und theologische Fragen, z.B. Beschneidung oder Speisegebote wurden zuweilen kontrovers diskutiert (Gal 2; Apg 15) und mit der Neuinterpretation der TaufeTaufe als InitiationsritualInitiationsritual ging das Christentum schließlich über das Judentum hinaus. Die genauen Entwicklungen dieser Zeit liegen im Dunkeln. Während die Apostelgeschichte die Anfänge des Christentums harmonisierend erzählt und auf Jerusalem konzentriert, deutet der Schluss des Markusevangeliums auf einen Neubeginn der Jesusbewegung in Galiläa hin. Die Texte des Neuen TestamentsNeues Testament zeigen also, dass bereits in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts eine erstaunliche Vielfalt des Christentums präsent war.

Erste LehrentscheidungenVerschiedene Theologien und verschiedene christliche Strukturen an verschiedenen Orten bestimmten die frühen Jahre, in denen sich das Christentum in der Welt nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum organisierte. Zunächst von der herrschenden Macht des Zeitalters, dem römischen Reich, nicht beachtet, dann nicht verstanden und schließlich bekämpft, versuchte das Christentum sich nach der ausgebliebenen Naherwartung einzurichten. Nachdem es im Reich von der verfolgten zur tolerierten ReligionReligion und schließlich sogar zur Staatsreligion (381) aufgestiegen war, mussten wesentliche Glaubensinhalte bestimmt werden. Nach Vorarbeiten, die zum Teil im Westen, zum größeren Teil im Osten des Reichs geleistet wurden, charakterisierten die KonzileKonzil / Konziliarismus von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) die TrinitätslehreTrinitätTrinitätslehre in der Weise, dass auch der Sohn und der Heilige GeistHeiliger Geist eines Wesens mit dem Vater sind und hielten die Göttlichkeit von Sohn und Heiligem Geist fest.

Auf dem KonzilKonzil / Konziliarismus von Konstantinopel wurde als Ergebnis der Beratungen das wichtigste, weil allen gegenwärtigen Kirchen gemeinsame GlaubensbekenntnisGlaubensbekenntnis, das Nicäno-KonstantinopolitanumBekenntnisNicäno-Konstantinopolitanum, verabschiedet. Es ist das einzige Glaubensbekenntnis, das ökumenisch verbindlich für alle christlichen Kirchen gilt. Doch bereits um die Bestimmung Gottes gab es heftige Auseinandersetzungen und Verwerfungen, die die frühe PluralitätPluralität – Pluralisierung des Christentums belegen. Die Gegner der TrinitätslehreTrinitätTrinitätslehre, z.B. die Arianer oder Homöer, zeitigten zwar vereinzelt Nachwirkungen, z.B. bei den Germanen, konnten aber keine bis heute existierende Kirche gründen. Anders sah dies bei den Auswirkungen des nächsten Schritts der dogmatischen Entwicklung aus.

Das Interesse richtete sich nach der Klärung des trinitarischen Gottesbildes nun auf die Person Christi.

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