Читать книгу Eine außergewöhnliche Freundschaft - Karin Rieger - Страница 13

Pioniertreffen

Оглавление

Da mein Vater nicht in einem VEB (Volkseigenen Betrieb) arbeitete, hatte ich auch nur ein einziges Mal die Möglichkeit, in den Sommerferien in ein Betriebsferienlager zu fahren, und zwar nach Bad Blankenburg in Thüringen. Da war ich elf oder zwölf Jahre alt. Es wurden Wanderungen ins romantische Schwarzatal unternommen. Ich freundete mich mit Brunhilde an und schrieb mich auch noch lange Zeit mit ihr. Sie wohnte jedoch in der Nähe von Weimar, sodass wir uns aufgrund der Entfernung und der schwierigen Bahnverbindungen nicht wiedersehen konnten.

Im August 1964 wurde ich zum Pioniertreffen in Karl-Marx-Stadt delegiert. Die Reise begann recht abenteuerlich mit einem seltsamen Eisenbahnwaggon, in dem nur Liegen und keine Sitze aufgebaut waren. In Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, wurden wir einzeln bei Familien untergebracht. Ich übernachtete bei Frau Schröder in einem altehrwürdigen Haus. Nach dem Frühstück bei ihr schaute ich auf den kleinen Plan zur Orientierung. Der verriet uns, wo wir uns zu treffen hatten und welche Straßenbahn für die Veranstaltung zu benutzen sei. Ich fuhr dort das erste Mal in meinem Leben Straßenbahn.

Meistens trafen wir uns an Sammelpunkten, um gemeinsam bestimmte Veranstaltungen zu besuchen. Es war ein großartiges Erlebnis: Erinnern kann ich mich noch an den großen Park und den Roten Turm, an Veranstaltungen wie die Boxkämpfe in verschiedenen Gewichtsklassen und Fahren mit der Pioniereisenbahn. Viel Freude bereitete auch der Filmbesuch mit dem Hauptdarsteller Rolf Herricht in „Geliebte weiße Maus“. Das Motto „Lernen, schaffen, fröhlich sein“ sangen wir gern und laut zur Abschlussveranstaltung.

Mit Frau Schröder konnte ich mich sehr gut unterhalten. Sie war eine gütige, liebevolle Seniorin. Wir schrieben uns mehrere Jahre herzliche Briefe. Auch schickte sie mir zu Ostern Holzfiguren und andere Nettigkeiten.

Eine außergewöhnliche Freundschaft

Подняться наверх