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016Darf ich mich auf dem Golfplatz betrinken?

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Warum sind die Schotten bei der Erfindung des Golfplatzes ausgerechnet auf 18 Löcher gekommen? Die Erklärung ist einfach. Eine Flasche schottischen Whiskys enthält genau 18 Schuss Alkohol. Wenn die Schotten auf der Runde ihre 18 Shots von ihrem Glenfiddich oder Lagavulin intus haben, ist die Flasche leer und gleichzeitig auch das Spiel zu Ende.

Vielleicht ist die Geschichte nur gut erfunden, aber sie zeigt uns einen bemerkenswerten Zusammenhang. Golf und Alkohol gehören untrennbar zusammen.

Ich sage ihnen später auch weshalb.

Zuerst einmal kommen wir zur Bestandsaufnahme. Außerhalb Schottlands ist das am meisten verbreitete Getränk auf den Spielbahnen das Bier. Darum kurven in durstigen Golfländern wie USA und Spanien dauernd diese kleinen Wagen mit den Beer Girls herum, die für permanenten Nachschub an Budweiser und San Miguel sorgen. Auch in Europa wird die Sitte immer populärer.

Neben dem Bier ist fast immer Hochprozentiges mit auf der Runde, genannt Birdie-Wasser. Das Birdie-Wasser besteht in der Regel aus Whisky oder Rum. Nach jedem erzielten Birdie macht der Flachmann im Flight die Runde. Weil in unseren Flights die Birdies nicht allzu häufig sind, haben wir uns darauf verständigt, sie bei längeren Löchern durch ein Par-Wasser zu ergänzen.

Auf der letzten Runde machte Heinz den konstruktiven Vorschlag, den schönen Brauch auf ein Bogey-Wasser auszudehnen. Das wurde dann allerdings mit drei zu eins Stimmen abgelehnt.

Dürfen Sie sich auf dem Golfplatz etwas betrinken? lautete die Eingangsfrage. Ja, Sie dürfen. Sie dürfen es aus sportlichen wie sozialen Gründen.

Das Magazin „Golf Digest“ hat den Test gemacht und gemessen, wie sich Golfspieler nach zwei, vier, sechs und acht Drinks verhalten. Gibt es das sogenannte „Schwung-Öl“ wirklich?

Mit mehr Alkohol, so das Resultat, werden die Drives merklich länger, weil der Spieler entspannter ist. Aber die Drives werden ab dem vierten Drink auch deutlich ungenauer.

Auf den Approach, das Chippen und das Putten hat Alkohol keinen großen Einfluss, auch in respektablen Mengen nicht. Aus rein sportlichen Gründen gibt es also keinen Grund, topfnüchtern über den Platz zu trollen. Und auf der internationalen Doping-Liste ist Alkohol auch nicht aufgeführt. Nur im Schießsport ist Alkohol noch verboten, weil er bei geringen Mengen die Hand ruhiger macht.

Golf, darum gehört Alkohol dazu, ist ein social game. Es ist eine Party. Bei keinem anderen Sport sind wir gemeinsam derart lange zusammen unterwegs, bei keinem anderen Sport reden wir so viel miteinander, und zwar nicht nur über Golf, sondern auch über die Dinge des Lebens.

Golf ist der einzige Sport, bei dem wir während des Sports über Dinge reden, die nichts mit dem Sport zu tun haben.

Ein Golf-Flight ist darum wie ein Restauranttisch, der sich über eine Grünfläche bewegt. In einer Runde im Restaurant gehört eine ordentliche Flasche nun mal dazu.

Einen guten Scherz zum Thema habe ich mal auf einem Platz in England miterlebt. Wir hatten auch schon einiges geschluckt, da sagte ein Engländer im Polizei-Tonfall zum andern: „If you drink, don’t drive.“

„Ok“, sagte der andere, „dann drive ich nicht, sondern schlag mit einem Eisen ab.“

100 Dinge, die jeder Golfer wissen muss

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