Читать книгу Pädagogische Psychologie - Marcus Hasselhorn - Страница 33

Fokus: Biologische Grundlagen des Lernens

Оглавление

Seit den Anfängen der Lernforschung hat man sich für die Frage interessiert, welche biochemischen Prozesse und neuroanatomischen Strukturen für Lernprozesse verantwortlich sind. Mit den biologischen Grundlagen menschlichen Lernens beschäftigen sich mit großem Erfolg die modernen Neurowissenschaften. Man weiß inzwischen, dass Strukturen des limbischen Systems, vor allem der Hippocampus, bei der Aufnahme, Verarbeitung und Konsolidierung von episodischen Informationen (Daten, Fakten, Namen) eine wichtige Rolle spielen, zusammen mit den kortikalen Strukturen des medialen Temporallappens. Beim willentlichen Abrufen episodischer Informationen aus dem Gedächtnis sind Aktivierungen im rechten dorsolateralen und medialen Frontalkortex zu beobachten. Beim Abrufen allgemeinen Weltwissens, das nicht mehr mit spezifischen Lernepisoden verknüpft ist, scheinen dagegen unterschiedliche kortikale Regionen im Temporallappenbereich beteiligt zu sein. Die Lokalisierung spezifischer Gedächtnisinhalte im Gehirn hat sich allerdings als äußerst schwierig erwiesen, da Gedächtnisinhalte nicht in einer Region, sondern weit verteilt über viele neuronale Systeme repräsentiert sind (Squire & Kandel, 1999).

Generalisierung und Diskrimination. Mike Rinck (2016) hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die praktische Bedeutung des respondenten Konditionierens daher rührt, dass es nicht auf exakt die Reize beschränkt ist, mit denen konditioniert wird. Zu den konditionierten Reaktionen (CR) kommt es nach einer Phase hinreichender Kontingenz auch auf Reize, die dem ursprünglichen konditionierten Stimulus (CS) ähneln. Hier gilt das Prinzip der Stimulus-Generalisierung: Je ähnlicher ein Reiz dem ursprünglichen CS ist, desto eher und stärker wird auch er die CR auslösen können. Der Vollständigkeit halber weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die Reiz-Generalisierung auch Grenzen hat. Solche Grenzen rühren beispielsweise daher, dass Menschen (wie Tiere) grundsätzlich in der Lage sein müssen, überhaupt zwischen ähnlichen, aber nicht identischen Reizen unterscheiden zu können (Stimulus-Diskrimination).

Pädagogische Psychologie

Подняться наверх