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Die Naqada-Kultur (ca. 4000–3032 v. Chr.)
ОглавлениеDie eigentliche Geschichte Ägyptens, die Dämmerung des Zeitalters der Pharaonen, beginnt mit der Naqada-Kultur, deren Ursprung in der Nähe eines modernen Dorfes mit dem Namen Naqada auf dem Westufer des Nils, knapp 30 km nördlich von Luxor, festgemacht werden kann. Hier lässt sich ab ca. 4000 v. Chr. eine Kultur nachweisen, die rund 1000 Jahre später die Entstehung des gesamtägyptischen Staates einleitet. Diese wird nach ihrem ersten Fundplatz heute Naqada-Kultur genannt. Aufgrund ihrer Entwicklung und Ausdehnung lassen sich drei Phasen festmachen: Naqada I (ca. 4000–3600 v. Chr.), Naqada II (ca. 3600–3200 v. Chr.) und Naqada III (ca. 3200–3000 v. Chr.). Feindatierungen präzisieren diese Stufen noch weiter in Naqada Ia – c, Naqada IIa – d und Naqada IIIa – c mit teilweise noch detaillierteren Unterteilungen.
Abb. 2 Die phasenweise Ausbreitung der Naqada-Kultur über Ägypten.
Die Menschen dieser Kultur haben jedoch keinen Anteil an den weitreichenden Verbindungen ihrer nördlichen Nachbarn, der Badari-Leute, die ihre Importe nicht an sie weiterverhandeln. Nach der Überlagerung von Badari in der Stufe Ic können sie die alten Handelsrouten allerdings erst in Naqada IIb wieder aktivieren. Geografisch dehnt sich das Einflussgebiet von Naqada I, vom Nilbogen bei Qena ausgehend, nach Norden bis in die Gegend von Assiut, vielleicht sogar bis in die archäologisch fundleere Zone zwischen Assiut und dem Fajum, aus, während sie im Süden bis über den 1. Katarakt bei Assuan hinaus in unbekannte Territorien vorstoßen.
Die Naqada-Gefäße sind denen von Badari nicht unähnlich, besonders charakteristisch sind ansprechende rötlich-braune Behältnisse mit schwarz geschmauchtem Rand. Ebenfalls können rundplastische Motive auf den Gefäßrändern als Verzierung dienen. Überall nehmen die Menschen die kulturellen Güter der Naqada-Leute an, wodurch diese sich schnell ausdehnen kann.
Während die prädynastischen Kulturen von Unterägypten durch Beziehungen zu Vorderasien geprägt sind, hat man in Oberägypten Kontakt zum Gebiet des heutigen Sudans und Äthiopien. Aber auch untereinander scheinen die zeitgleichen frühen Zivilisationen des späteren Ober- und Unterägyptens Beziehungen gepflegt zu haben.
Die Naqada-Kultur ist die Keimzelle des pharaonischen Staates und mit ihrem Ende beginnt die historische, dynastische Zeit Ägyptens.