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Tom Hooker läutete an der Tür einer Erdgeschosswohnung in der Pierrepoint Street. Das Gebäude, in dem sich die Wohnung befand, lag etwa 1,50 Meter vom Haus Fred Tompkins entfernt auf der anderen Straßenseite.

Ein Mann um die 60 Jahre öffnete Tom Hooker. Ehe er etwas sagen konnte, drückte der Killer die Wohnungstür auf, drängte sich hinein und schloss die Tür.

Der Wohnungsinhaber war dermaßen überrascht, dass er nicht fähig war, eine Frage zu stellen. Und als ihm Tom Hooker eine Pistole gegen den Magen drückte, schnappte er nur nach Luft und die jäh aufsteigende Angst überwältigte ihn. Sein Gesicht entfärbte sich, sein Unterkiefer zitterte, seine Lider flatterten.

„Ins Wohnzimmer!“, zischelte Hooker.

Er bugsierte den Mann vor sich her. Eine Frauenstimme schallte ihnen entgegen. „Wer war es denn, Frank?“

Frank betrat den Raum. Und wieder erklang die Frauenstimme, diesmal aber klang sie erschreckt und besorgt. „Ist dir nicht gut, Frank, du siehst so blass aus. Leg dich auf die Couch.“

Hooker versetzte Frank einen derben Stoß. Der Mann taumelte tiefer in das Zimmer.

Und jetzt konnte die Frau den Gangster sehen, und natürlich die Pistole in seiner Hand. In der Linken trug Tom Hooker einen Koffer.

„Setz dich!“, forderte er mit barschem Ton den Mann auf.

Frank wankte, jeglichen klaren Gedankens und jeglichen Willens beraubt, auf weichen Knien zu einem der Sessel und ließ sich hinein fallen.

Die Frau, die im Begriff gestanden hatte, sich zu erheben, war in dieser weder sitzenden noch stehenden Haltung erstarrt. Aus ihrem Gesicht schien der letzte Blutstropfen gewichen zu sein.

„Ich muss eure Wohnung leider etwas missbrauchen“, gab Hooker ungerührt zu verstehen. „Wenn ihr vernünftig seid und nichts versucht, geschieht euch nichts. Vorsichtshalber werde ich euch jedoch fesseln und knebeln. Ihr wisst schon – Vorsicht ist besser als Nachsicht.“

Er grinste gemein, stellte seinen Koffer auf dem Tisch ab und öffnete ihn. Er legte die Pistole daneben auf die Tischplatte. Dann nahm er zwei Paar Handschellen heraus. „Komm her.“ Hooker winkte dem Mann.

Frank wagte nichts. Ein Blick in das Gesicht des Killers mit dem brutalen Zug um den Mund führte Frank die ganze Skrupellosigkeit und Gefühlskälte des Mannes vor Augen. Hier den Helden spielen zu wollen wäre einem Selbstmord gleichgekommen. Frank stemmte sich mühsam wieder aus dem Sessel in die Höhe, so, als würde eine zentnerschwere Last auf seinen Schultern liegen. Auf Beinen, die jeden Moment nachzugeben drohten, näherte er sich dem Killer.

Hooker trat hinter ihn, die Handschellen klickten.

Ebenso verfuhr Hooker mit der Frau. Dann saßen die von Angst und Grauen erfüllten Eheleute nebeneinander auf der Couch. Tom Hooker schob ihnen Knebel zwischen die Zähne, dann setzte er in aller Seelenruhe das Gewehr zusammen, dessen Teile in dem Koffer in dafür vorgesehenen Fächern klemmten. Er benötigte dazu nicht einmal einen Schraubenzieher.

Es war ein Pistolengriff-Geradezurepetierer, ein Präzisionsgewehr mit schwarzem Kunststoffschaft und Zielfernrohr. Hooker nahm das Gewehr an die Schulter, zielte kurz und senkte es wieder. Er war zufrieden.

Mit großen Augen, in denen die namenlose Angst, das Entsetzen und die Panik wühlten, beobachtete ihn das Ehepaar.

Hooker schob das Fenster hoch und stellte sich so, dass er das Haus Fred Tompkins sehen konnte. Wieder hob er das Gewehr an die Schulter. Das Zielfernrohr rückte den Eingang des Hauses greifbar nahe.

Der Killer lehnte das Gewehr an die Wand, holte sich einen Hocker aus der Küche, stellte ihn ans Fenster und setzte sich. Das gefesselte und geknebelte Ehepaar beachtete er nicht mehr. Er beobachtete die Straße. Fast zwei Stunden lang. Dann rollte der schwarze Mercedes vorbei. Durch die getönten Scheiben konnte Hooker die beiden Bodyguards hinter dem Lenkrad und auf dem Beifahrersitz sehen. Im Fond des Wagens war auf der dem Killer zugewandten Seite das Gesicht einer Frau zu erkennen.

Hooker angelte sich das Gewehr, entsicherte es und erhob sich. Eine Kugel befand sich bereits im Lauf. Der Killer beugte sich etwas aus dem Fenster, um mit seinem Blick dem Mercedes zu folgen. Das Gewehr stand mit der Kolbenplatte am Boden. Er hielt es am Lauf fest.

Der Mercedes hielt an. Fahrer und Beifahrer sprangen aus dem Wagen und sicherten aufmerksam und hellwach um sich. Dann öffneten sie die Hintertüren.

Tom Hooker zog das Gewehr an seine Schulter, kniff das linke Auge zu und zielte sorgfältig.

Fred Tompkin stieg aus dem Fahrzeug und richtete sich auf. Seine Freundin stieg ebenfalls aus und ging hinten um den Wagen herum.

Tompkins Gesicht befand sich genau im Fadenkreuz der Zieleinrichtung. Der Finger Tom Hookers krümmte sich, der Abzug erreichte den Druckpunkt, Hooker hielt den Atem an. So hatte er es beim Militär gelernt. Er zog durch. Der Schuss peitschte.

Wie vom Blitz getroffen brach Fred Tompkin zusammen. Er verschwand hinter dem Auto.

Einer der Bodyguards stieß sich ab, war mit zwei Sätzen bei der wie zur Säule erstarrten Freundin Tompkins, zerrte sie in den Schutz des Mercedes und drückte sie nach unten. Er fischte die Beretta aus dem Schulterholster.

Der Leibwächter-Kollege war vor der Motorhaube abgetaucht, ebenfalls die Pistole in der Faust.

Auf dem Gehsteig lag Fred Tompkin mit zerschmettertem Kopf. Sein Blut rann über die Betonplatten und sickerte in die Fugen dazwischen.

Mit wenigen Handgriff hatte Tom Hooker das Gewehr zerlegt. Er verstaute es im Koffer, schloss ihn, angelte sich seine Pistole von der Tischplatte und hetzte in die Küche. Mit einem Ruck schob er das Fenster hoch. Hooker sprang hinaus. Er befand sich an der Rückseite des Gebäudes.

Er rannte weg. Nach wenigen Minuten war er bei seinem Motorrad. Er schnallte den Koffer auf dem Gepäckständer fest, schwang sich hinauf, stülpte sich den Helm über den Kopf und startete den Motor. Der Mörder fuhr fuhr zur Willow Street, bog ab und überquerte schon bald die Brooklyn Bridge.

Mörder Nummer eins: 5 Krimis

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