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Dreizehnter Januar
ОглавлениеEs war einmal ein Junge, der gerne spazieren ging. Dieser Junge wurde Gregor genannt. Meist ging er mit seinen Eltern spazieren. Einige Male war Gregor aber auch allein unterwegs.
So wie an einem Wintertag im Januar. Gregor ging in den nahegelegenen Wald. Oft ging er, wenn er alleine war, den selben Weg, doch nicht heute. Heute bog Gregor an einer Weggabelung nach links ab. Normalerweise wählte er den rechten Weg.
Auf dem linken Weg sah Gregor viel Neues. Er sah Blumen, die er noch nicht kannte. Einige waren sonnengelb, andere fliederviolett. Links fand er orange und meerblaue Blumen, rechts standen feuerrote und grüne Pflanzen. Die Welt rundum diesen Weg war kunterbunt.
Gregor sah auch einige Tiere, die er zuvor noch nie sah. Es waren kleine und große Tiere. Tiere, die fliegen konnten, und Tiere, die sich am Boden fortbewegten. Gregor sah den Tieren immer wieder einige Minuten zu. Beobachtete, wie sie sich bewegten, wohin sie liefen. Teilweise folgte Gregor den Tieren.
Gregor ging so immer tiefer in den Wald hinein. Es wurde dunkler und dunkler. Nicht nur wegen der Tiefe des Waldes, sondern auch weil der Tag sich dem Ende näherte. Die Sonne war müde und wollte langsam ins Bett gehen. Der Mond war schon wach und schwach zu sehen. Bald sollte es am Himmel dunkel werden und die Nacht anbrechen.
Noch bevor es richtig dunkel war, kam Gregor an ein Haus. Sollte er dort um ein Bett für die Nacht bitten? Er wusste, dass er nicht mehr rechtzeitig nach Hause kommen würde und den genauen Weg zurück kannte er auch nicht. Das Haus stand also am richtigen Ort und Gregor sah es zur rechten Zeit. Etwas Essen gibt es vielleicht auch im Haus, denn Gregors Magen knurrte.
Das Haus sah nicht wie jedes andere aus. Es war ein relativ kleines Haus und es war bunt. An vielen Stellen war es nur braun und weiß, doch oft genug konnte Gregor auch andere Farben entdecken. An einigen Stellen war das Haus gelb, anderorts violett. An der rechten Wand gab es viele rote und grüne Stellen. Da Gregor um das Haus herum ging, sah er auch die gegenüberliegende Wand. Diese hatte einige Stellen, die blau und orange waren.
Mit jedem Schritt um das Haus näherte sich Gregor dem Haus. Anfangs war er relativ weit entfernt, am Ende stand das Haus nur wenige Meter von ihm entfernt. Jetzt erkannte er, dass das ganze Haus aus Süßigkeiten bestand. Selbst die Türen und die Fenster schienen eine Süßigkeit zu sein. Die Farben Braun und Weiß, die Gregor zuerst erkannte, waren keine Farben. Dort, wo diese Farben waren, bestand das Haus aus Lebkuchen.
Gregor konnte nicht anders. Wie jedes andere Kind liebte er Süßigkeiten und so biss Gregor einige Male von dem Haus ein Stückchen ab. Nachdem siebten Mal erklang eine Stimme, die sprach "Knusper knusper knäuschen, wer knuspert an mein Häuschen?" Gregor antwortete mit vollem Mund: "Der Wind, der Wind, das himmlische Kind". Als die Stimme nicht mehr erklang, biss Gregor einige weitere Male vom süßen Lebkuchenhaus ab. Sechs Mal konnte Gregor diesmal zubeißen, ehe die Stimme noch ein weiteres Mal erklang.
Die Tür des Hauses öffnete sich und Gregor erkannte eine alte Frau. Diese fragte Gregor, ob er Süßigkeiten liebe. Gregor bejahte es. Die alte Dame bat Gregor hinein. Dort gab die Frau, die den Namen Emilia trug, Gregor weitere Süßigkeiten und ein Bett für die Nacht. Am nächsten Morgen wollte sie ihm helfen, wieder nach Hause zu kommen. Doch ob dies auch so kam, ist heute noch unbekannt. Der morgige Tag wird es zeigen. Ganz bestimmt.