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Wandel der Produktionsformen hin zur Fabrik

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Im 18. Jhd. ist die vorherrschende Produktionsform das Handwerk (Staehle, 1999). Der Handwerksbetrieb umfasst einen Meister und eine kleine Zahl von Gesellen und Lehrlingen, die ohne Maschinen und ohne Arbeitsteilung produzieren. Der Handwerker fertigt und kontrolliert sein Produkt von Anfang bis Ende und verkauft es an Abnehmer seiner Wahl.

In der Manufaktur findet sich die Arbeitsteilung, die bisher vor allem auf ganze Funktionsbereiche (Beschaffung, Produktion, Verkauf) übertragen wurde, auch im Produktionsbetrieb noch einmal speziell weiterverfolgt. Dabei wird zwar mit Werkzeugen gearbeitet, aber nicht mit Maschinen (Staehle, 1999).

Der wesentliche Unterschied der Fabrik zur Manufaktur besteht in der Verwendung mechanischer Kraft zum Betrieb von Werkzeugen. Zentrale Energiequellen sind zunächst Wind und Wasser (oder Tiere), später Dampf, Gas und Elektrizität (Staehle, 1999).

Das damals vorherrschende Menschenbild ist das des homo oeconomicus:

• Er/sie ist verantwortungsscheu, weil die Arbeit eine Mühe ist und Kosten, Zeit, Anstrengung verursacht.

• Er/sie ist nur durch monetäre Anreize motivierbar.

• Er/sie handelt zweckrational.

• Er/sie handelt nach der Maxime des größten Gewinns.

• Er/sie strebt nach der Maximierung des Nutzens.

• Er/sie besitzt vollständige Übersicht über die eigenen Handlungsmöglichkeiten.

• Er/sie ist mit der Voraussicht in wirtschaftlichen Belangen begabt.

• Seine/ihre Bedürfnisse sind stabil und linear in die Zukunft gerichtet und unabhängig von anderen Personen.

Zudem werden die Arbeiter/innen als ineffiziente Maschine betrachtet (Kirchler et al., 2004). Unzulänglichkeiten der Arbeiter/innen sollen mit Werkzeugen und Arbeitsabläufen ausgeglichen werden.

Dimensionen der Arbeitsteilung sind heute die Teilung von Besitz (einer Maschine, eines Computers etc.) und deren Bedienung, die Teilung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit ( Kap. 6), die Teilung von Hand- und Kopfarbeit und die Spezialisierung (Bamberg, Mohr & Busch, 2012).

Die psychologisch bedeutsamen Folgen der Arbeitsteilung sind nach Bamberg et al. (2012)

• die Beschränkung der Entscheidungsspielräume über das Was, Wie, Wann und Wo der Erwerbstätigkeit,

• die Intensivierung der Arbeit durch Technologien,

• weniger abwechslungsreiche Tätigkeiten durch Spezialistentum (one best man),

• die Schaffung von Restaufgaben mit minimalen Qualifikationsanforderungen,

• die Dehumanisierung der Arbeit durch Reduzierung der Denkanforderungen,

• das Vereinbarkeitsproblem zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit.

Arbeits- und Organisationspsychologie

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