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Industrialisierung in Nordamerika und die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung (Scientific Management) nach Taylor
ОглавлениеDie Industrialisierung gilt auf dem Territorium der heutigen USA erst um 1880 als abgeschlossen (Industrialisierung = weniger als 50 % der Bevölkerung sind im primären Sektor der Landwirtschaft beschäftigt). Bis 1840 dominierten kleine Produktionsstätten mit hohem Anteil an Kinderarbeit (Staehle, 1999). Um ca. 1900 trugen die Einwanderer/innen mit 40 % zum Bevölkerungswachstum und mit über 70 % zum Wachstum der Industriearbeiter/innen bei (Staehle, 1999). Einwanderungsströme und hoher Kapitalzufluss ermöglichten die technologische Entwicklung in den USA, in deren Mittelpunkt zunächst der Bau von Eisenbahnlinien, Straßen und Kanälen stand (im Prinzip in etwa so, wie man das aus den »Wild West«-Filmen kennt). Auch die Abschaffung der Sklaverei und damit der Wegfall von mehr oder weniger kostenlosen Arbeitskräften veranlassten die amerikanischen Unternehmer, nach effizienten Formen der Produktionsformen auf Basis der Mechanisierung und Rationalisierung zu suchen (Staehle, 1999).
Nach Volpert (1995) lassen sich Taylors Gedanken des Scientific Managements (»wissenschaftliche Betriebsführung«) wie folgt darstellen:
Das Ausgangsproblem von Taylors Überlegungen war, dass die Arbeiter/innen Taylors Ansicht nach infolge von bewusster Leistungszurückhaltung und unökonomischer Verausgabung der Arbeitskraft zu wenig leisteten.
Nach Kieser (1999a) brachte der/die Arbeiter/in den frühen Fabriken, ähnlich der Tätigkeiten im Handwerk, noch ein reichhaltiges Erfahrungswissen in die Arbeit ein: Er/sie plante die Arbeitsabläufe, wählte die Werkzeuge, richtete die Maschinen ein. Nach Taylor nutzte der/die Arbeiter/in dieses Erfahrungswissen aber gleichsam zur »Drückebergerei« (Kieser, 1999a).