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Alessandrini, Rinaldo
Оглавление1960 am 25. Januar in Rom geboren, kommt er erst mit 14 Jahren zum Klavier, später mit 18 Jahren auch zum Cembalo; außerdem singt er im Chor, wo er erstmalig mit Alter Musik in Berührung kommt.
1978–1979 nimmt er an Kursen bei Ton Koopman am Konservatorium in Amsterdam teil.
1984 gründet er das Ensemble Concerto Italiano, das auf historischen Instrumenten spielt, aber auch Vokalisten einbezieht. Es debütiert mit der Oper La Calisto von Francesco Cavalli. In den folgenden Jahren etabliert Alessandrini das Concerto Italiano als führendes italienisches Ensemble für die italienische Musik des Barock. Auftritte bei allen bedeutenden Festivals und Konzerte weltweit folgen.
1998 beginnt seine intensive Beteiligung an der – international regelmäßig ausgezeichneten – Vivaldi Edition des Labels Opus 111 (zuletzt: Naïve), die eine Vielzahl geistlicher Werke, Opern und Concerti umfasst (viele davon als Tonträger-Premieren).
2007 wird Alessandrini an der Norske Opera in Oslo zum Ersten Gastdirigenten berufen. Zudem tritt er in den letzten Jahren verstärkt als Gastdirigent mit größeren Formationen (nicht nur) der Barockmusik-Szene auf.
2009 beginnt seine Serie mit Aufführungen von Monteverdis Operntrilogie an der Mailänder Scala.
|62| Rinaldo Alessandrini gehört als Cembalist, Hammerklavierspieler und Dirigent seines Ensembles Concerto Italiano, das er zumeist vom Cembalo aus leitet, mit zu den Begründern eines »neuen italienischen Stils« in der Alte-Musik-Bewegung, der die Dominanz der englischen Ensembles ablöste. Dieser italienische Stil, den er nicht nur auf die Musik seines Heimatlandes anwendet, zeichnet sich vor allem durch ein hohes Maß an Virtuosität aus, sowohl auf vokalem wie auf instrumentalem Gebiet. Ferner fällt die Betonung rhythmischer Finessen auf, der plötzliche dynamische Wechsel bis hin zur Attacke, wodurch zumeist ein äußerst spannungsreiches Musizieren entsteht. Alessandrini bewahrt aber in allen seinen Interpretationen das gesangliche Moment – vielleicht ein Beleg dafür, dass er stark von seinen frühen Chorerfahrungen geprägt wurde. Da sämtliche italienischen Ensembles erst in den 1980er-Jahren oder noch später auf der Bühne der Rekonstruktionsbewegung erschienen, konnten sie einerseits auf dem aufbauen, was deutsche, niederländische und englische Ensembles erarbeitet hatten, fügten aber andererseits als eine wesentliche neue Komponente ihre virtuose Spielkultur hinzu – die vor allem in der Darstellung des Repertoires italienischer Barockkomponisten des 17. und 18. Jahrhunderts wiederum die etablierten Ensemblekulturen zum Teil stark beeinflusst hat.
Tonträger
1997 Vivaldi: Gloria RV 589 / Magnificat RV 611 / Concerti RV 128 & 563 (York, Biccire, Mingardo, Akademia, Concerto Italiano; Opus 111) 2000 Händel: Il trionfo del tempo e del disinganno (York, Bertagnolli, Mingardo, Sears, Concerto Italiano; Opus 111 / Naïve) 2001 Rossini: Arien / Ouvertüren: Il barbiere di Siviglia / La scala di seta (María Bayo, Concerto Italiano; Astrée / Naïve) 2005 Bach: Brandenburgische Konzerte Nr. 1–6 (Concerto Italiano; Naïve) 2009 Vivaldi: Armida al campo d’Egitto (Milanesi, Zanasi, Comparato, Mingardo, Concerto Italiano; Naïve) 2011 »1600« [Werke von Frescobaldi, Gabrieli, Marini, Torelli u. a.] (Concerto Italiano; Naïve)
Editionen
Claudio Monteverdi, Il ritorno d’Ulisse in patria, Kassel 2007 Claudio Monteverdi, L’Orfeo, Kassel 2012
Schriften
Performance Practice in the Seconda Prattica Madrigal, in: Early Music 27/4 (1999), S. 632–639 Monteverdiana, Palermo 2006
Literatur
Alles Zufall [Interview mit Johannes Jansen], in: Concerto, Heft 160 (2001), S. 18–20
DGU