Читать книгу Abhandlungen über die Psalmen, Band 1 - Hilarius von Poitiers - Страница 101
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ОглавлениеSo eilt auch der heilige Paulus zum Erfassen, indem er spricht:112 „Ich verfolge aber dieß, daß ich das erfasse, wozu auch ich erfaßt bin.“ Nicht langsamen Schrittes eilet er, und nicht in einem schlaffen Laufe verfolgt er; denn er verfolgt, um zu erfassen. Und er schiene schon genug gesagt zu haben, wenn er, um zu erfassen, verfolgen würde; aber er wünscht auch selbst Gewalt anzuthun, und eilt, zu erfassen, und wie bei einem körperlichen Angriffe zu ergreifen. Allein er weiß, daß er selbst schon von dem, was er zu ergreifen eilt, ergriffen sey. Denn wenn Gott, als Mensch gezeugt, da wir durch die körperliche Natur von seiner Natur verschieden sind, uns dadurch ergriffen hat, daß er selbst das geworden ist, was wir sind; so liegt es uns ob, zu streben, jetzt das zu ergreifen, was er selbst ist, damit sich unsere Eile mit jener Herrlichkeit, zu welcher sie diese körperliche und vergängliche Natur erhebt, vereine; und so werden wir das ergreifen, wozu wir schon ergriffen worden sind, wenn wir die göttliche Natur annehmen, nachdem Gott zuvor die menschliche Natur angenommen hat. Ergreifen also müssen wir die Lehre, und wie mit einem körperlichen Bande sie gleichsam umfassen, damit sie uns nicht entschlüpfe oder entwische.