Читать книгу Abhandlungen über die Psalmen, Band 1 - Hilarius von Poitiers - Страница 95
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ОглавлениеAber auch jene Zertrümmerung, welche dann, wie die eines Töpfer-Gefässes, eintreten wird, wann diesen Leibern nach ihrer Auflösung und Zertrümmerung durch den Todesfall, dem Gutbefinden des Werkmeisters gemäß die Wiederherstellung wird ertheilt werden, darf man nicht verkennen. Und dieses Beides scheint die Rede des Propheten durch denselben Ausdruck angedeutet zu haben. Denn indem er die Neue über die vorigen Handlungen als nützlich darstellt, gibt er zu verstehen, daß gleichsam eine neue Gestaltung dieses gegenwärtigen und körperlichen Lebens aus den Lastern zu den Tugenden Statt finden müsse, da mit der sündhaften Gesinnung auch Gottes Zorn gegen sie aufhört. Und obgleich er dieses bei der Vergleichung mit dem Töpfer vorbrachte; so sieht man doch, da er von demselben Töpfer sagt: „Und er machte ein anderes Gefäß, wie es ihm gefiel,“ daß auch jene Wiederherstellung angedeutet sey, welche nach dem Willen Gottes den auferstehenden Leibern zu Theil werden wird. Wie es ihm nämlich gefällt, und wie es in seinen Augen angemessen ist, wird er die zerstörten Leiber neu gestalten, und ihnen nicht aus einer andern, sondern aus der alten und ihrer ursprünglichen Materie selbst eine Gestalt von einer ihm gefälligen Schönheit geben; so daß die Auserstehung der verweslichen Leiber zur Glorie der Unverweslichkeit nicht durch Vernichtung die Natur zerstört, sondern die vorige Beschaffenheit umgestaltet. Denn es ist kein anderer Leib, ungeachtet er zu einem andern auferstehen wird, wie der Apostel sagt:101 „Verwesliches wird gesäet, Unverwesliches wird auferstehen; Unansehnliches wird gesäet, Herrliches wird auferstehen; Gebrechliches wird gesäet, Kraftvolles wird auferstehen; ein sinnlicher Leib wird gesäet, ein geistiger wird auferstehen.“ Es geht also eine Veränderung vor, es wird aber keine Vernichtung herbeigeführt. Und da das, was gewesen ist, zu dem, was es nicht gewesen ist, aufersteht, so hat es nicht den Ursprung verloren, sondern ist zur Verherrlichung fortgeschrttten. Lasset uns also theils jetzt, theils dann frohlocken, das wir wie ein Töpfer-Gefäß zertrümmert werden; auf daß wir theils jetzt, nach Art eines Töpfer-Gefässes, mit dem Herrn gestorben und begraben durch die Taufe in einem neuen Leben wandelet, theils nach der Ablegung des alten Menschen zu einem neuen Menschen Christi wieder geboren werden; theils einst durch diese Wirkung der neuen Geburt zu jener seligen und Gott gefälligen Gestalt unserer wiederholten Umgestaltung umgebildet werden.