Читать книгу Abhandlungen über die Psalmen, Band 1 - Hilarius von Poitiers - Страница 107
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ОглавлениеAls Ende bezeichnet der Psalm nicht gleichsam einen Untergang der Dinge, sondern eine Grenze und Vollendung der fortlaufenden Dinge; und nicht, daß durch Vernichtung geendet werde, sondern daß das, wovon es sich handelt, auf eine gewisse Grenze des Verbleibens gestellt werde. Was also dieses für ein Ende, ferner welche die vollkommene Vollendung aller Dinge und wie verborgen sie sey, dieses spricht der heilige Apostel Paulus an die Korinther so aus:121 „Wie in Adam Alle sterben, so werden in Christo alle lebendig gemacht. Ein jeder aber nach seiner Reihe: Der Erstling ist Christus; dann folgen die, welche Christo angehören und an seine Ankunft geglaubt haben; hierauf tritt das Ende ein, wo er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und Gewalt vernichtet haben wird. Denn er muß herrschen, bis er alle seine Feinde unter seine Füsse gelegt hat. Denn Gott hat Alles seinen Füssen unterworfen. Der letzte Feind, welcher in ihm besiegt wurde, ist der Tod. Wenn es aber heißt: Alles ist ihm unterworfen, ausser demjenigen, welcher ihm Alles unterworfen hat; dann wird er sich selbst dem unterwerfen, welcher ihm Alles unterworfen hat, damit Gott Alles in Allem sey.“ Dieses also ist das Ende der Geheimnisse, die Auferstehung der Todten, die Verherrlichung der Heiligen, die Vernichtung der herrschenden Bosheit, der Untergang des Todes; und dadurch wird Christi Reich auch das Reich Gottes des Vaters. Denn wenn dieses geschehen ist, so wird dem Sohne von dem Vater Alles unterworfen seyn, nicht damit durch die Unterwerfung die Ewigkeit des Reiches aufgehoben werde, sondern damit er uns, verherrlichet und mit Unsterblichkeit umhüllet, und seinem verherrlichten Leibe gleichgestaltet, in das Reich des Vaters einführe, nachdem wir bereits seiner Miterbschaft würdig, bereits in die Familie des Vaters aufgenommen, bereits seiner Güter und Herrlichkeit theilhaftig geworden sind, so daß er in uns zugleich mit dem Vater herrsche, und Gott Alles in Allem sey, indem durch die gehorsame Unterwerfung die angenommene menschliche Schwachheit von der göttlichen Natur verschlungen wird. Dieses ewige Lob also gebührt von dem Sohne Gott dem Vater, nachdem alle, welche seit Adam bis zur Zeit des Reiches im Glauben gelebt haben, auferweckt und aus ihrem Körper in eine himmlische Gestalt verklärt worden sind, nachdem die Ungerechtigkeit aller Bosheit aufgehoben, der Teufel zur Pein des ewigen Feuers verdammt, und sein Name aus dem Andenken der Menschen vertilgt worden ist; diese Geheimnisse werden im Psalme besungen, diese werden nach der Erreichung des Endes gefeiert. Und weil der Sohn alle Zukunft weiß, so wird dieses als gleichsam schon geschehen angeführt; denn in ihm, und bei ihm, und durch ihn sind alle Dinge; ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen.