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Demnach ist Gott für keine Veränderung empfänglich, und kann nicht aus einem Zustande in einen andern versetzt werden; weil er eine bestimmte und unveränderliche Natur hat und bleibt, wie er ist; er sagte ja selbst:63 „Ich bin, der ich bin, und ändere mich nicht.“ Jene selige vollkommene und ewige Güte der göttlichen Natur läßt keine Veränderung zu, und geht nicht auf Anregung eines zufälligen Triebes aus einem Zustande in einen andern über. Und eben dieses bezeugt dieser Prophet auf Eingebung des heiligen Geistes, indem er spricht:64 „Gott ist ein gerechter Richter, stark und großmüthig; zürnet er wohl alle Tage? Wenn ihr euch nicht bekehret, hat er sein Schwert gezückt, und seinen Bogen gespannt, und bereitet; und tödtliche Geschosse hat er darauf gelegt; seine Pfeile hält er bereit für solche, welche brennen werden.“ Der Großmüthige läßt sich nicht zum Zorne verleiten; sondern als mächtiger Richter hat er die Strafe für die Schuld bestimmt. Denn für die, welche sich nicht bekehren, hat er das Schwert gezückt, und den Bogen gespannt, und darauf tödtliche Geschosse gelegt, und für sie, welche brennen werden, „hält er seine Pfeile bereit.“ Er hat sie aber nicht bereitet bei dem Aufwallen eines plötzliches Zornes, welcher durch die Rachbegierde plötzlich entstammt worden wäre; sondern er hat sie für solche gemacht, welche brennen werden, für solche, welche durch ihre unbußfertige Gesinnung sich selbst zum Verbrennen bestimmen werden. Und für die, welche sich nicht bekehren, ist das Schwert gezückt, welches nicht wegen aufflammenden Zornes gegen Jeden gezogen wird, (denn der, welcher großmüthig ist, zürnet nicht alle Tage;) sondern weil er zu richten beschlossen hat, deßwegen ist sein Schwert in Folge der Strafbestimmung schon bereit. Aber selbst die geistigen Verrichtungen des strafenden Gerichtes werden in dem Schwerte, dem Bogen und den Geschossen aufgeführt, weil sie bereitet gehalten werden für die, welche zu brennen bestimmt sind. Nicht aus Aufwallung eines augenblicklichen Zornes werden sie bereitet, sondern in Folge der Bestimmung des Beschlusses hat sie Gott mit der überlegtesten Gleichmäßigkeit seiner Güte bereitet; indem er nämlich die Strenge dieser seiner Strafbestimmung nicht verborgen und unbekannt ließ; indem er auf das Schreckliche derselben durch Ankündigungen vorher aufmerksam machte, und indem er dieselbe, obschon sie festgesetzt ist, dennoch durch lange Zögerung, um der Bereuung der Sünde Raum zu lassen, aufschiebt.

Abhandlungen über die Psalmen, Band 1

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