Читать книгу Abhandlungen über die Psalmen, Band 1 - Hilarius von Poitiers - Страница 73
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ОглавлениеUnd daher wurde, nachdem die Heiden getobt haben, die Könige aufgestanden sind, die Völker auf Eitles gesonnen haben und zusammen gekommen sind wider den Herrn und seinen Gesalbten, und nachdem sie verlacht und verspottet worden sind, beigefügt: „Dann redet er zu ihnen in „seinem Zorne; und verwirrt sie in seinem Grimme.“ Wie aber der Herr immer in seinem Zorn zu reden pflegte, davon wollen wir ein einziges sehr wichtiges und treffendes Beispiel aus der prophetischen Lehre anführen, wo Isaias spricht:65 „Höret nun das Wort des Herrn, ihr Fürsten von Sodoma, und du Volk von Gomorrha, merke auf das Wort des Herrn! Was nützet mir die Menge eurer Opfer? spricht der Herr. Ich bin ihrer satt. Die Brandopfer der Widder, das Fett der Lämmer, das Blut der Stiere und Böcke will ich nicht, und wenn ihr kommet zu erscheinen vor meinem Angesichte, (denn wer forderte dieses von euern Händen?) sollet ihr ferner meinen Vorhof nicht betreten. Wenn ihr Semmelmehl opfert, ist es vergebens; das Rauchwerk ist mir ein Gräuel. Die Neumonden, euere Sabbate und den Festtag kann ich nicht mehr dulden. Euere Fasten, Festtage, Neumonde und Feierlichkeiten haßt meine Seele. Denn ihr seyd mir zum Ueberdrusse geworden, und ich kann euere Sünden nicht mehr ertragen. Wenn ihr die Hände ausstrecket, werde ich meine Augen von euch wegwenden; und wenn ihr das Gebet vervielfachet, so werde ich euch nicht erhören; denn euere Hände sind voll von Blut.“ Und wahrlich dieses sind heftige und zornvolle Aeusserungen, die edle Familie Abrahams Fürsten von Sodoma nennen, das zum Erbe erwählte Israel das Volk von Gomorrha heißen, und sagen, ihre Opfer seyen unannehmbar, ihre Feierlichkeiten verabscheuungswerth, die Fasten eckelhaft. Die Augen werden von dem Anblicke der Hinzutretenden abgewendet, die Ohren von der Anhörung der Bittenden verschlossen werden, weil die Hände voll Blutes sind; was ist härter, als diese Drohung? Was strenger, als diese Androhungen? Aber lasset uns sehen, wie Gott in seinem Zorne rede.