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Es folgt aber die Lehre des Evangeliums dem Gange der Weissagung. Denn eben in diesem ist der Sinn beider Aussprüche enthalten, nämlich dieser Ausspruch: „Ich aber bin als König von ihm über Sion gesetzt, seinen heiligen Berg, und verkündige sein Gesetz. Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget.“ Denn da er sagt: „Von nun an werdet ihr den Menschen-Sohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen sehen;“ zeigt er die Zeit an, wo der Menschen-Sohn, welcher auch Christus und Gottes Sohn ist, werde gewürdiget werden, neben Gott zu sitzen; damit er, da er zuvor Gottes Sohn war, dann auch der Menschen-Sohn wäre; und damit das, was dann Menschen-Sohn ist, zum vollkommenen Sohne Gottes, das heißt, zur Wiederannahme seiner ewigen Herrlichkeit und zur Uebertragung derselben auf den Leib, durch die Macht der Auferstehung gezeugt würde; der Herrlichkeit, welche er, da er in dem Körper war, von dem Vater wieder verlangte. Denn er, der Gottes Gestalt hatte, hatte die Gestalt eines Knechtes angenommen. Und für diese angenommene Knechtesgestalt verlangte er die Herrlichkeit Gottes, in der er verblieb, mit den Worten:79 „Und nun verherrliche mich, o Vater! bei dir selbst mit jener Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ Er sucht nichts Neues, er begehrt nichts Fremdes, er verlangt nur, so zu seyn, wie er gewesen war; er bittet nur, daß er das seyn dürfe, was er zuvor gewesen war, nämlich daß er gezeugt werde zu dem, was sein gewesen ist. Nicht ganz aber war er damals das, was er zu werden verlangte ganz aber zu werden, nicht etwas anders, als was er gewesen war, forderte er. Allein da er wurde, was er gewesen ist, und da er, was er nicht war, werden sollte; wurde das, was nicht ganz war, zu dem, was gewesen war, gleichsam durch das Beginnen eines neuen Werdens geboren. Dieses also ist der Tag seiner Auferstehung zur Annahme der Herrlichkeit, durch welchen er zu dem geboren wird, was er vor den Zeiten war. Aber indem er zu dem geboren wird, was er vor den Zeiten gewesen war, wird er dennoch in der Zeit geboren, um das zu seyn, was er nicht war. Und darum wird man den Menschen-Sohn von nun an zur Rechten der göttlichen Kraft sitzen sehen, weil die Natur des Fleisches nach der Auferstehung verherrlichet wurde, und zur Erhaltung jener Herrlichkeit, welche er zuvor gehabt hatte, gelangte; da der Menschen-Sohn, um bei dem Vater zu sitzen, durch den Untergang der Verweslichkeit des Fleisches in der Unsterblichkeit zu dem nun lebenden und nicht mehr zum Tode bestimmten Gottes Sohne geboren wurde.

Abhandlungen über die Psalmen, Band 1

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