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Aber auch sogar die vorzüglichste und hauptsächlichste Angabe, warum er im Zorne rede und im Unwillen bestürzt mache, hat der Prophet nicht übergangen. Denn nach den Worten: „Dann redet er zu ihnen in seinem Zorne, und macht sie bestürzt in seinem Grimme,“ fügte er, um anzuzeigen, was jenes für eine Zorn-Rede wäre, und was für eine Bestürzung daraus entstünde, hinzu: „Ich aber bin als König von ihm über Sion gesetzt, seinen heiligen Berg, und verkündige sein Gesetz. Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. Begehre von mir, so will ich dir geben die Heiden zu deinem Erbe, und zu deinem Besitze die Grenzen der Erde. Du sollst sie beherrschen mit eisernem Scepter; und wie Töpfer-Gefäß sie zertrümmern.“ Indem er im Zorne redet und im Grimme bestürzt macht, mäßiget er sowohl den Zorn als auch die Rede. Denn theils verheimlichet er den Zorn nicht, indem er auf die Macht hinweiset, theils läßt er von seiner Güte nicht ab, indem er voraus Schrecken erregt: damit uns von der Gottlosigkeit die Furcht vor dem, auf dessen Macht er hindeutet, abhalten möchte. Aufgeregt also werden die, welche toben und auf Eitles sinnen, wenn sie wissen, daß er König, wenn sie hören, daß er Gottes Sohn, wenn sie erfahren, daß er Besitzer der Grenzen der Erde, und Erbe der Heiden sey, wenn sie erkennen, daß er das Recht habe, mit eisernem Scepter zu herrschen, wenn sie einsehen, daß er eben so und eben so leicht, wie ein Töpfergefäß, die Völker zertrümmere. So redet er im Zorne, so reget er auf im Grimme; indem er die begangene Gottlosigkeit nicht bestraft, sondern den Unbußfertigen zum reumüthigen Bekenntnisse durch den Schrecken vor der angedeuteten Macht aufregt.

Abhandlungen über die Psalmen, Band 1

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