Читать книгу Roses of Love: Band 1 bis 4 der romantischen Young Adult Serie im Sammelband! - Ilka Hauck - Страница 28

23 DANNY

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Wir brauchen ungefähr zwanzig Minuten bis zu unserem Haus, das etwas außerhalb der Stadt in einer Villengegend liegt. Summer ist ziemlich schweigsam, offenbar ist sie damit beschäftigt, die Eindrücke des Abends zu sortieren.

„Ist alles okay? Bist du müde?“

Sie sieht zu mir herüber und lächelt.

„Ein bisschen. Und ja, alles okay. Es war ein schöner Abend. Und du? War es für dich auch in Ordnung?“

Offenbar hat sie die Spannungen zwischen mir und meinen alten Herrschaften mitbekommen, aber das ist auch kein Kunststück.

„Ja, klar. Du warst ja dabei. Danke, dass du mitgekommen bist.“

Ich meine das ernst, ohne Summer wäre der Abend für mich schwer zu ertragen gewesen.

„Das hab ich gern gemacht“, murmelt sie und sieht wieder aus dem Fenster.

„Dein Großvater ist so nett. Du bist ein Glückspilz, Danny, so einen Opa zu haben.“

Fast erscheint es mir, als ob sie mit sich selbst reden würde.

„Hast du noch Großeltern, Summer?“

Sie schüttelt stumm den Kopf. Dann sieht sie mich an.

„Nein. Merkwürdig, oder? Alle sind tot. Es gibt nur mich.“

Sie sagt das völlig emotionslos, doch ich sehe, dass das nur Fassade ist. In ihren Augen liegt eine tiefe Traurigkeit, die mir die Kehle zuschnürt. Und plötzlich verstehe ich ihre Freundschaft zu Jake besser. Offenbar ist er der einzige Mensch, den sie hat. Nein, stimmt nicht, sie hat noch jemanden. Ich weiß nicht, ob es vermessen ist, aber ich weiß, dass ich etwas für sie sein könnte. Etwas ganz Besonderes vielleicht. Ich lenke meinen Blick wieder auf die Straße. Dieses Mädchen löst etwas in mir aus, was ich so noch nie erlebt habe. Etwas, was mir manchmal tierische Angst einjagt, weil ich nicht weiß, ob ich das kann. Wenn ich eines ganz sicher nicht will, dann ist es, Summer zu verletzen. Ich wünschte, ich wäre so, wie mein Großvater in meinem Alter war. Er hat mir oft erzählt, dass er nach einem Blick auf meine Großmutter wusste, dass sie die Frau war, mit der er leben und alt werden wollte. Und sie haben es geschafft, obwohl sie es nicht immer leicht hatten. Ich sehe zu Summer hinüber. Sie wirkt so zart und zerbrechlich in diesem Kleid und ihrer hellen Porzellanhaut auf den schwarzen Ledersitzen. Ihre Haare sind leicht zerzaust und fallen lang und seidig über ihre Schultern. Ich kann ein Lächeln nicht zurückhalten. La mia piccola rosa. Meine wunderschöne kleine Rose. Was mache ich nur?

„Dauert es noch lange? Was machen wir eigentlich dort? Fahren wir dann später ins College zurück?“

Sie gähnt und sieht mich verlegen an.

„Es dauert nicht mehr lange, fünf Minuten ungefähr. Und was wir machen? Kommt drauf an.“

Ich zwinkere ihr zu und sie verdreht die Augen.

„Ach, Moreno, schon wieder schmutzige Gedanken ums Kommen?“

Sie grinst und ich muss lachen. Sie ist so niedlich.

„Tut mir leid, ich kann nicht anders. Du löst das in mir aus.“

„Ernsthaft? Was stimmt nicht mit dir?“

„Mit mir stimmt alles, aber ich frage mich, was mit dir nicht stimmt. Warum kannst du nicht glauben, dass du verdammt sexy bist?“

Sie reißt die Augen auf und öffnet den Mund. Ein klein wenig sieht sie aus wie ein Fisch auf dem Trockenen und ich muss schon wieder lachen.

„Was gibt’s da zu lachen? Das … weil, das ist einfach …“

„Ja, ja, weil und überhaupt und sowieso. Ich hab´s dir schon mal gesagt, Sommerröschen, deine Argumente sind mehr als schwach. Genau genommen sind es überhaupt keine Argumente. Du bist einfach nur verklemmt.“

Sie schnappt empört nach Luft.

„Ich bin nicht verklemmt.“

Ich grinse sie breit an.

„Nein? Beweise es.“

Ihre Augen blitzen und sie lehnt sich zurück.

„Ach, so willst du es haben? Du denkst, ich würde darauf hereinfallen? Vergiss es.“

„Also doch verklemmt.“

Sie haut mir leicht auf den Arm.

„Bin ich gar nicht.“

„Bist du wohl. Und hör auf, den Fahrer zu schlagen, das könnte übel enden. Wobei, mir würde da was einfallen, was ich selbst während des Fahrens ertragen könnte. Du weißt schon. Obwohl, nein, du weißt es nicht mehr.“

Es macht einfach einen Riesenspaß, sie herauszufordern. Sie knirscht mit den Zähnen und ihre Wangen verfärben sich rosa.

„Ach ja? Will ich wissen, woran du da denkst?“

Ich ziehe nur die Augenbrauen hoch und sie ballt ihre hübschen kleinen Hände zu Fäusten.

„Du bist echt ein Idiot. Fängst du schon wieder mit dem blöden Blow Job an?“

Ich lache laut.

„Ah, Sommerröschen, das hast du jetzt gesagt. Ich hab was ganz anderes gemeint. Viel harmloser natürlich. Aber wie ich sehe, spukt dieser Blow Job noch immer in deinem hübschen Köpfchen herum. Ich glaube, wir müssen da mal bald was unternehmen, damit du dieses Trauma überwindest.“

Ihre Augen schießen Blitze.

„Ha, was unternehmen, hm? Das hättest du wohl gern. Wovon träumst du nachts?“

Ich grinse sie breit an und sie stößt einen undefinierbaren Laut aus.

„Okay, will ich nicht wissen.“

Sie verschränkt die Arme vor der Brust und spießt mich mit Blicken auf.

„Wir sind gleich da.“

„Mhm.“

Ihr Schmollmund ist zu süß. Gott, diese Lippen. Ich darf nicht näher drüber nachdenken sonst kriege ich selbst noch ein Blow-Job-Trauma.

„Wann fahren wir denn zum College zurück?“

„Morgen.“

Summer schnauft laut.

„Morgen? Davon hast du aber nichts gesagt. Ich hab ja noch nicht mal was dabei, um mich umzuziehen.“

„Brauchst du ja auch nicht. Ausziehen reicht mir völlig.“

Okay, langsam fürchte ich um mein Leben, so wie sie mich ansieht.

„Bist du jetzt völlig irre? Ich bleibe doch nicht über Nacht mit dir in deinem Elternhaus. Am besten noch im Doppelbett, was?“

„So war es geplant“, sage ich ungerührt.

„Danny! Mann, das …“

„Reg dich ab, wir haben vier Gästezimmer. Vier! Du kannst natürlich in einem von denen übernachten. Außer, du kommst freiwillig zu mir.“

Sie spart sich eine Antwort, und als wir gleich darauf in die Auffahrt zu unserer Villa abbiegen, ist sie sowieso erst einmal sprachlos.

„Wow, das ist ja … das ist ja riesig.“

Ich parke den Wagen und öffne die Beifahrertür für Summer. Sie steigt aus und sieht sich mit großen Augen um.

„Ja, nicht schlecht, die Hütte, was?“

„Nicht schlecht? Es ist der Wahnsinn.“

Sie folgt mir über die kiesbestreuten Wege bis zur Haustür. Ich schließe auf und wir betreten die Vorhalle. Summer sieht sich fast ehrfürchtig um. Ich führe sie ins Wohnzimmer und öffne die große Glastür zur Terrasse.

„Schau, der Garten. Im Sommer ist es herrlich hier.“

Mit der Außenbeleuchtung sieht man recht gut und sie lächelt.

„Das ist wunderschön.“

Ich nicke, während ich mein Sakko ausziehe und über die Couch werfe. Wunderschön ist ziemlich treffend, wenn ich mir die kleine Rose so anschaue.

Auch das Wohnzimmer scheint Summer zu gefallen, was mich nicht überrascht. Meine Mutter hat das Haus eingerichtet und sie hat einen exzellenten Geschmack. Alles wirkt elegant und doch gemütlich.

„Willst du was trinken?“

Sie folgt mir in die ganz in Weiß gehaltene geräumige Küche.

„Warum wohnst du auf dem Campus, wenn du hier wohnen könntest?“

Sie ist offenbar hingerissen von dem Haus.

„Warum? Weil ich dort meine Ruhe habe.“

„Ach so. Verstehe.“

Sie klingt etwas verlegen.

„Wohnt dein Großvater auch hier?“

„Ja, aber erst, seitdem meine Großmutter gestorben ist. Er hat im Nebengebäude seine eigenen Räume, ist aber dennoch nicht allein.“

Ich fasse nach ihrer Hand und ziehe sie mit mir.

„So, jetzt zeige ich dir, weswegen wir hier sind. Und dann will ich sehen, ob du dich traust.“

Sie kneift misstrauisch die Augen zusammen, sagt aber nichts, sondern geht ohne Protest mit. Wir durchqueren das Wohnzimmer, die Eingangshalle und betreten den Vorraum zu dem, was ich ihr zeigen möchte.

„Voilà, unser Schwimmbad.“

Ich schiebe sie nach vorne und sie bleibt verdutzt stehen. Ihre Augen weiten sich und sie murmelt: „Aber … oh mein Gott. Das ist ja … das ist einfach der Wahnsinn.“

Und ja, sie hat recht, das ist es. Diese Schwimmlandschaft ist das Prunkstück des Hauses. Ein Pool, eingelassen in helle Fliesen, klares Wasser, dessen Farbe von blauen Scheinwerfern im Beckenrand verstärkt wird. Breite Liegen, gearbeitet aus Wasserhyazinthe, säumen den Beckenrand, ebenso wie breitfächerige Palmen. Das Ganze liegt in einem Gewölbe aus Glas, von wo aus man ebenso in den Garten schauen kann als auch in den offenen Himmel. Ein im Moment ziemlich romantischer Sternenhimmel, nebenbei bemerkt.

Ich trete hinter Summer, lege meine Hände um ihre Taille und ziehe sie leicht an mich.

„Na, Sommerröschen, bist du dabei?“

Ihr zarter Duft steigt mir in die Nase und ich möchte ihr dieses Kleid vom Körper streifen. Möchte sie mit mir in das angenehm temperierte Wasser nehmen, sie halten, küssen, streicheln. Lieben. Sie wendet mir das Gesicht zu. Ihre Augen schimmern im Dämmerlicht. Nur zwei Lampen am Rand des Pools brennen und von oben leuchten die Sterne.

„Ich hab nicht mal einen Badeanzug. Das hast du geplant, oder? Du bist … Gott, du bist manchmal so ein Mistkerl.“

Ihre bebende Stimme verrät mir, dass sie ebenso fasziniert ist wie ich.

„Ich weiß. Sorry.“

Sie weiß, dass es mir kein bisschen leidtut, und ich weiß es auch. Ich senke den Kopf und küsse zart ihren Hals. Sie zittert und drückt sich enger an mich. Wenn ich es darauf anlegen würde, könnte ich es schaffen, sie herumzukriegen. Sie ist weich und anschmiegsam in meinen Armen. Aber etwas sagt mir, dass es zu früh für sie ist. Und verdammt, ich will ein Mal kein Arschloch sein. Nicht bei ihr. Ich atme also tief durch, sage: „Und wegen des Badeanzuges, kein Problem. Ich kann schließlich nicht nur Kleider und Schuhe organisieren.“

Widerstrebend lasse ich sie los und ziehe ein winziges Etwas aus einer Papiertasche neben dem Pool. Ich halte es ihr hin und sie nimmt es in die Hand.

„Ein Bikini? Ziemlich knapp, was?“

Sie ist nicht so cool, wie sie gerne wäre.

„Wenn er dir zu knapp ist, lass ihn einfach weg.“

Sie lacht leise.

„Ja, klar, das würde dir so passen. Wo kann ich mich umziehen?“

Ich deute auf die kleine Kabine aus weißem Holz. Kaum ist Summer verschwunden, überlege ich, mit dem Kopf an das Glas zu schlagen. Was ist mit mir nicht mehr richtig? Seit wann bin ich so verdammt gentlemanlike? Ich kenne meine Wirkung auf Frauen, habe diese Wirkung oft genug gezielt eingesetzt, um eine in mein Bett zu kriegen. Und ehrlich gesagt hatte ich nie ein schlechtes Gewissen deshalb. Es war ja auch nicht so, dass die Mädels nicht auf ihre Kosten gekommen wären, im Gegenteil. Aber bei Summer kann ich das einfach nicht. Dabei wollte ich noch nie ein Mädchen so sehr wie sie.

Die Tür zur Kabine öffnet sich und Summer kommt heraus. Sie sieht unsicher in meine Richtung, während ich sie anstarre und mir im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke wegbleibt. Heilige Scheiße, das hier werde ich definitiv nicht überleben. Sie sieht hinreißend aus, und ich kann nicht aufhören, sie anzustarren wie ein Idiot.

„Ich, wow, ich glaube, ich werde blind“, murmele ich und sie sieht mich verlegen an.

„Soll ich mich wieder anziehen?“

„Nein! Blödsinn, nein. Sorry.“

Sie steht jetzt direkt vor mir und sieht mich von unten mit ihren großen Bambiaugen an.

„Dass ich das noch erleben darf.“

Das Grinsen auf ihrem Gesicht ist leicht fies.

„Was meinst du?“

„Na, dass du so dermaßen sprachlos bist. Dafür lohnt sich dieser knappe Fetzen allemal.“

Süße, kleine Hexe. Na warte.

„Ach, du denkst, ich bin sprachlos? Da täuschst du dich, Sommerröschen, dazu braucht´s etwas mehr.“

Sie grinst verschlagen.

„Ach ja? Bist du sicher? Vielleicht wird ja deine Hose allmählich zu eng?“

Ich knirsche lautlos mit den Zähnen. Da könnte sie recht haben. Zu allem Überfluss dreht sie sich um und streckt mir ihren süßen, kleinen Knackarsch entgegen.

„Na, fällt dir nichts ein?“

Sie kichert und ich schlucke. Doch, mir fällt so einiges ein, aber das will ich nicht hier so mit ihr. Oder doch? Vielleicht will sie es auch? Mann, sie macht mich irre.

„Schluss jetzt, ich glaube, du brauchst eine Abkühlung.“

Ich schnappe sie mir und sie strampelt wild mit den Beinen.

„Danny! Lass das!“, kreischt sie.

„Was? Bist du etwa wasserscheu? Tja, Pech gehabt, würde ich sagen.“

„Du … lass mich runter. Das wirst du bereuen.“

Sie lacht und zappelt, hängt dabei wie eine Klette an mir, und natürlich kommt es, wie es kommen muss. Wir landen beide prustend im Wasser. Sie klatscht mit beiden Handflächen auf die Wasseroberfläche, bevor sie sich mit beiden Händen die nassen Haare aus dem Gesicht streicht.

„Blödmann! Hab ich dir nicht gesagt, du sollst mich loslassen?“

Im nächsten Moment fährt ihre Hand zu ihrem Mund und sie stößt ein erschrockenes „Oh“ aus. Ihre Augen weiten sich und sie stammelt: „Oh nein, der schöne Anzug. Das tut mir leid. Der war doch sicher arschteuer und …“

Ich bin mit zwei Schwimmstößen bei ihr, lege meine Hand in ihren Nacken und ziehe sie zu mir. Ich verschließe ihren Mund mit meinem und murmele: „Klappe. Ist nur Wasser.“

Einen Moment lang zögert sie, doch dann schlingt sie beide Arme um meinen Hals und ihre Finger vergraben sich in meinen nassen Haaren. Fuck, jetzt wird meine Hose wirklich zu eng, und zwar gewaltig. Unser Kuss vertieft sich und meine Vorsätze, nicht bei ihr landen zu wollen, kommen gehörig ins Wanken. Warum eigentlich nicht? Würde sie mich so küssen, wenn sie nicht wollte? Als ob sie meine Gedanken lesen könnte, löst sie sich von mir und sieht mir in die Augen, während ihre Finger mit meinen Locken im Nacken spielen.

„Danke“, sagt sie leise.

„Wofür? Für das unfreiwillige Bad? Ach, gerne doch.“

Sie lächelt leicht.

„Dafür, dass du mir Zeit lässt. Ich weiß, dass du es willst.“

Ich zucke mit den Schultern. Ist nicht zu leugnen, wo sie mir grad so nah ist, dass sie alles von mir spüren kann.

„Und ich weiß, dass du sonst nicht so, na ja, wie soll ich sagen, rücksichtsvoll vorgehst.“

Sie lächelt unsicher und ich muss grinsen. Welch niedliche Umschreibung.

„Also, jedenfalls, danke dafür. Es bedeutet mir viel, dass du so bist. Dass du nicht versuchst, mich zu drängen oder mich anzufassen oder so.“

Ich stoße einen empörten Laut aus.

„Anzufassen? Seh ich vielleicht aus wie ein Sittenstrolch?“

Sie lacht und mein Herz schlägt schneller.

„Eher nicht, nein. Ach, du weißt doch, was ich meine.“

Sie küsst mich zärtlich auf den Mund und flüstert: „Du bist sehr süß, ehrlich.“

„Süß? Ernsthaft? Meine Fresse, ich will nicht süß sein“, knurre ich, und sie lacht wieder, während sie leicht an meiner Unterlippe knabbert.

„Bist du aber. Süß, süß, süß.“

Ich packe sie fester um die Taille und unsere Blicke verschmelzen ineinander.

„Du weißt schon, dass ich mir irgendwann für all das hier die Belohnung holen werde, hm?“

Meine Stimme klingt rau, und Gott, ich will sie in diesem Moment so sehr, dass ich es kaum aushalte. Süß? Wenn du wüsstest, Sommerröschen.

„Ich glaub schon, dass ich das weiß. Ist okay.“

Okay? Na dann. Ich seufze genervt, und sie lacht, bevor sie mich wieder küsst.

„Lässt du das an, oder ziehst du dich aus?“

Ihre Augen funkeln, während sie an meinem Hemd herumnestelt. Dabei streichen ihre Finger zart über meine Haut und sie lächelt unschuldig. Das macht dieses kleine Biest doch mit Absicht. Manchmal frage ich mich echt, wer von uns beiden hier raffinierter ist.

„Ich zieh mich um“, murre ich leise und sie grinst.

„Okay. Bist wirklich ein braver Junge heute.“

Oh, kleine Rose, treib es nicht zu weit. Ich werfe ihr einen finsteren Blick zu, bevor ich mich von ihr löse und mich aus dem Becken schwinge. Sie sieht mir lächelnd hinterher, als ich im Haus verschwinde.

Ich nutze die Zeit, um mich abzuregen, was nicht so einfach ist, aber irgendwie gelingt es mir, ohne dass ich mir per Hand noch auf die Schnelle Erleichterung verschaffen müsste. Meine Güte. Als ich zurückkomme, lehnt Summer mit geschlossenen Augen am Beckenrand, während das klare Wasser ihren Körper umspielt. Sie sieht so hübsch aus, dass sich tief in mir etwas zusammenzieht. Und mir wird klar, das mit ihr, das ist viel mehr als ein Flirt. Ich bin drauf und dran, mich in sie zu verlieben, wenn ich es nicht schon längst bin. Ich schüttele den Kopf, während ich langsam näher komme. Scheiße, Mann, ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich wünsche mir, dass sie mir vertraut, dabei bin ich mir nicht mal sicher, ob ich mir selbst trauen kann. Kann ich?

Ich gehe am Beckenrand neben ihr in die Hocke und betrachte sie. Sie lächelt und murmelt: „Hey. Na, kann ich gucken?“

„Klar. Wobei du natürlich entscheiden musst, ob du diesen göttlichen Anblick verkraftest.“

Sie verzieht das Gesicht und spritzt mit einer Ladung Wasser nach mir.

„Gott, du elender Angeber.“

Sie sieht mich an, und ich schmunzele, als ich sehe, wie ihre Augen einen Tick dunkler werden. Haha, doch nicht so cool, wie du tust, kleine Rose, was? Ich lasse mich ins Wasser gleiten, während sie mich weiter ansieht. Sie runzelt die Stirn, dann kommt sie näher und legt eine Hand auf meine Schulter.

„Oh, wow. Ich hab zwar schon mitgekriegt, dass du da ein Tattoo hast, aber es noch nie richtig gesehen. Das ist wunderschön.“

Sie streicht mit dem Finger ganz sachte über meinen Oberarm.

„Ein Tiger? Warum?“

„Weil ich die total mag. Als Junge habe ich mir jede Dokumentation über sie angeschaut, die ich finden konnte. Es sind herrliche Tiere.“

Sie lächelt.

„Das stimmt.“

Sie betrachtet das Tattoo näher.

„Es ist einmalig schön. Und es passt zu dir. Wie lange hast du das schon?“

„Zwei Jahre ungefähr.“

„Es ist wirklich Hammer. So schön und präzise gearbeitet. Wie der guckt. Gott, ich will auch so eins.“

Sie schwärmt und wird rot, als sie merkt, wie ich sie lächelnd ansehe.

„Ich würde mich sowieso nicht trauen, bin ein ziemlicher Angsthase.“

„Ich weiß.“

Sie funkelt mich an.

„Ich meinte das Tattoo.“

„Ja, schon klar.“

Ich zause ihr durch die Haare und sage: „Komm, schwimmen wir eine Runde. Mal sehen, ob du mit mir mithalten kannst.“

Wir verbringen noch zwei lustige, entspannte Stunden am Pool, bis Summer kaum noch aus den Augen schauen kann, so müde ist sie. Ich zeige ihr unser schönstes Gästezimmer, doch sie bleibt unschlüssig stehen.

„Wo ist dein Zimmer?“

„Weiter hinten auf dem Flur.“

Sie zögert, schließlich sagt sie leise: „Darf ich bei dir schlafen? Ich habe Angst, schlecht zu träumen. Du weißt schon, der Rauch. Wäre mir echt peinlich, wenn ich hier schreiend aufwachen würde, wenn deine Eltern und Sara zurück sind.“

Ich nicke und umfasse ihre Hand. Wortlos laufen wir zu meinem Zimmer und ich spare mir Fragen nach ihren Albträumen. Offenbar ist das ein heikleres Thema, als ich zuerst dachte.

„Hier. Fühl dich wie zu Hause.“

Sie betritt mein Zimmer und sieht sich um.

„Lieber nicht“, murmelt sie und sieht mich entschuldigend an.

„Ich möchte mich wie bei dir fühlen, nicht wie bei mir daheim.“

Sie zieht die Schultern hoch und wirkt plötzlich so schrecklich verletzlich in nichts als diesem Bikini und einem Badetuch. Ich lege ihr die Hand an die Wange und streiche mit dem Daumen über die zarte Haut.

„Vielleicht fühlt es sich ja irgendwann wie ein neues Zuhause an. Bei mir, mein ich.“

Ja, ich war zu lange unter Wasser, ganz eindeutig. Doch ihr Lächeln sagt mir, dass meine Worte nicht allzu peinlich waren.

„Vielleicht. Danke, dass ich hier sein darf.“

Darf? Oh Mann.

„Klar. Ich werde mich auch benehmen, versprochen.“

„Weiß ich. Ist ja nicht die erste Nacht, die wir im gleichen Bett verbringen.“ Sie funkelt mich an. „Und lass das jetzt bleiben mit dem Blow Job, okay?“

Ich grinse und verbeuge mich leicht.

„Dein Wunsch ist mir Befehl. Komm, ich zeige dir das Bad.“

Bevor ich sie in das angrenzende Badezimmer führe, gebe ich ihr eines meiner Shirts, Boxershorts und Socken.

„Okay, du wirst ertrinken in den Klamotten. Vielleicht soll ich dir lieber was von Sara holen?“

„Nein, das geht schon. Danke.“

Sie lässt mich stehen und ich starre etwas frustriert auf die geschlossene Badezimmertür. Wenn mir das einer vor ein paar Wochen erzählt hätte.

Summers Anblick in meinem Kram entschädigt mich dann für alles. Sie sieht so verdammt süß und gleichzeitig so sexy aus in diesem Shirt und den Tennissocken, dass ich das Grinsen kaum aus dem Gesicht kriege. Sie kuschelt sich auf mein Bett und ich verschwinde im Bad. Kaltes Wasser. Eiskalt. Als ich fertig bin und zurückkomme, schläft sie bereits. Ihre Haare sind noch feucht und sie riecht so unglaublich gut. Ich lege mich vorsichtig neben sie und streiche ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, bevor ich das Licht lösche und auf ihre Atemzüge lausche. Verdammt, ich könnte mich dran gewöhnen, sie so bei mir zu haben. Ich glaube, das könnte ich wirklich.

Roses of Love: Band 1 bis 4 der romantischen Young Adult Serie im Sammelband!

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