Читать книгу Achims Ring - Manfred Peter Oebel-Herrmann - Страница 12
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Оглавление„Was gibt’s?“ wollte sie wissen und meinte damit das Essen.
„Lachs“ sagte Hanni kurz angebunden.
Achim betrachtete seine Schwiegermutter. Bräsig saß sie da, verpes-tete mit ihrem Billigparfüm die Luft, verdarb die bis dahin gute Stimmung. Er war jetzt entschlossen La belle-mère von ganzem Herzen nicht zu mögen.
Achim bat Hanni Platz zu nehmen und servierte den Rieslingsekt Fürst Metternich als Apéritif. Zum Essen würden sie diesen Sekt auch trinken.
La belle-mère gab Hanni ein Couvert. „Für dich“ sagte sie extra betont, dann trank sie ihr Glas aus und rülpste leise.
Achim war genervt, die Frau konnte einfach nicht genießen und vor allem hat sie keinerlei Stil; sie ist schlicht und einfach vulgär.
Sie genossen das Lachstartar. Die Mutter fraß es kommentarlos in sich hinein.
„Was macht ihr nachher?“ wollte La belle-mère wissen.
„Wir fahren nach Ahlbeck, ein bisschen promenieren.“
La belle-mère quittierte die Auskunft mit eisigem Schweigen.
Achim war über das heutige Verhalten seiner Schwiegermutter stinksauer und auch verletzt. An Hannis Miene sah er, dass es ihr genauso erging.
Die Zeit verging nur schleppend.
Der Lachs war köstlich und harmonierte perfekt mit der kalten Kräutersauce. Kaum war der Hauptgang beendet servierte Achim auch schon die Kekstorte. Dieses Mittagessen sollte so schnell wie möglich beendet werden.
Endlich machte La belle-mère Anstalten sich zu verabschieden. Hanni sah verstohlen auf ihre Uhr, während Achim alle Zurückhal-tung fallen ließ und demonstrativ auf die Uhr schaute:
„So, dann wollen wir mal, sonst bekommen wir keine Sonne mehr ab, wenn wir auf der Promenade sind.“
Die zwanzigminütige Fahrt nach Ahlbeck verlief schweigsam, beide waren bedrückt. Achim sagte: „Ich verstehe die Frau nicht, aber vergessen wir das am besten.“ Hanni schaute ihn dankbar an und meinte „Freuen wir uns auf den Espresso.“
Die Terrasse des Ahlbecker Hof war gut besetzt, aber sie hatten Glück und fanden einen freien Zweiertisch.
Ein handbeschriftetes Schild an der Treppe zur Terrasse kündigte an: LIVE KLAVIERMUSIK!