Читать книгу Achims Ring - Manfred Peter Oebel-Herrmann - Страница 18

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„Übertreib es nicht mit der Kifferei“ mahnte Hanni besorgt. „Sicher doch, ich kenn mich ja aus.“ Achim kannte einige Fliegenpilzrezepte. Er zog von einem Pilzhut die Haut ab, die sich dann während sie trocknete zusammenrollte und wie eine Zigarette geraucht wurde, oder das Pilzfleisch wird getrocknet, zerrieben und in einer Pfeife geraucht. Es besteht auch die Möglichkeit das Pilzfleisch zu mahlen und dann zu schnupfen wie Koks. Egal wie, er genoss seit vielen Jahren dieses Halluzinogen nur auf nüchternen Magen, dann wurde ihm danach nicht so übel. Weitere Nachwirkungen hatte er bis jetzt nicht gespürt.

Auch der nächste Tag war ein sogenannter Bilderbuchtag; der Sommer konnte sich in diesem Jahr gar nicht von der Insel trennen.

Der krasse Gegensatz zu dem hiesigen Wetter war die Flutkatas-trophe, auch Jahrhundertflut genannt, obwohl das neue Jahrhundert erst zwei Jahre alt war, die in anderen Gegenden Deutschlands Unheil anrichtete. Achim sah die Bilder regelmäßig im Fernsehen. Er wurde sauer wenn er wahrnahm wie schamlos die Politiker die Katastrophe und die Not der Betroffenen für ihre politischen Ziele zu nutzen suchten. Er sah Schröder, Stoiber und Konsorten in ihren Maßanzügen und neuen Gummistiefeln, für die Kameras mit grim- migen entschlossenen Mienen, im seichten Wasser herumstapfen. Die Krawatten hatten sie abgenommen, um so den Eindruck zu ver-mitteln, als würden sie im nächsten Moment selber zupacken. Achim fragte sich ob die Wähler auf solch Schmierentheater hereinfallen würden. Wenn dann die Umfragewerte publiziert wurden konnte er feststellen, dass sie es taten.

„Nun, die Menschen erhalten die Politiker, die sie verdienen.“

Achim brach auf in Richtung Wald. Die Luft war geschwängert mit Pilzduft und entsprechend üppig war seine Ernte. Er präparierte seine Joints an Ort und Stelle und ließ sie an der Sonne trocknen.

Als er wieder zu Hause war kümmerte er sich um die Fischsuppe. Sie musste noch mit einigen Eigelben gebunden werden; außerdem erhält die Suppe dadurch einen feinen und eleganten Geschmack.

Entscheidend waren aber Safran und Pastis. Den Safran bezog Achim aus der Schweiz, aus Mund, einem kleinen Bergdorf im Kanton Wallis. Er war überzeugt, dass es sich bei diesem Safran um den besten der Welt handelte und dem aus Spanien haushoch über-legen wäre. Und nun der Pastis. Achim koche gerne Fischsuppe weil ich dann einen Vorwand hatte mit Hanni ein oder auch zwei Pastis zu trinken.

Achims Ring

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