Читать книгу Kinder, Kirche, Kuchenkrümel - Maria Lang - Страница 8

8. Januar, 11.15 Uhr

Оглавление

Die Nacht war ungestört, und so stehe ich heute voller Elan auf. Nur, um gleich einen »Dämpfer« zu bekommen: Georgs Schmerzen sind so stark, dass er nicht vom Bett hochkommt. Ich lege ihm einen wärmenden Wickel auf und verabreiche ihm ein schmerzlinderndes, muskelentspannendes Mittel. Serviere ihm das Frühstück ans Bett.

Er tut mir leid, aber gleichzeitig merke ich auch, dass ich sauer bin – auf die Situation, denn ich habe mich auf das freie Wochenende ohne Termine schon sehr gefreut! Aber auch auf ihn persönlich, denn er hat schon vor Tagen über Schmerzen geklagt und dann trotzdem, obwohl ich ihm schwer davon abgeraten habe, Eishockey gespielt. Seitdem ist es schlechter geworden und nun hängt er völlig hilflos da. Nicht mal seine Eishockey-Ausrüstung konnte er in den Keller bringen! Ich finde es einfach dumm, so leichtfertig mit der eigenen Gesundheit umzugehen. Früher nahm ich das alles nicht so genau. War man eben mal ein paar Tage krank. Das wird schon wieder. Aber mit kleinen Kindern ist das etwas ganz anderes. Wer kümmert sich um alles, wenn einer von uns ausfällt? Der andere natürlich, und in diesem Fall bin ich es, die nun Haushalt, Kinder und auch noch einen kranken Mann versorgen muss.

So hab ich mir das nicht vorgestellt. Ich wollte das letzte Ferienwochenende noch ausgiebig genießen, Kräfte tanken für die vor uns liegende Arbeitswoche. Nach einigem Hin und Her ringe ich mich schließlich durch, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Es ändert ja doch nichts, wenn ich mich aufrege. Georg hat sich vorhin bei mir bedankt, dass ich ihm seine Dummheit nicht übelnehme und ihn so gut versorge. Er hat es also immerhin eingesehen, dass sein Verhalten unvernünftig war. Das ändert zwar nichts an der Situation, aber es ist ein Schritt in Richtung Besserung.

Manchmal lernen wir eben nur aus Erfahrung. Ich bin da ja nicht anders. Die Unvernunft ist aber nur ein Aspekt des Ganzen. Ich denke, dass wahrscheinlich noch mehr dahintersteckt, wenn mein Mann momentan sein Kreuz so stark spürt. In der letzten Zeit belasten ihn einige Dinge, die er mit sich herumschleppt. Die Zukunft der von ihm gegründeten Privatvolksschule ist ungewiss, da es Unklarheiten wegen des Mietvertrages für das Gebäude gibt. Die ganze Verantwortung, sich darum zu kümmern, lastet auf ihm. Ich habe einfach den Eindruck, dass da vieles psychosomatisch begründet ist, dass sich psychische Schwierigkeiten körperlich auswirken, beim einen mehr, beim anderen weniger. Irgendwie spielt das sicher eine Rolle. Ich ermutige ihn also, darüber nachzudenken und seine Sorgen immer wieder neu an Gott abzugeben. Er ist letztendlich derjenige, der wirklich etwas damit anfangen kann …

So werde ich den heutigen Tag möglichst unaufwändig gestalten. Etwas Schnelles, Vorgekochtes auftischen und die Zeit mit den Kindern genießen bzw. sie ab und zu Georg schicken, wenn ich mal ein wenig Ruhe möchte. Momentan spielen sie zu dritt eine Runde Karten im Bett!

Meinen Mann möchte ich liebevoll – auch wenn ich mich dazu sehr überwinden muss – und nach besten Kräften unterstützen – denn letztendlich bringt es uns ja allen was, wenn er bald wieder auf die Beine kommt!

Kinder, Kirche, Kuchenkrümel

Подняться наверх