Читать книгу Die Schweiz im Kalten Krieg 1945-1990 - Thomas Buomberger - Страница 7
Gefangen im Reduit
ОглавлениеDer Sieg über Nazi-Deutschland gelang dank einer Allianz zwischen den westlichen liberalen Demokratien, vor allem den USA und Grossbritannien, und der kommunistischen Sowjetunion. Das Zentrum des Kommunismus hatte dabei die grösste Last im Kampf gegen Hitler-Deutschland getragen, hatte mit gegen 30 Millionen Opfern die schwersten Verluste zu beklagen. Die Sowjetunion konnte als Sieger- und Opfernation nicht nur einen Macht- und Territorialzuwachs verbuchen, sondern einen starken Imagegewinn bis in bürgerliche Kreise hinein. Doch das Zweckbündnis der Siegermächte zerbrach bereits vor Kriegsende, weil nicht nur die Ideologien inkompatibel waren, sondern auch die Vorstellungen über die Neuordnung Europas. Schon vor Kriegsende versuchten die ideologisch konträren Siegermächte ihre Einflusssphären abzustecken. Der Sowjetunion ging es in erster Linie um Sicherheit und die Schaffung eines territorialen Cordon sanitaire im Westen. Die USA, wo es schon immer eine stark antikommunistische Strömung gab, wollten den Einfluss Stalins in Osteuropa eindämmen.
Mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki Anfang August 1945 beendeten die USA nicht nur den Krieg in Fernost, sondern demonstrierten auch ihre waffentechnische Überlegenheit. Stalin betrachtete deshalb diesen Ersteinsatz von Atomwaffen als Bedrohung. «Atombomben-Erpressung ist amerikanische Politik», sagte er kurz nach dem Abwurf.1 Die USA signalisierten, dass sie von dieser Waffe auch Gebrauch machen würden. Für die Sowjetunion war der Abwurf der Atombomben der Beginn des Kalten Kriegs.