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Heimfinden zu sich selbst

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Als ich die erste Auflage dieses Buches schrieb, war ich mitten in den Wechseljahren, einer Zeit, in der ich mich in den Klauen von etwas befinden sollte, das viele Leute als »Hormonhölle« bezeichnen. Doch ich fühle mich heute besser als seit Jahren. Die starken Hitzewallungen, die ich in den letzten Monaten meiner Ehe erlebt habe, verflogen buchstäblich, als mein Mann ging – ein Phänomen, das ich wiederholt bei anderen Frauen beobachtet habe, die den Mut hatten, aus Beziehungen auszusteigen, die in einer Sackgasse gelandet waren. Immer wieder habe ich erlebt, wie sich klimakterische Symptome bei Frauen, die den Mut aufbrachten, die Stromschnellen ihres Midlife-Wandels tatkräftig zu durchschiffen, buchstäblich in Luft auflösten.

Aber ich habe auch etwas noch Grundsätzlicheres beobachtet: das Aufkommen eines Gefühls, das man nur als reine Freude beschreiben kann, ein Gefühl, das sich entwickelt, wenn eine Frau wirklich nach Hause findet. Meine eigene Erfahrung bestätigt dies, während ich über die Macht meines neu gefundenen Nestinstinkts staune und darüber, wie anders ich Dinge heute tue, nun, da ich die Schwelle zu meinem neuen Leben bewusst überschritten habe.

Eines der überraschendsten Dinge, die ich entdeckte, nachdem mein Mann das Haus verlassen hatte, war das fast körperliche Bedürfnis, mein Heim für mich zu reklamieren und neu zu gestalten, insbesondere die Familienräume und das Gästezimmer. Eines Tages kaufte ich, Kataloge, Telefon und Kreditkarte in der Hand, in weniger als einer Stunde eine Couch, einen Läufer, Tische für das Gästezimmer und sogar Vorhänge, etwas, das ich mit meinen 49 Jahren noch nie getan hatte. Meine Arbeit und meine Rolle als Mutter hatten mir weder Zeit noch Lust dazu gelassen, mich mit Ausstattungsfragen zu beschäftigen, geschweige denn Möbel auszuwählen. Aber das war mein altes Leben. Nun, wo meine innere Landschaft sich rasch veränderte, empfand ich einen mächtigen Drang, meine äußere Umgebung so umzugestalten, dass sie die Verjüngung widerspiegelte, die in mir ablief.

Ich entdeckte, dass mir Feng-Shui, die chinesische Kunst des Einrichtens, bei diesem Prozess außerordentlich half. Ich erkannte, dass unser Zuhause unser Leben reflektiert und wir, wenn wir unser Heim bewusst nach den Prinzipien des Feng-Shui verändern, unser Leben tatsächlich auf allen Ebenen verbessern können. Mithilfe einer sogenannten Bagua-Karte kann man feststellen, welche Bereiche eines Zimmers oder eines ganzen Hauses mit bestimmten Aspekten des Lebens korrespondieren, zum Beispiel mit Gesundheit und Familie, Reichtum und Wohlstand, hilfreichen Menschen und Reisen, Liebe und Ehe. Diese Informationen erlauben Ihnen, Ihre physische Umgebung zu verstärken und zu verändern, um diesen spezifischen Bereich Ihres Lebens zu verstärken und zu verändern. Und wie es bei allen Dingen im Leben ist, wenn Sie das tun, werden die Dinge manchmal schlimmer, bevor sie besser werden – es ist ein bisschen so, als ob man den Müll hinausträgt, bevor man mit dem Frühjahrsputz beginnt. Als ich meine Freundin und Kollegin Terah Kathryn Collins, die Autorin des 1999 erschienenen Buches The Wes tern Guide to Feng Shui konsultierte, lachten wir beide, als wir feststellten, dass mein Mann innerhalb von vier Monaten, nachdem ich den Bereich Liebe und Ehe unseres Anwesens mit einer wunderbaren Laube »verstärkt« hatte, aus dem Haus gegangen war. Sie meinte zu mir: »Ich sehe so etwas immer wieder. Wenn du einen Bereich deines Lebens verstärkst, der nicht funktioniert, musst du zuerst die Teile loslassen, die dem im Weg stehen, was du wirklich willst.« Ich stellte auch einen erleuchteten Laternenpfahl im Bereich für hilfreiche Menschen und Plätze im Garten auf. Innerhalb von zwei Monaten füllte sich mein Leben mit Menschen, die mir auf allen Ebenen meines Lebens, zu Hause und im Beruf, zur Seite standen.

Ich wollte mein Haus zu einem Ort machen, wo Menschen sich wohl und willkommen fühlen. Und ich wollte mich selbst dort zu Hause fühlen, umgeben von Farben und Materialien, die mir gefielen. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich genau, was mein persönlicher Stil war. Als die Möbel eintrafen und die Räume allmählich Gestalt annahmen, war ich von dem Ergebnis begeistert und ging immer wieder von Raum zu Raum, um mir alles anzuschauen. Langsam begann ich zu begreifen, was ich da eigentlich tat: Ich schuf einen potenziellen Raum für all die neue Energie, die in mein Leben einzuströmen begann. Während ich zuvor das leere Nest betrauert hatte, wandelte ich nun mein altes Nest in einen neuen Ort um, der widerspiegelte, was ich wurde. Es war ein Nest, in dem natürlich auch meine Kinder, ihre Freunde und die neuen Menschen, die ich sicherlich kennenlernen würde, bequem unterkommen könnten. Und das konnten sie dann auch!

Weisheit der Wechseljahre

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