Читать книгу ...denn ihrer ist das Himmelreich - Jost Müller-Bohn - Страница 74
9.
März
Оглавление„Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Als er die Körner ausstreute, fielen einige auf den Weg. Die Vögel kamen und pickten sie auf. Einige fielen auf felsigen Grund, der nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Sie gingen rasch auf; als aber die Sonne kam, vertrockneten die jungen Pflanzen, weil sie nicht genügend Erde hatten. Einige Körner fielen in ein Dorngestrüpp, das bald das Korn überwucherte und erstickte. Doch einige fielen auf guten Boden und brachten Frucht. Manche hatten Ähren mit hundert, andere mit sechzig und wieder andere mit dreißig Körnern. Und Jesus sagte: Wer hören kann, der soll gut zuhören!“
Matthäus 13,3-9; GN
Wie wunderbar der Herr Jesus den Menschen alles erklären konnte. Als ich noch ein kleiner Junge war, sangen wir das Lied:
„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt:
da setzt er die Felder und Wiesen instand,
er ackert, er egget, er pflüget und sät
und regt seine Hände gar früh und noch spät.“
Ja, wir konnten noch zusehen, wie der Bauer, mit einem großen Tuch voll Körner um den Hals gebunden, über den Acker schritt und den Samen mit der Hand auf das Feld säte, so wie es auf unserem Bild die Kinder, die Mutti und die Großmutter auch tun. Hinter dem Bauern kommen schon die Vögel und holen sich ihren Anteil. Aber Gott, der Herr, gibt seinen Segen vom Himmel herab. Es war ein reicher Bauer, der viele Äcker und auch sehr guten Boden hatte. Er war sehr fleißig, jedoch wuchs das Korn nicht so gut wie auf dem Acker eines armen Landmannes, der nebenan seinen Boden bearbeitete. Der reiche Bauer verwunderte sich sehr darüber und fragte den ärmeren Bauern, wie es käme, dass er auf dem sandigen Boden solch reiche Ernte bekam. Er fragte ihn, ob er vielleicht eine besondere Art habe, den Boden zu behandeln. Der kleine Bauer antwortete: „Mein lieber Nachbar, es fehlt nur daran, dass ihr die Saat nicht so richtig einbettet, wie ich es tue.“
„Wie bettet ihr die Saat denn ein?“ fragte der Reiche.
„In meinem Gebetskämmerlein“, sagte der fromme Bauer, „ich knie in meiner Scheune, in der Kornkammer nieder und bete, dass Gott, der Schöpfer aller Welten, den Samen reich vermehren möchte. Deshalb ist der Gebetsboden der allerbeste Boden.“ Das war ein guter Rat.
Wenn wir einige Monate später, an einem schönen Junitag, durch unsere Fluren gehen, dann können wir sehen, wie Gott seinen Segen über die Felder ausgebreitet hat. Er hat es den Menschen nach der Sintflut zugesagt: dass Saat und Ernte nicht aufhören werden, solange diese Erde besteht. Wie können wir dann von Herzen dankbar sein, wenn die Getreidefelder goldgelb hin- und herwogen. Der Samen, der lange Zeit in der kühlen Erde lag, wurde durch die wärmende Sonne und den fruchtbaren Regen zur grünen, saftigen Pflanze und später zum duftenden, gelben Korn. Deshalb singen wir heute:
„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unsrer Hand;
Gott sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein;
er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein.
Alle gute Gabe kommt oben her von Gott,
drum wollen wir ihn loben und loben immerfort!“
Habt ihr heute schon für das tägliche Brot gedankt?
Jetzt wollen wir beten: Herr Jesus, wir danken dir für das tägliche Brot und für den Segen, den du über die neue Saat ausgebreitet hast. Hilf uns, das Gleichnis recht zu verstehen, und mach auch den Boden unserer Herzen zu einem fruchtbaren Acker, auf dem dein Wort vielfältig aufgeht. Amen.