Читать книгу ...denn ihrer ist das Himmelreich - Jost Müller-Bohn - Страница 76

11.
März

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„Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen. … Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Matthäus 25,36.40

Einst lag in einem alten Dachstübchen, in einem uralten Gässchen von Stuttgart, ein lungenkranker Mann, der schwer unter seiner Krankheit zu leiden hatte. Sein finsteres, kaltes Stübchen war nicht geeignet, dem schwachen Leib Gesundheit zu bringen, denn es konnte weder die Sonne noch frische Luft in diesen dunklen Raum dringen. Als der Winter vorüber war und der Frühling dann mit Sang und Klang und hellem Sonnenschein Einzug hielt, da blickte der Kranke durch die Fenster auf zum sonnigen Himmel; er wollte so gern hinaus in den warmen Sonnenschein, in die erquickende Luft des Frühlings. Mit letzter Kraft taumelte er die Treppen des Wohnhauses hinunter und setzte sich auf eine Bank in der Nähe einer Baustelle. Er sah die mächtigen Balken auf der Erde liegen und weil die Sonne dahin am kräftigsten schien, schleppte er sich dorthin. Er setzte sich auf einen der Balken, so dass er nun ganz erschöpft und müde war.

Ein Maurer hatte ihn beobachtet und ging zu ihm hinüber.

„Grüß Gott, mein Herr“, sagte er zu dem Kranken, „Gottes Sonne heilt alle Schmerzen.“

„O ja, mir tut die frische Luft recht wohl“, sagte der Kranke, „wenn ich mich nur jeden Tag hierhersetzen könnte.“

„Oh“, sagte der Maurer, „wenn es nur darum geht, kann ich helfen. In der Mittagszeit hole ich Sie herunter und trage Sie am Ende meiner Arbeitszeit wieder hinauf!“ Täglich trug nun der Maurer den schwachen Mann auf seinen starken Schultern herab und wieder hinauf.

Eines Tages, als der Maurer in das Zimmer des alten Mannes kam, saß dieser ganz schwach da, sein Enkelkind lag zu seinen Füßen und weinte bitterlich, denn es spürte, dass der Großvater bald ins Himmelreich gehen würde. Gott nahm den Kranken heim zur ewigen Ruhe. Aber der Maurer hatte getan, was er konnte, und Gott sah diese Liebe mit großer Freude.

Wenn wir einem älteren Menschen helfen, für ihn zum Kaufmann gehen oder einen Blinden über die Straße führen oder einer kranken Frau etwas zu essen bringen, sieht Gott es und es ist große Freude im Himmel. Dann singen und spielen die Engel Gott zur Ehre wie auf unserem Bild.

Nun wollen wir beten: Lieber Heiland, du hast den armen, kranken und alten Menschen immer geholfen, so wollen wir es auch tun und von dir lernen, anderen Menschen zum Segen zu sein. Amen.


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