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Kognitive Strategien

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Kognitive Strategien werden üblicherweise gemäß ihrer besonderen Funktionen im Lernprozess unterteilt. Die Bezeichnungen fallen dabei eher phänomenologisch aus, indem zwischen Memorier- oder Wiederholungs- sowie Organisations- und Elaborationsstrategien unterschieden wird (z. B. Friedrich & Mandl, 1992). In Anlehnung an Mayer (2003a) bevorzugen wir eine funktionale Beschreibung der unterschiedlichen Kategorien kognitiver Strategien und schlagen vor, von mnemonischen Strategien, strukturierenden Strategien und von generativen Strategien zu sprechen.

Mnemonische Strategien oder Mnemotechniken sind Techniken, die dabei helfen, neue Informationen im Arbeitsgedächtnis zu halten, um eine Verknüpfung mit dem bereits vorhandenen (aber nicht spontan aktivierten) Vorwissen zu unterstützen. Ein typisches Beispiel für eine einfache mnemonische Strategie ist das pure Wiederholen von Informationen, was sich insbesondere beim Auswendiglernen von Fakten als hilfreich erweist. Durch das stetige Wiederholen erfolgt eine leichtere Informationsübertragung in den Langzeitspeicher. Die neuen Informationen werden so zum Bestandteil des (Vor-)Wissens, auf das wir später zurückgreifen können, ohne dafür Arbeitsgedächtniskapazitäten erneut im nennenswerten Umfang zu benötigen. Das Erlernen des kleinen Einmaleins ist hierfür ein gutes Beispiel.

Ihr besonderes Anwendungsgebiet finden die Mnemotechniken dort, wo es um das Einprägen isolierter Fakten geht. In der angewandten Gedächtnispsychologie gibt es eine lange Tradition der Erforschung effektiver Behaltensstrategien bzw. Mnemotechniken für das Einprägen sinnarmer Informationen. Besonders effektive Behaltensstrategien nutzen eine Kombination der Funktionsmechanismen der unterschiedlichen Hilfssysteme des Arbeitsgedächtnisses, indem sie klanglich-sprachliche und bildliche Kodierungsformen miteinander verknüpfen. Ein prominentes Beispiel einer insbesondere für das Erlernen fremdsprachiger Vokabeln langfristig auch effektiven Behaltensstrategie ist die Schlüsselwortmethode, die von Atkinson und Raugh (1975; Raugh & Atkinson, 1975) entwickelt wurde. Wichtig zu wissen: Mit Hilfe der Schlüsselwortmethode sollte man sich nur die besonders »hartnäckigen« Vokabeln einprägen.

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