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Heilung durch Akzeptanz

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Ich begann mir anzugewöhnen, täglich um den nötigen Mut zu beten, den es bedurfte, nach und nach meine Ehe und meine Identität als verheiratete Frau aufzugeben. Dazu gehörte jeden Morgen ein Spaziergang, bei dem ich auf halbem Wege stehen blieb, um über den Hafen zu blicken. Dort dachte ich an all das, für das ich in meinem Leben dankbar sein musste. Dann sprach ich laut ein Dankgebet und sandte die Worte den Fluss hinab zu seiner Quelle. Jeden Tag sah ich, wie das Eis auf dem Fluss zurückging, wie die Jahreszeiten sich änderten. Ich wusste, bald würde es Frühling werden und mit dem Frühling würde die heilende Energie von Wiedergeburt und Erneuerung kommen. Ich war dankbar für den Winter und für die Zeit, die er mir gab zu trauern, dankbar für den kommenden Frühling, auf den ich mich freuen konnte. An dem Wochenende vor unserem 24. Hochzeitstag, rund drei Monate nach unserer Trennung, fühlte ich mich besonders traurig, und mein Gefühl des Verlustes überdeckte zeitweilig alle meine intellektuellen und emotionalen Gründe dafür, die Scheidung voranzutreiben. Am Morgen hatte eine Freundin angerufen und mir gesagt, wie traurig sie über unsere Trennung sei, da sie spüren könne, dass zwischen mir und meinem Mann noch so viel Liebe sei. Sie meinte, sie würde übers Wochenende in dem Ashram, den sie besuchte, Gebetsstäbchen für uns verbrennen.

An unserem Hochzeitstag fühlte ich mich voller Sehnsucht. Den ganzen Tag über wollte ich meinen Mann anrufen. Dann, als ich mit meinen Töchtern beim Abendessen saß, klingelte es an der Tür. Es war der Blumenbote, der ein Dutzend weiße Rosen brachte, begleitet von einer Karte, auf der stand: »Danke für fast 24 Jahre Zusammensein. Und für unsere beiden Töchter.« Ich weinte und sagte zu den Kindern: »Zweifelt niemals daran, dass euer Vater und ich uns immer geliebt haben.«

Weisheit der Wechseljahre

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