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Lucinda: PMS heilen

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»PMS ist für mich ein Problem gewesen, das mein Leben eingeschränkt, die Erfahrung meiner Kinder mit ihrer Mutter verzerrt und das Leben meines Mannes mit mir für ihn unheimlich gemacht hat. Jahrelang sagte er, ein fremdes Wesen müsse von meinem Körper Besitz ergriffen haben, wenn meine Hormone in Vorbereitung auf meine Menstruation schwankten! Auch Migräneanfälle gehörten zu diesem Muster. Ich bestand darauf, dass es das ›wahre hässliche Ich‹ sei, das in Zeiten der Schwäche hervorkam! In einem Moment widmete ich mich vernünftig und friedlich meinen Aufgaben, im nächsten stritt ich, bis Krieg ausbrach!

Dann weinte ich und fühlte mich wie der schlechteste Mensch auf der ganzen Welt. Das passierte nicht jeden Monat, doch wenn es geschah, dann pünktlich nach Plan, um den 17. Tag meines Zyklus herum. Die Folge dieses Verhaltensmusters war, dass ich befürchtete, verrückt zu sein.

Ich konnte Ereignisse im häuslichen Leben nicht mehr normal planen, was mich zu einem unzuverlässigen Familienmitglied machte. Während ich mich nach Intimität sehnte, war ich gleichzeitig zu furchtsam, um mich einem anderen zu nähern. Ich war gefangen in dem geschäftigen Tagesplan einer berufstätigen Ehefrau und Mutter und konnte dieses Problem in meinem Leben nicht begreifen. Ich stolperte weiter durchs Leben und versuchte, gegenüber der Außenwelt eine normale Fassade aufrechtzuerhalten, fühlte mich aber immer erschöpfter. Während die Jahre dahinflossen, hörte ich von neuen Theorien über die Körper-Geist-Beziehung und erfuhr, wie hilfreich es ist, vergangenen wie gegenwärtigen emotionalen Stress durch Weinen, Gähnen, Schwitzen, Zittern und so weiter physisch freizusetzen. Diese Dinge blieben lange Zeit für mich nicht mehr als ein Konzept. Ich verfügte zwar in meinem Kopf über die nötigen Informationen, hatte sie aber nicht in mein Sein aufgenommen, um sie auch umzusetzen. Noch immer kämpfte ich gegen die monatliche Beeinträchtigung durch PMS und gegen das innere ›Warum?‹ – warum litt ich, die ich eine kreative, intelligente und liebende Frau war, unter diesen Symptomen, die mein Leben ruinierten?

Die Einsicht kam eines Tages, als ich eine Migräne bekam und wusste, was folgen würde. Ich fragte mich ganz bewusst, was passieren würde, wenn ich mir erlaubte, mit allen Fasern zu fühlen, was in meinem Körper passierte, anstatt gegen das Gefühl anzukämpfen und mich als ›mangelhaftes‹ Geschöpf anzusehen. Ich ließ meine Kontrolle fahren und konzentrierte mich darauf, zum allerersten Mal mit meinem Körper präsent zu sein. Ich fühlte mich verwundbar, ganz offenbar eine Folge der Veränderung meines Hormonspiegels.

Das war ein Zustand, den ich so nicht tolerieren konnte. Ich war eine Kriegerin und keine junge Maid. Ich weinte, akzeptierte meine Schutzlosigkeit. Zum ersten Mal erforschte ich meine weibliche Seite, gegen die ich aus Furcht mein Leben lang gewütet hatte.

Ich stellte mich diesem Gefühl – und starb nicht. Ich merkte, dass ich die Weichheit und Weisheit meiner weiblichen Seite brauchte. Die Migräne verschwand. Ich entspannte mich, beurteilte mich selbst nicht mehr so streng und nahm den Teil meiner selbst an, der so lange verborgen gewesen war – sogar vor mir selbst.

Die körperlichen Symptome, die mein PMS begleitet hatten, wurden schwächer. Ich nutzte die verstärkte Energie, etwas für mich selbst zu tun. Mithilfe einer Ernährungsberaterin stelle ich langsam meinen Speisezettel um. Ich gehe zu einem guten Massagetherapeuten. Ich lasse meinen vergangenen und gegenwärtigen Gefühlen freien Lauf. Ich habe Spaß an allem, was ich tue, weil ich es wichtig finde, als meinen eigenen kreativen Ausdruck betrachte. Ich rede, bevor es zu einer Krise kommt.

Ich werde weiterhin von körperlichen Reaktionen auf meine Fehlentscheidungen herausgefordert. Ich bin dankbar für seine Fähigkeit, dies zu tun, und wenn ich mir nun eine Frage stelle, ist es mehr eine Frage nach dem Was als dem Warum: Was tue ich, das meine weibliche innere Weisheit leugnet und meiner wahren spirituellen Identität zuwiderläuft? Irgendwann steigt die Antwort aus meinem Inneren empor. Wir sind mit einem natürlichen Ratgeber ausgestattet, der uns weiterhilft, wenn wir nur zur Ruhe kommen, um dieses Wissen anzunehmen und neue Fähigkeiten zu erlernen.«

Weisheit der Wechseljahre

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