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Bin ich es oder sind es meine Hormone? Den Mythos von wütenden Hormonen entzaubern

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Die schwankenden Hormonspiegel, die die meisten Frauen während der Wechseljahre erleben, führen nicht per se zu den aufwühlenden emotionalen und psychologischen Symptomen (wie Wut und Niedergeschlagenheit), unter denen so viele Frauen mit PMS und in mittleren Jahren leiden. Doch wenn eine Frau von vornherein zu Kummer und Verzweiflung neigt, tragen die Hormonschwankungen zweifellos dazu bei, dies an die Oberfläche zu bringen.

Auch wenn Hormonspiegel und Stimmungen in unseren reproduktiven Jahren häufig stark schwanken und sich diese Tendenz in den Wechseljahren verstärkt, hat die Forschung keinerlei nennenswerte Unterschiede zwischen den Hormonspiegeln von Frauen, die an PMS-ähnlichen Symptomen leiden, und denjenigen, die dies nicht tun, feststellen können. Gut dokumentiert ist jedoch, dass das Gehirn von Frauen, die besonders stark unter PMS-ähnlichen Symptomen leiden, empfindlicher auf die Effekte schwankender Hormonspiegel reagiert.5

Mit anderen Worten: Nicht die Hormonspiegel an sich sind das Problem. Vielmehr ist es die spezifische Kombination aus dem Hormonspiegel einer Frau und ihrer Gehirnchemie, die zusammen mit ihrer Lebenssituation zu ihren Symptomen führt. Man schätzt, dass 27 Prozent aller Frauen, die während ihrer Periode Unruhe und Niedergeschlagenheit verspüren, und 36 Prozent aller Frauen, die unter prämenstruellen Depressionen leiden, sehr empfindlich auf die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren reagieren.6

Auch wenn wir dazu neigen, klimakterische Symptome auf hormonelle Schwankungen im Körper zurückzuführen, sind ihre Ursachen weit komplexer. Mehrere Frauen in meiner Praxis haben beispielsweise mit Ende vierzig Symptome wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen erlebt – obwohl sie sich seit mehr als 20 Jahren einer umfassenden Hormonersatztherapie unterzogen, da ihnen, als sie noch in den Zwanzigern waren, Gebärmutter und Eierstöcke entfernt werden mussten. Veränderungen in der Konzentration der Geschlechtshormone allein reichen eindeutig nicht aus, um diese Symptome zu erklären. Sie sind Signale unseres Geistes und unseres Körpers, die uns sagen, dass wir ein neues Entwicklungsstadium erreicht haben – eine Chance für Heilung und Wachstum.

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