Читать книгу Raumschiff Prokyon Band 1-18: Die ganze Serie - Harvey Patton - Страница 27
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Оглавление»Hör auf, Mitani – ich komme ja schon«, sagte Taff Caine und versuchte, die vermeintliche Hand abzustreifen, die ihn wachgerüttelt hatte.
Das Rütteln blieb jedoch, und seine Hand schlug gegen einen harten Gegenstand. Schmerz durchzuckte seine Knöchel und ließ ihn zusammenfahren. Er öffnete die Augen, sah aber nichts als bunte Ringe, die vor ihm zu kreisen schienen. Dann kam die Erinnerung zurück, und er richtete sich hastig auf.
Im nächsten Moment sank er mit einem Wehlaut wieder zurück. Von seinem Hinterkopf ging ein dumpfes Schmerzgefühl aus, Schwindel überkam ihn. Als er vergangen war, begann Taff voller Erbitterung zu fluchen.
»Das habe ich von meiner Gefühlsduselei!«, knurrte er.
Er machte eine Weile lang Atemübungen, und es wurde ihm wieder besser. Diesmal richtete er sich vorsichtig auf, so dass die bunten Ringe ausblieben. Er tastete nach seiner Lampe, schaltete sie ein und fuhr mit der Rechten über seinen Kopf. Sie kam voller Blut zurück, und Taff fluchte erneut.
»Kein Wunder, dass mir so übel ist, ich dürfte eine mittlere Gehirnerschütterung haben. Und die Fremde ist über alle Berge und hat inzwischen die anderen Entführer gewarnt! Taff Bannister Caine – du hast dich hier angestellt wie der erste Mensch ...«
Das Grollen des Vulkans war wieder angeschwollen, neue Erdstöße schüttelten das subplanetare Labyrinth. Caine zog sich von der Wand zurück, aus der sich nun weitere Brocken lösten, aber schon nach wenigen Metern verließen ihn die Kräfte wieder. Schwer atmend erholte er sich etwas und nahm dann seine Waffe an sich, die ihm aus der Hand gefallen war.
»Ich muss weiter – Alexandros muss gerettet werden!«
Er versuchte, sich zu erheben, gab aber bald wieder auf. Sein Funkgerät fiel ihm ein, er aktivierte es und rief nach seinen Gefährten. Niemand meldete sich, und der Grund dafür lag auf der Hand.
Schon oben im Palast der Kriegsgötter war die Verständigung nur noch auf der Tonphase möglich gewesen. Die vielen Bauelemente aus Plastik und Glasfiber hatten als Isolatoren gewirkt und eine Bildübertragung illusorisch gemacht. Nun befand er sich noch erheblich tiefer, die Mitglieder seiner Crew konnten ihn einfach nicht hören.
Zurück nach oben?
»Kommt nicht in Frage!«, murmelte Taff verbissen. »Bis ich die anderen gefunden habe und mit ihnen zurückkehren kann, können Stunden vergehen. Mein Auftauchen hat die Entführer gewarnt, sie werden sich nun möglichst schnell absetzen. Ich muss sie verfolgen und zu retten versuchen, was noch zu retten ist.«
Er biss die Zähne zusammen, erhob sich und torkelte los.
Das Beben wurde zwar nicht stärker, hielt aber unvermindert an. Immer wieder wölbte sich der Boden unter ihm auf, er verlor den Halt und fiel. Sein Wille zwang ihn wieder auf die Beine und weiter vorwärts. Er hatte sich die Richtung gemerkt, aus der die Frau gekommen war und hielt sie ein, so gut es ging.
Dann schließlich, viele Minuten später, hatte er das andere Ende der Kaverne erreicht.
Er leuchtete die Wand ab und entdeckte einen Gang, der in schwacher Neigung noch weiter nach unten führte. Weit und breit gab es keine anderen Stollen, dies musste der richtige sein. Er drang in ihn ein und stützte sich, so gut es ging, an der gewölbten, mit bläulich leuchtender Auskleidung bedeckten Wand ab.
Nun wurde das Beben allmählich immer stärker. Es sprach für das Können der ersten Nimboid-Kolonisten, dass diese uralten Anlagen noch immer bestanden. Nur die Luft wurde immer schlechter, weil es keinerlei Zirkulation gab, und auch die Wärme nahm deutlich zu.
Taff erreichte eine kleine Höhlung, in der sich zwei Korridore kreuzten. Über ihm knirschte es bedenklich, die Auskleidung der Decke zeigte breite Risse, durch die Stahlträger schimmerten, und Plastikbrocken regneten herab.
Der einsame Mann zog sich kurz zurück und brachte auch hier den obligaten Pfeil mit dem Strahler an, wie draußen vor dem Stollen. Dann hastete er vorwärts, überwand die gefährliche Zone, und zog sich schwer atmend in den weiterführenden Gang hinein. Im nächsten Moment stürzte er bereits wieder unter einem schweren Bebenstoß.
Erneut – zum wievielten Male wohl? – raffte er sich auf und bewegte sich weiter, so gut oder schlecht es ging.
Als er etwa zweihundert Meter zurückgelegt hatte, wurde es vor ihm merklich heller. Der Tunnel endete dort und führte in einen weiteren Hohlraum, der zu Taffs Verwunderung voll ausgeleuchtet war. Instinktiv fühlte er, dass er hier am Ende seines Irrwegs angelangt war. Er blieb noch einmal stehen, um sich zu erholen und stützte sich gegen die Gangwand, die aber kaum weniger schwankte als er selbst.
Er konnte nur einen kleinen Ausschnitt dieser Kaverne überblicken. Hier schien sich einmal eine Maschinenzentrale befunden zu haben, darauf deuteten die Überreste von metallenen Gehäusen hin. Langsam schob er sich weiter, inzwischen hatte er im Ausfedern der Bebenstöße bereits einige Übung erreicht.
Aus mir wird noch ein perfekter Nimboide, wenn ich noch einige Wochen hierbleibe!, dachte er sarkastisch.
Dann hatte er das Ende des Ganges erreicht. Er presste sich eng gegen die linke Wand, seine Rechte hielt den schussbereiten Handlaser. Systematisch suchten seine Blicke den runden, etwa zweihundert Meter durchmessenden Hohlraum ab. Fast in dessen Mitte, etwas nach rechts versetzt, bemerkte er eine Bewegung, und dann erstarrte er sekundenlang.
Er sah Alexandros Demosthenes!
Der Außenminister der Erde war aber offenbar bewusstlos. Er wurde von zwei stämmigen Frauen in dunkler, kombinationsähnlicher Bekleidung getragen und auf einen rechteckigen schwarzen Kasten zu geschleppt, der im Gegensatz zu den Maschinenrelikten in dieser Halle vollkommen unversehrt war. Und über diesem Kasten flimmerte unübersehbar ein Transmitterfeld!
Taff schrie auf, unbeherrscht wie selten in dem Bestreben, das endgültige Gelingen der Entführung doch noch zu vereiteln. Er feuerte Lähmstrahlen auf die drei Gestalten ab, ohne jedoch damit eine Wirkung zu erzielen. Allem Anschein nach gab es rings um den Transmitter ein Absorberfeld, das energetische Einflüsse neutralisierte, Menschen jedoch passieren ließ.
Die beiden Frauen hörten seine Schreie und wandten ihm kurz die Köpfe zu, aber sie ließen sich nicht beirren. Sie hatten schwer zu tragen, denn Demosthenes mochte neunzig Kilo wiegen, doch sie bewegten sich beharrlich weiter vorwärts. Von einem Bebenstoß geschüttelt, stolperten sie die Stufen hoch, die zur Oberseite des schwarzen Kastens führten, und traten mit ihrer Last in das pulsierende Transmissionsfeld.
Das irrlichternde Leuchten nahm sie auf und verschluckte sie mitsamt ihrem Gefangenen. Von einem Sekundenbruchteil zum anderen verschwanden die drei Personen spurlos, und Caine starrte in ohnmächtigem Grimm in das Feld.
Es blieb noch weiter bestehen, und so bewegte er sich hastig auf die Anlage zu. Er war fest entschlossen, gleichfalls diesen Weg zu benutzen, ohne Rücksicht darauf, wo er herauskommen würde – und ohne nochmals Rücksicht gegenüber den Entführern zu üben. Er hatte sich inzwischen soweit erholt, dass er sich imstande fühlte, es mit ihnen aufnehmen zu können. Das dumpfe Pochen unter der Platzwunde an seinem Hinterkopf ignorierte er.
Doch das Schicksal war gegen ihn. Er hatte den schwarzen Kasten fast erreicht, als plötzlich das Transportfeld knisternd in sich zusammenfiel und erlosch.
Trotzdem eilte Taff weiter, denn er sah die Skalen und Schaltelemente an der Frontseite des Geräts. Vielleicht schaffte er es, die Anlage trotz ihrer Fremdartigkeit wieder zu aktivieren und die Entführer doch noch zu verfolgen.
Er stieg die Stufen empor, bückte sich und nahm die Instrumente in Augenschein. Sämtliche Anzeigen waren tot, und doch kam aus dem schwarzen Gehäuse ein leises, kaum vernehmbares Ticken. Caine erstarrte, denn ein Verdacht keimte in ihm auf.
Dieser Transmitter hatte seine Schuldigkeit getan, den Gegnern konnte nichts daran liegen, ihn funktionsbereit ihrem Verfolger zu hinterlassen. Innerhalb des Kastens musste es eine Vernichtungsschaltung geben, deren Mechanismus bereits angelaufen war!
Gehetzt flogen seine Blicke über das schwarze Metall und entdeckten dann die haarfeinen Linien, die das Vorhandensein einer etwa halbmetergroßen Kammer signalisierten. Er sah auch die winzige Erhebung, die offenbar der Öffnungsknopf war, und presste den Daumen dagegen. Die Klappe sprang auf, das Ticken wurde intensiver, und vor ihm lag das Kästchen mit der Sprengladung, das durch haarfeine Drähte mit einem Uhrwerk verbunden war.
Hatte er noch die Zeit, den Sprengsatz zu entschärfen?
Nein! Die Ladung konnte schon im nächsten Augenblick explodieren, der Toleranzwert war wahrscheinlich nur sehr gering.
Taff warf seine Waffe zur Seite, griff mit beiden Händen in die Vertiefung und packte das unscheinbare Kästchen mit seinem tödlichen Inhalt. Ein kurzer Ruck, die Drähte rissen, und er schleuderte es über seine Schulter hinweg in den Raum hinter sich.
Direkt nach seinem Aufschlag vernahm er auch schon das Grollen der Explosion. Eine Riesenfaust schien nach ihm zu greifen, die Druckwelle schleuderte ihn haltlos die Stufen hinab – und dann war nichts mehr.
*
»Er kommt wieder zu sich!«, sagte eine vertraute Stimme. Caine öffnete langsam die Augen, schloss sie jedoch gleich wieder, denn das grelle Licht in dem Raum blendete ihn. Er hatte aber das Gesicht von Lars erkannt, folglich waren ihm die Freunde gefolgt und hatten ihn gefunden.
»Ruhig liegenbleiben, Taff«, meldete sich nun auch Mitani. »Nur einen Moment, dann wird es dir wieder besser gehen.«
Ihre Hand streifte seinen rechten Ärmel hoch, dann ertönte das leise Zischen, mit dem die Spritzampulle ein Medikament durch die Haut in seine Blutbahn entleerte. Schon Sekunden später klärte sich sein Kopf, das Gefühl der Benommenheit schwand. Der Commander richtete sich auf und sah die Mitglieder seiner Crew vollzählig um sich versammelt.
»Schöne Sachen machst du, das muss man schon sagen«, meinte Dorit Grenelle vorwurfsvoll. »Zum Glück hat uns Mitani sofort alarmiert, als sie dich mit einem starken Funkgerät zu erreichen versuchte, aber keine Antwort bekam. Ich hoffe, dass dir die Lust zu Alleingängen fürs erste vergangen ist.«
»Die Beule an deinem edlen Haupt wirkt direkt dekorativ, hoher Kommandant«, grinste Luca. »Dazu noch das viele Blut – ts, ts, ts! Da aber kein wichtiger Körperteil verletzt wurde, besteht doch die Aussicht, dass du eines Tages wieder als vollwertiges Mitglied der Crew anerkannt werden kannst.«
»Lasst den Unsinn, Freunde«, murmelte Taff gerührt, denn er wusste, dass diese Äußerungen nur aus Zuneigung und Besorgnis entsprangen, durch gewollte Burschikosität kaschiert. »Ihr braucht mich nicht mehr wie ein Baby zu behandeln, ich bin wieder voll da. Leider kann ich gleiches nicht von Alexandros sagen – er wurde vor meinen Augen von zwei Frauen durch diesen Transmitter entführt.«
»Frauen?«, fragte Orvid verwundert. »Hast du auch richtig hingesehen, Taff? Toburu sprach schließlich von Männern, die ihn überfallen und niedergeschossen haben.«
Caine lächelte matt.
»Ich habe zwar hier unten einiges mitgemacht, aber nicht soviel, dass ich weibliche Mitglieder unserer Spezies nicht mehr von männlichen unterscheiden könnte. Es waren ziemlich stämmige Frauen, der Gestalt nach eher Nimboidinnen, aber die Gesichter passten nicht dazu. Wenn es nicht absurd wäre, könnten es ohne weiteres Frauen von der Erde gewesen sein.«
»Vielleicht findet diese Diskrepanz später noch ihre Erklärung«, warf Lars Gunnarsson ein. »Auf jeden Fall war es gut, dass du den Weg hierher durch die Pfeile markiert hast, andernfalls hätten wir dich in dem Labyrinth lange suchen können.«
»Wie sieht es oben in der Stadt aus?«, erkundigte sich Taff und erhob sich. »Hat Toburu mit seiner Aktion gegen Ninigi-Chan Erfolg gehabt?«
Mitani schüttelte den Kopf.
»Daran war nicht mehr zu denken, Taff. Das schwere Beben hat in Vulcanus derart starke Schäden verursacht, dass allgemeiner Katastrophenalarm gegeben werden musste. Ich habe in der Hyperfunkstation Bilder von Zerstörungen gesehen, die mich tief erschüttert haben. In einer solchen Lage werden hier alle Meinungsverschiedenheiten bedeutungslos, auch erbitterte Feinde schließen sich zusammen, um gemeinsam zu retten, was zu retten ist. Toburu hat den Palast verlassen und führt nun seine Truppen bei den Rettungs- und Aufräumungsarbeiten an. Gemeinsame Not verbindet, hier auf Nimboid in ganz besonderem Ausmaß. Ohne diesen Zusammenhalt hätten die Kolonisten nie überleben können.«
Caine kniff skeptisch die Augen zusammen.
»Die berühmten Ausnahmen von der Regel scheint es aber auch hier zu geben«, meinte er gedehnt. »Ich meine noch immer, dass es Nimboiden gewesen sind, die Alexandros entführt haben, wenn auch der Schein dagegen spricht. Damit wären wir aber wieder beim zentralen Thema angelangt. Durch diese Anlage ist Demosthenes fortgeschafft worden, der Teufel mag wissen, wohin. Wenn wir ihn wieder befreien wollen, müssen wir versuchen, auf demselben Weg zu folgen! Lars und Luca: Traut ihr euch zu, den Transmitter wieder zu aktivieren?«
Der Bordingenieur zuckte mit den Schultern.
»Das ist eine Gretchenfrage, die nicht so ohne Weiteres zu beantworten ist, Taff. Wir sind zwar keine Experten in dieser Materie, aber theoretisch müsste es möglich sein. Die Entführer konnten schließlich auch mit der Anlage umgehen, und ich bezweifle, dass sie dasselbe Format besitzen wie die PROKYON-Crew. Im Endeffekt hängt aber alles davon ab, ob sich die Gegenstelle auch auf Empfang schaltet, wenn dieses Gerät in Betrieb genommen wird.«
»Wir sollten es jedenfalls versuchen«, sagte Luca Ladora in ungewohnt nüchternem Tonfall. »Du wirst uns allerdings dafür einige Zeit zugestehen müssen, großer Boss. Wir verfügen hier kaum über nennenswerte Hilfsmittel und müssen diesen Mangel durch doppelte Sorgfalt bei der Arbeit auszugleichen versuchen.«
Taff nickte kurz.
»Dreifache Sorgfalt wäre noch besser, meine ich, Freunde. Ich habe jedenfalls keine Lust, durch den Transmitter zu gehen und anschließend, in einzelne Atome zerlegt, für ewig irgendeiner unbekannten Dimension zu verbleiben. Sonst noch irgendwelche Einwände? Gut, dann fangt sofort an.«
Alle verfügbaren und irgendwie für diesen Zweck brauchbaren Instrumente wurden aus den Taschen in den Kombinationen der sechs Crewmitglieder hervorgeholt und auf den Stufen vor dem Transmitter zurechtgelegt. Dann machten sich Luca und Lars, assistiert von Orvid Bashkiri, an die Arbeit. Dorit und Mitani kümmerten sich indessen um Caine, verarzteten seine Kopfwunde und einige weitere kleine Verletzungen und gaben dem Commander zu essen und zu trinken.
Gegen das Gehäuse einer alten Maschine gelehnt, schlief Taff schließlich ein. Das Medikament hatte seine Körperfunktionen für einige Zeit gesteigert, und nun kam die Gegenreaktion. Sein durchtrainierter Körper brauchte jedoch nur kurze Zeit, um sich wieder zu erholen. Als er nach einer Stunde geweckt wurde, fühlte er sich frisch und tatkräftig wie sonst auch.
»Habt ihr etwas erreicht?«, erkundigte er sich sofort.
»Die unvergleichliche PROKYON-Crew erreicht auch dann etwas, wenn ihr Anführer sich im Land der Träume befindet!«, gab Luca so großspurig wie meist zurück. »Nachdem wir einmal das Schema erkannt hatten, nach dem die Anlage arbeitet, gab es keine unlösbaren Probleme mehr für uns. Wir können den Transmitter aktivieren und auch an den Kontrollen ablesen, ob sich die Gegenstation gleichzeitig auf Empfang schaltet. Fehlerkoeffizient gleich minus 0,5 Prozent, errechnet mit meinem organischen Computer.«
»Du verblüffst mich immer aufs neue, Elektronenbändiger«, sagte Caine und erhob sich elastisch. Das Beben war schon seit einiger Zeit abgeklungen, nur zuweilen ließ der Mont Mortus noch ein kaum vernehmbares Murren hören. »Hoffen wir, dass dein bisschen Hirn halb so zuverlässig ist wie unser Bordcomputer, das sollte dann schon genügen.«
»Es wird genügen«, versicherte Lars ernst. »Der unvermeidliche Haken an der Sache ist der, dass die Gegner es natürlich sofort bemerken müssen, wenn ihre eigene Anlage sich aktiviert. Da sie aber vermuten dürften, dass dieser Transmitter inzwischen in die Luft gegangen ist, müsste ihre Schrecksekunde relativ lang sein. Das ist unser Vorteil, den wir nutzen müssen, Taff.«
»Wir werden es verstehen, ihn auszunutzen«, versicherte der Commander überzeugt. »Schließlich besitzen wir einige Erfahrung mit solchen Situationen, die Entführer dagegen vermutlich nicht.«
»Dafür kennen sie die Örtlichkeit, an der wir herauskommen werden, wir dagegen nicht«, warf Dorit ein. »Vor- und Nachteile könnten sich also die Waage halten. Wo, denkst du, werden wir landen, Taff?«
»In einer anderen Stadt hier auf Nimboid«, antwortete Luca an seiner Stelle. »Das Gerät ist meiner Ansicht nach zu klein, um für Transporte über größere Strecken geeignet zu sein. Wo sollten sich die Entführer auch sonst aufhalten, als hier auf Nimboid? Alle anderen Planeten in diesem System sind lebensfeindlich, das ist seit Langem bekannt.«
»Nimboid auch, und das nicht zu knapp«, meinte Mitani N'Kasaa düster. »Okay, die Lage ist also soweit geklärt, wir sollten uns beeilen, damit wir nicht eventuell zu spät kommen. Eine neue Jagd durch alte Gewölbe ist das letzte, nach dem mir der Sinn steht.«
Sie überprüften ihre Waffen noch einmal, und dann aktivierte Lars den Transmitter. Luca beobachtete aufmerksam die Kontrollen und hob dann den Arm. »Die Gegenstation ist auf Empfang!«, meldete er.
»Dann auf ins zweifelhafte Vergnügen«, sagte Taff und ging die Stufen hoch, auf das wabernde Transportfeld zu.