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Vierter Februar

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Irgendwann muss jedes Kind in Deutschland einmal in die Schule. Das ABC lernen. Lernen, zu Schreiben und zu Rechnen. Auch Ralf ging in die Schule. Er war mittlerweile in der zweiten Klasse.

Ralfs Unterricht begann um sieben Uhr fünfundvierzig. Nach einer Schulstunde gab es eine zehnminütige Pause. Um acht Uhr vierzig begann die zweite Stunde. Nach dieser gab es die erste große Pause. Um neun Uhr fünfzig war diese zu Ende und die dritte Stunde begann. Diese lief bis zehn Uhr fünfunddreißig. Nach einer weiteren zehnminütigen Pause folgte die vierte Stunde. Diese endete gegen elf Uhr dreißig. Es folgte wiederum eine zehnminütige Pause. Spätestens um zwölf Uhr fünfundzwanzig hatte Ralf Schulschluss. Manchmal auch schon nach der vierten Stunde, die halb zwölf endete.

In der großen Hofpause waren die Schulkinder in der Regel draußen. Nur wenn es regnete oder heftig schneite, durften sie im Schulgebäude bleiben. Draußen spielten die Kinder oft Fußball. Manchmal standen sie auch nur in Gruppen zusammen und redeten über dies und das. Diejenigen, die Hunger hatten, aßen etwas. Meist war es etwas von Zuhause. Seltener wurde unter den Schülern das Essen getauscht.

In den verschiedenen zehnminütigen Pausen blieben die Kinder in der Regel im Klassenraum. Wer einmal auf Toilette musste, der ging. Ralf musste selten zur Toilette. Meist spielte er in diesen Pausen mit seinem Banknachbarn XXO. Sein Banknachbar nannte das Spiel Kreis und Kreuz. Andere kannten dieses Spiel unter dem Namen Tic Tac Toe.

Das Spiel XXO bestand aus neun Feldern, die in einem Raster von drei mal drei angelegt waren. Ziel war es, waagerecht, diagonal oder senkrecht eine Linie zu bilden. Die Linie bestand aus drei gleichen Zeichen. Entweder war dieses Zeichen ein X oder ein O. Hatte ein Spieler drei Richtige in einer Linie, so gewann er. Schaffte keiner, drei Zeichen in einer Linie zu bringen, so gab es ein Unentschieden.

Ralf spielte mit seinem Banknachbarn jeden Tag. Sie hatten dafür extra einen Zettel, der in den Pausen rausgeholt wurde. In zehn Minuten schafften sie ein paar Spiele. Manchmal durfte Ralf anfangen, manchmal sein Banknachbar. Manchmal wählte Ralf das O oder den Kreis. Manchmal entschied er sich für das X oder das Kreuz. Manchmal gewann Ralf. Manchmal siegte sein Banknachbar. In vielen Fällen kam es aber zu einem Unentschieden.

Ralf setzte sein erstes Zeichen an unterschiedlichen Stellen. Oft wählte er aber die obere linke Ecke. Dann die rechte untere. Damit hatte sein Banknachbar es schwer, zu gewinnen. An den Außenseiten konnte nur noch Ralf einen Dreier schaffen. Doch sein Banknachbar war nicht dumm. Wenn Ralf sein Zeichen oben links setzte, schrieb sein Banknachbar unten rechts sein Zeichen hin. Damit vereitelte er die Strategie von Ralf. Ralf hatte so nur noch drei Siegmöglichkeiten. Entweder er füllte die oberste Zeile oder die linke Spalte mit seinem Zeichen aus. Als drittes hätte er auch die Diagonale von unten links nach oben rechts belegen können.

In vielen Fällen kam es zu einem Unentschieden. So änderten die beiden die Spielregeln. Nun gab es nicht mehr nur ein Spielfeld mit einem Drei-mal-drei-Raster. Nun gab es gleich drei. Jeder konnte sich entscheiden, auf welchem Feld er sein Zeichen schrieb. Derjenige, der zuerst einen Dreier auf einem Spielfeld schaffte, der gewann. Bei dieser Spielvariante kam es viel seltener zu einem Unentschieden. Meist siegte einer von beiden. Manchmal konnten Ralf und sein Banknachbar nicht zu Ende spielen, denn es klingelte. Eine neue Schulstunde begann und der Spielzettel wurde bis zur nächsten Pause weggepackt. Ja und so lange die Beiden noch in die Schule gehen, solange es noch die zehnminütigen Pausen gibt, solange werden die beiden noch XXO spielen. Ganz bestimmt, meinst Du nicht auch?

Erzählen-AG: 366 Kindergeschichten

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