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Das Reisen und Entdecken wurde mir bereits von meinen Eltern in die Wiege gelegt. Unser orangefarbener VW Bully war auf den Reisen quer durch Europa mein zweites Zuhause und das Reisen war schon damals (neben Sport) für mich das Schönste, was es gibt. Andere Kulturen, neue Eindrücke und vor allem viel erleben. In neue Orte kommen, das Zelt aufstellen und die Gegend erkunden.

2009 kam ich das erste Mal nach Lateinamerika. Genauer gesagt nach Chile, ein Land, dass durch die längste Bergkette der Welt, den Anden, gut abgeschottet am südöstlichen Ende des südamerikanischen Kontinents liegt. Ich stieg bei kaltem Winterwetter in Frankfurt in den Flieger, um 14 Stunden später bei sommerlichen Temperaturen auf der Südhalbkugel zu landen. Der Anflug auf die Hauptstadt Santiago ließ mich mit offenem Mund aus dem Flugzeugfenster starren. Es ging über mächtige, schneebedeckte Berge, einige mit, andere ohne Namen, so viele waren es. Ich war schockverliebt und verdammt neugierig zugleich.

Vier Wochen verbrachte ich auf dieser ersten Reise in Chile und Argentinien und kam so erstmals mit der südamerikanischen Kultur und Lebensweise in Kontakt. Ich tauchte ein in eine andere Welt; die bunte, herzliche, laute und teilweise chaotische Welt Lateinamerikas.

Diese Leidenschaft für diesen bezaubernden Kontinent hält bis heute an und so bin ich seit 12 Jahren regelmäßig in den Ländern Lateinamerikas zu Gast. Von den Traumstränden Mexikos bis zu den rauen Winden Patagoniens.

Ich liebe das Abenteuer. Ich liebe es, draußen in der Natur zu sein, mich lebendig zu fühlen, zu wandern, unbekannte Pfade zu erkunden, auf die Berge der Anden zu klettern oder mit einer Zip-Line über die Baumkronen des Dschungels zu gleiten.

Eine Sache, die ich am Reisen wirklich liebe, ist, dass man nicht nur neue Erfahrungen macht, Eindrücke sammelt und einen das Reisen mit ordentlich Dampf aus der Komfortzone kickt. Es sind die wunderbaren Menschen, die ich auf meinen Reisen kennenlernen durfte und daraus entstandene Freundschaften, die sich über die Jahre entwickelt haben und die mich immer wieder zur Rückkehr bewegen.

Nachdem ich mich 2015 mit meinem Reiseblog Southtraveler selbstständig gemacht habe, hatte ich noch mehr Gelegenheiten, die Länder länger und intensiver zu bereisen und auch einige Monate am Stück dort zu bleiben, wo es mir gefällt. Ich bin mit dem Fahrrad durch die Atacama-Wüste geradelt, mit einem Speedboot in die Iguazú-Wasserfälle gefahren, habe die Fernstraße Carretera Austral in Patagonien per Anhalter bezwungen und mich in Brasilien auf einem Indianerpfad im Dschungel verlaufen.


Streetart in Salvador de Bahia (Brasilien)

Ich bin ein ausgewiesener Food-Junkie (Meine Freunde würden behaupten, dass man das nicht unbedingt sieht, aber es stimmt). Ein großer Teil meines Reise-Budgets geht für das Essen von Gerichten drauf, die ich noch nicht probiert habe. Denn vieles, was ein Land ausmacht, spiegelt sich in den Gerichten vor Ort, an den Straßenständen, in den Märkten und den Cocinas latinas, den Küchen Lateinamerikas wider.

Für viele Menschen ist Essen mehr als nur ein Nahrungsmittel, es repräsentiert eine Identität und ist neben der Musik für viele Lateinamerikaner das, was sie am engsten mit ihren Wurzeln verbindet. Doch was macht die lateinamerikanische Küche eigentlich so besonders? Sie ist eine Mischung aus den traditionellen Gerichten der indigenen Kulturen, spanischen Einflüssen und afrikanischem Essen, das eingeführt wurde, als Sklaven aus Afrika in die Kolonien Zentral- und Südamerikas gebracht wurden.

Im nordöstlichen Teil Südamerikas und auf den karibischen Inseln ist der afrikanische Einfluss aus offensichtlichen Gründen etwas stärker als in anderen lateinamerikanischen Kulturen. In Mexiko spielen die Mayas und Azteken eine große Rolle in der heutigen mexikanischen Küche, die sich mit der traditionellen spanischen Küche vermischte.

In Peru finden sich viele asiatische Einflüsse in der Landesküche, während in Kolumbien und Brasilien eine starke afrikanische Einwirkung auf das Essen spürbar ist. Das Faszinierende an der Cocina Latina ist die Vermischung verschiedener Kulturen, die Nutzung einheimischer mit den von den Spaniern mitgebrachten Zutaten. So entwickelten sich über die Jahrhunderte eigenständige Gerichte, die reich an Aromen, geschmackvoll, farbenfroh und vielfältig sind. Diese Gerichte findet man mittlerweile nicht nur in Lateinamerika. Einige davon eroberten die Welt: Die peruanische Ceviche zählt seit ein paar Jahren zu den Trend-Gerichten und wird in London, New York oder Barcelona serviert. Schon zu meiner Kindheit gab es bei Festen des öfteren Tacos (die allerdings wenig mit der mexikanischen Variante gemein hatten) und auch das argentinische Steak ist schon seit langer Zeit aus den Restaurants rund um den Globus nicht mehr wegzudenken.


Salvador de Bahia (Brasilien)

Aber neben diesen bekannten Gerichten gibt es natürlich noch viele mehr, die mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdient haben.

Was erwartet dich in diesem Buch: Neben vielen Rezepten aus sieben lateinamerikanischen Ländern möchte ich dir auch einige Erlebnisse rund um meine Reisen erzählen. Ich möchte dich dazu einladen, diesen wunderbar abwechslungsreichen Kontinent und sein kulinarisches Universum gemeinsam mit mir zu entdecken. Meine Kochkünste sind nicht ausgebildet, sondern einfach aus der Leidenschaft und Neugier heraus geboren. Bereits als Kind schaute ich meiner Mutter gern beim Kochen zu und half, so gut es ging. Ich liebe Märkte und frische Lebensmittel und mache gerne meinen Liebsten eine Freude, wenn ich am Herd stehe und für sie koche. Das macht übrigens auch einen großen Teil der lateinamerikanischen Lebensfreude aus: gemeinsam kochen, das Essen mit Freunden und Familie zu zelebrieren und eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Auch oder gerade wenn nicht alles perfekt ist.

Alle Zutaten, die in den Rezepten in dem Buch verwendet werden, bekommst du in der Regel auch bei uns in Deutschland, einige wenige allerdings nur im Onlinehandel. Das habe ich dann extra mit aufgeführt. Und nun wünsche ich dir viel Spass mit diesem Kochbuch, auf deiner eigenen kulinarischen Reise durch Lateinamerika, beim Kochen und natürlich beim Essen der leckeren Gerichte.

¡Buen provecho! (Guten Appetit!)


Cocina Latina

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