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Zwölfter Februar

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Es war einmal ein Tag im Februar. Genauer gesagt, war es der zwölfte Februar. Obwohl es ein Wintertag war, sah es keiner. Auch Vincent sah keinen Wintertag. Nirgendwo war etwas weißes zu sehen. Nirgendwo lag Schnee. Dafür waren die Temperaturen zu hoch.

Es waren zwar keine sommerlichen Temperaturen, doch bitterkalt war es auch nicht. Am Tage und in der Nacht zeigte das Thermometer immer Plusgrade an. Selbst in einer sternenklaren Winternacht, fiel die Temperatur nicht unter null Grad Celsius. Niederschlag gab es trotzdem. Vor allem heute gab es Niederschlag - natürlich nicht in Form von Schnee. Es regnete. Mal regnete es mehr, mal weniger.

Vincent hatte keinen Regenschirm, wenn er unterwegs war. Brauchte er auch nicht. Seine Mutter hätte es gern gesehen, Vincent hätte einen gehabt. Doch Vincent wollte nicht. Seine dunklen Haare konnten ruhig nass werden. Aus Zucker waren sie nicht. Und sollte es doch etwas zu viel regnen, so gäbe es immer noch ein Handtuch. Mit diesem könne er seine Haare trocken reiben. Dies sagte er immer wieder zu seiner Mutter.

Vincent musste heute im Regen laufen. Von seiner Schule ging es rund einen halben Kilometer bis zur U-Bahn. Vincent hätte auch die Straßenbahn nutzen können, doch viel gebracht hätte es nicht. Er hätte rund zweihundert Meter bis zur Haltestelle in die entgegengesetzten Richtung laufen müssen. Dann wäre er in die Straßenbahn eingestiegen. An der nächsten Haltestelle wäre er wieder ausgestiegen und zur U-Bahn gelaufen.

Vincent lief zu Fuß. Als er losging, regnete es kaum. Es gab ein paar Pfützen auf dem Bürgersteig, aber nichts Weltbewegendes. Die paar Pfützen umkurvte Vincent locker und leicht. Während er lief, fuhr eine Straßenbahn vorbei. Vincent lief nur geradeaus. Es ging dabei bergab. Zweihundert Meter vor dem Ziel musste er eine Straße überqueren, und dann war er schon fast an der U-Bahn-Station.

Vincent ging eine Treppe hinunter. Dann folgte er dem Gang, der sich nach links schlängelte. Zehn Meter später gab es eine Kreuzung unter Tage. Vincent bog rechts ab. Weitere zehn Meter später kam erst eine kleine Treppe und dann wieder eine Kreuzung. An der Kreuzung gab es auch ein kleines Geschäft mit Snacks und Getränke. Doch dafür interessierte sich Vincent nicht. Er bog rechts ab und ging eine Treppe hinunter.

Rechts fuhr eine U-Bahn ein. Vincent brauchte sich nicht zu beeilen. Er wollte in die andere Richtung. So lief Vincent auf die linke Seite vom Bahnhof. Er lief einige Meter, bis er an ein Werbeplakat stoppte. Dort wartete Vincent auf die U-Bahn. Nach zwei Minuten fuhr sie ein. Vincent stieg ein und wenige Minuten mit der U-Bahn.

Vincent verließ die U-Bahn und lief fünf Meter. Dann ging er eine Treppe hinauf. Mit ihm gingen einige Menschen diesen Weg. Teilweise folgte Vincent ihnen. Vincent hielt sich zuerst links, dann ging er nach rechts. Wieder einmal ging Vincent eine Treppe hinauf.

Am Ende erwartete Vincent der Regen. Es war der große Regen. Es regnete doll. Doch zum Glück hatte Vincent es nicht weit. Er rannte fünfzig Meter durch den Regen. Dann war er zu Hause. Er stellte sich vor die Haustüre und holte seinen Schlüssel heraus. Er schloss auf, lief ein paar Treppen hinauf und schloss die Wohnungstüre auf.

Seine Mutter erwartete ihn schon. Sie gab Vincent ein Handtuch und nahm ihm seinen Rucksack ab. Dieser kam mit dem Anorak ins Bad. Das nasse Handtuch etwas später auch. Dann ging Vincent in sein Zimmer und sah dem Regen zu, der sich den ganzen Abend noch zeigte. Hoffentlich regnet es morgen nicht so doll.

Erzählen-AG: 366 Kindergeschichten

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