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Achtundzwanzigster Februar
ОглавлениеEs war einmal ein Mädchen, dessen Vater Dieter hieß. Dieter hatte eine Tochter, die Clara genannt wurde. Clara fuhr nicht mit dem Bus zur Schule. Clara nahm das Fahrrad. Ihr war es egal, ob es Frühling war. Clara fuhr, wenn der Himmel bedeckt war. Wenn sich die ersten Blumen zeigten, Clara fuhr mit dem Rad. Wenn die ersten Zugvögel wiederkamen, Clara fuhr mit dem Fahrrad.
Clara fuhr auch im Sommer. Wenn die Sonne schien oder wenn es gewitterte, Clara fuhr immer. Sie fuhr auch, wenn es kühl war. Clara fuhr auch dann, wenn es sommerlich heiß war. Wenn der Herbst sich zeigte, war Clara immer noch unterwegs. Hagel konnte Clara nicht aufhalten. Regen stoppte sie nicht. Wozu gab es Regenjacken? Auch der Wind konnte Clara nichts anhaben. Wenn er von hinten kam, konnte Clara rasen. Wenn der Wind von vorne kam, musste Clara ordentlich in die Pedale treten. Mal gelang ihr es gut. Mal nicht. Wenn der Wind von der Seite kam, fuhr Clara eben schräg.
Absteigen vom Rad? Kam für Clara nicht in Frage. Außer es musste unbedingt sein. Aber wirklich unbedingt. Dies war ab und zu der Fall, wenn es Winter war. Wenn es glatt wurde, schob Clara lieber das Rad. Wenn die Schneedecke zu hoch war, stieg Clara ab. Zu Fuß war sie schneller.
Anfangs hatte Clara keinen Fahrradcomputer. Sie wusste nicht, wie viele Kilometer sie fuhr. Sie wusste nicht, wie lange sie unterwegs war. Wie hoch ihre Durchschnittsgeschwindkeit war, konnte Clara nur erahnen. Doch dies änderte sich.
Eines Tages bekam Clara einen Fahrradcomputer geschenkt. Anfangs nutzte sie ihn aber nicht richtig. Der Fahrradcomputer war bei jeder Fahrradfahrt dabei. Clara wusste am Ende des Tages, wie weit sie fuhr. Sie wusste die Zeit, die sie dafür benötigte. Am nächsten Tag wusste Clara es nicht mehr. Clara schrieb nicht auf, wie weit sie wann fuhr. Doch dies änderte sich.
Nach nicht einmal einem Jahr hatte Clara eine Statistik. Anfangs schrieb Clara nur Datum und Kilometerzahl auf. Später kam auch die Fahrtzeit dazu. Noch etwas später schrieb Clara auf, von wo sie fuhr und wohin. Sie gab jeder Strecke einen Namen. So konnte Clara später nachgucken, wann sie wohin fuhr. Anfangs war dies recht mühselig, denn die Aufzeichnungen waren analog. Clara schrieb es auf einige Zettel. Doch dies änderte sich.
Als Clara einen eigenen Computer bekam, besaß sie eine digitale Statistik. Clara schrieb zwar oft noch analog alles auf. Doch wenn Clara am Computer war digitalisierte sie ihre Aufzeichnungen. Auch die Statistik, die sie anfangs analog erstellte. Am Ende war alles digitalisiert.
Es konnte eigentlich nichts schief gehen. Außer Clara verlor ihren Fahrradcomputer. Eines Tages war es soweit. Auf dem Weg von einem Arzttermin zur Schule verlor sie ihren Fahrradcomputer. Sie fuhr sofort zurück und suchte ihren Fahrradcomputer. Clara fand ihn nicht. Sie fuhr wieder Richtung Schule und suchte noch einmal den Weg ab. Doch Ihr Fahrradcomputer blieb verschwunden.
Eine Statistik sollte es wohl die nächsten Tage nicht geben. Dachte sich Clara zu mindestens. Doch Clara hatte Glück. Als sie nachmittags nach Hause kam, erzählte sie ihren Eltern von ihrem Missgeschick. Ihr Vater half ihr. Er wollte sogleich zum Einkaufszentrum fahren und einen neuen Fahrradcomputer kaufen. Clara musste diesen nur bezahlen. Ihr Vater baute den neuen Fahrradcomputer an. Das war eine Hilfe. Nun war das Missgeschick von Clara vergessen. Ende gut, alles gut?