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Fünfzehnter Februar
ОглавлениеEs war einmal ein Mädchen, welches noch sehr jung war. Dieses Mädchen wurde von allen Wanda genannt. Wanda ging noch nicht in die Schule. Noch ging sie in den Kindergarten. Noch lernte Wanda nicht das ABC. Dies sollte sich erst in einem halben Jahr ändern.
Wanda war von morgens bis spät nachmittags im Kindergarten. Manchmal spielte sie alleine, manchmal mit den anderen Kindern. Manchmal spielte Wanda auch gar nicht. Manchmal machte ihre Kindergartengruppe einen Ausflug. Manchmal war es nur ein kleiner Spaziergang in den nächsten Wald. Manchmal ging es auch in die Innenstadt. Dort, wo es ein Kino gab.
Jetzt im Februar, wo es draußen kalt war, ging Wanda und ihre Kindergartengruppe relativ selten spazieren. Dafür ging es am heutigen Tag ins Kino. Wanda konnte sich den Film Robby angucken.
Robby war ein kleiner Junge, der vor vielen Jahren einmal lebte. Robby lebte einige Kilometer von der nächsten Stadt entfernt und konnte gut mit Pfeil und Bogen umgehen. In dieser Stadt war auch das Königsschloss. Dort lebte und herrschte der König. An seiner Seite war niemand. Es gab keine Königin. Nur seine Schwester nahm manchmal Platz neben ihm.
Robby lebte nicht alleine. Er lebte mit zwei Freunden in einem Baumhaus. Wo dieses genau lag, wusste kaum einer. Robby wusste es. Seine Freunde wussten es. Die Schwester des Prinzen wusste es. Sonst wusste es keiner. Weder der König wusste es, noch der Sheriff aus der nächsten Stadt.
Der König und der Sheriff hätten es gerne gewusst. Robby ärgerte sie oft. Nicht das Robby böse war. Das war nicht der Fall. Wenn der König mal wieder Steuern eintreiben ließ, holte sich Robby nur das Gold zurück. Er nahm nichts davon. Na gut, er nahm fast nichts. Er selbst nahm sich meist einen Goldtaler weg. Dafür kaufte er Essen oder Kleidung. Manchmal für sich. Manchmal für seine Freunde. Den Rest der Steuern gab Robby aber den Bewohnern zurück, denen das Gold gehörte. Der König ärgerte sich darüber jedes Mal. Er kochte vor Wut.
Doch zum Glück für den König war Robby nicht immer zur Stelle. Nicht immer holte er sich das Gold zurück. Der König musste Steuern eintreiben. Er wollte etwas zu essen haben. Die Wachen mussten bezahlt werden. Das sah auch Robby ein. Wenn der König aber die Steuern erhöhte, war Robby zur Stelle. Mit seinen zwei Freunden überfiel er den Steuereintreiber. Meist war dies der Sheriff. Der Sheriff versuchte sich zu wehren, doch es gelang ihm nicht. Robby brachte das Gold zurück zu den Menschen, denen es gehörte.
Der König wollte Robby fangen. Er stellte viele Fallen auf. Doch Robby war schlau. Er trat in fast keine. Wenn Robby mal in eine Falle tappte, waren seine Freunde zur Stelle. Manchmal half ihm auch die Prinzessin. Sie mochte Robby.
Eines Tages aber waren seine Freunde nicht zur Stelle. Eines Tages gelang es dem König Robby gefangen zu nehmen. Während seine Freunde im Baumhaus waren, zog Robby alleine los. Er wollte gucken, was der König machte. Dabei geriet er in eine Falle. Robby versuchte erst, sich selbst zu befreien. Doch es gelang ihm nicht. Dann rief er um Hilfe. Seine Freunde hörten ihn nicht. Die Prinzessin hörte ihn auch nicht. Nur einer hörte Robby. Es war der König.
Es kam also wie es kommen musste. Robby wurde gefangen genommen. Der König sperrte Robby in den Kerker. Dort gab es für Robby nur Wasser und Brot. Ja und wenn seine Freunde oder die Prinzessin ihn nicht befreiten, so sitzt Robby noch immer im Kerker. Er isst immer noch trockenes Brot und trinkt Wasser, während der König vom Leckersten speist und Wein trinkt.