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Neunzehnter Februar

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Es war einmal eine alte Frau. Diese Frau besaß den Namen Yori. Yori war nicht nur irgendeine alte Frau. Sie war eine spezielle alte Frau. Yori war eine Hexe und konnte zaubern. Es war nicht viel, doch es reichte, um einen Turm zu verzaubern.

Yori wohnte in einem Turm. Dieser Turm besaß ein Fenster, jedoch keine Tür. Zu mindestens keine immer sichtbare Tür. So war Yori vor Fremden gut geschützt. Yori musste die Tür zum Turm erst sichtbar hexen. Dann konnte sie ihren Turm betreten.

Eines Tages war Yori in ihrem Turm. Von draußen hörte sie eine männliche Stimme. Sie rief immer wieder "ihr kriegt mich nicht! Ihr kriegt mich nicht". Dann verstummte die Stimme plötzlich. Yori sah nach. Vorsichtig blickte sie aus dem Fenster. Sie sah einen jungen Mann, eine ältere Frau und einen alten Mann mit Zylinder. Die drei tuschelten. Yori konnte nicht hören, was sie sprachen. Eigentlich war es ihr auch egal. Sie sollten nur schnell verschwinden. Yori hatte noch etwas zu erledigen.

Nach einigen Minuten verschwanden die Drei endlich und Yori konnte ihren Turm verlassen. Sie ging zu einem jungen Paar. Vor sieben Jahren war ein junger Mann bei ihr. Nicht wissentlich. Er war auf der Suche nach Grünkohl. Seine Frau war schwanger und verlangte nach Grünkohl. Der Mann versuchte ihren Wunsch zu erfüllen. Er ging zuerst auf den Markt. Kaufte dort Grünkohl. Als es dort keinen mehr gab, erkundete er die nähere Umgebung.

Bei einer dieser Erkundungen fand er ein Feld, das voller Kohlköpfe war. Der junge Mann sah sich um. Er sah keinen. So nahm er einen Kohlkopf mit. Seine Frau verspeiste den Grünkohl in Windeseile. Der Mann wurde am nächsten Tag aufgefordert, noch einmal Grünkohl zu besorgen. Der Mann tat es. Zuerst sah er sich um. Dann nahm er wieder Grünkohl mit.

Eines Tag war der Mann wieder an diesem Grünkohlfeld. Anders als die letzten Male, sah sich der junge Mann diesmal nicht um. Er erntete sogleich Grünkohl. Doch diesmal sah ihn jemand. Yori sah ihn. Yori gehörte das Feld. Sie baute den Grünkohl an. Der Mann erschrak, als er Yori sah. Er wollte ihr alles erklären, doch Yori hörte nicht zu. Sie wiederholte immer nur einen Satz "Nimmst Du den Grünkohl mit, so werde ich mir in sieben Jahren dein Liebstes holen!" Der junge Mann ließ sich drauf ein. Er dachte nicht an Morgen. Er dachte nicht an das, was in sieben Jahren sein sollte. Er dachte nur an heute: Seiner Frau den Wunsch erfüllen. Schließlich sollte es das letzte Mal sein, dass er Grünkohl besorgen musste.

Auch wenn der junge Mann nicht an Morgen dachte, Yori tat es. Sie ging nach sieben Jahren zu ihm. Sie nahm ihm das Liebste weg. Als Sie bei dem jungen Paar ankam, war das Liebste die Tochter. Sie trug den Namen Xandra. Yori nahm sie mit ohne das junge Paar zu informieren. Das Mädchen war sieben Jahre alt und begriff, was ihr Vater getan hatte. Yori erzählte ihr die Geschichte. Bereitwillig ging Xandra mit. So konnte Yori den Eltern nichts antun.

Xandra hatte schon mit sieben Jahren sehr langes Haar. Dies sollte sich später noch als gute Eigenschaft erweisen. Doch jetzt ging es erst einmal zum Turm, in dem Yori wohnte. Nun war Yori nicht mehr alleine. Xandra war bei ihr. Und wenn Xandra Yori nicht verließ, so lebt Xandra noch immer im Turm von Yori und Xandras Eltern suchen noch immer ihre Tochter.

Erzählen-AG: 366 Kindergeschichten

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