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4.6 Negative Seiten von Teamarbeit

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Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass Teamarbeit befriedigend ist, weil gemeinsam Aufgaben erfüllt und gute Ergebnisse erzielt werden. Teamarbeit funktioniert manchmal hervorragend, aber sie ist nicht immer effizient oder zufriedenstellend. Maximilien Ringelmann (1913), ein französischer Agraringenieur, erforschte vor über 100 Jahren ein soziales Phänomen, die relative Leistung als Funktion der Gruppengröße. In einem bekannten Experiment untersuchte er, wie viel Kraft Menschen beim Tauziehen einsetzen. Es zeigte sich, dass Menschen, die als Team an einem Strang ziehen, weniger Kraft aufwenden als Einzelpersonen an einem Seilende. Je mehr Personen zogen, desto weniger Kraft wurde individuell aufgewendet. Der Effekt heißt soziales Faulenzen oder auch umgangssprachlich Trittbrettfahren.

Nicht nur soziales Faulenzen beeinträchtigt die Effektivität von Teams. Aus der Experimentalforschung ist z. B. bekannt, dass Entscheidungen im Team weniger effektiv sind, mehr Zeit in Anspruch nehmen und schlechter sein können als individuelle Entscheidungen (vgl. z. B. Ladbury & Hinsz, 2009). Dieses Problem kann auftreten, weil eine gemeinsame Entscheidung weniger präzise ausfallen kann, als wenn sie von der kompetentesten Person im Team getroffen wird. Das gemeinsame Handeln kann zufriedenstellender sein als isolierte Tätigkeiten, aber soziale Interaktion ist auch komplex und manchmal schwierig, so dass Teamarbeit oft herausfordernd ist.

Es gibt eine Tendenz zur Romantisierung von Teamarbeit – sowohl in der Wissenschaft als auch im Feld (und ganz zu schweigen von vielen Beratungsunternehmen). Um in eine teambasierte Organisation zu investieren, wird eine fundierte Begründung benötigt. Es bedarf auch einer klaren und eindeutigen Spezifizierung von Outcomes, die zu erreichen sind. Die Begründung für die Implementierung von Teams muss dazu passen, wie die Teamarbeit umgesetzt, gestaltet und unterstützt wird. Die arbeitsorganisatorische Lösung sollte zudem mit anderen organisationalen Merkmalen in Einklang stehen.

Outcomes von Teamarbeit entstehen auf der individuellen, der Team- und der Organisationsebene, wobei die empirisch belegten Effekte moderat sind. Viele Aspekte der Organisationsstruktur und organisationale Prozesse wirken sich auf die Outcomes aus. Teamarbeit kann auch zu negativen Ergebnissen führen. Dennoch stützt der Forschungsstand allgemein die Aussage, dass Teamarbeit effektiver ist als andere Arbeitsformen, jedoch in Abhängigkeit vom Teamkontext. Wichtig ist, wie gut es gelingt, Erfahrungen zu nutzen, um Teamprozesse weiterzuentwickeln. Die Entscheidung für Teamarbeit braucht eine fundierte Begründung und klare Ergebniserwartungen.

Effektive Teamarbeit

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