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Studie: Bildrätsel
ОглавлениеBower, Karlin und Dueck (1975) haben in einer klassischen Studie gezeigt, dass die Erinnerung an bildliche Information ganz entscheidend durch die Fähigkeit des Lernenden determiniert wird, beim Einprägen eine bedeutungshaltige Repräsentation für ein Bild aufzubauen. Sie legten ihren Untersuchungsteilnehmern eine ganze Serie sogenannter Droodles – das sind einfache Bilderrätsel – vor ( Abb. 1.3).
Abb. 1.3: Ein Droodle der Art, wie es in der Studie von Bower, Karlin und Dueck (1975) verwendet wurde
Es zeigte sich, dass die Wiedererkennensleistung für die Droodles sehr viel besser ausfiel, wenn bereits während der Darbietung die für die jeweiligen Droodles sinnhaften Beschreibungen der Bilder mit genannt wurden (im Beispiel von Abbildung 1.3 lautet sie »ein Mexikaner auf einem Fahrrad«).
(Fertigkeiten) besteht. Allerdings werden dem nicht-deklarativen Gedächtnis auch die repräsentationalen Spuren der Voraktivierung von Konzepten (Priming) und der durch Konditionierung erworbenen Verhaltensmuster zugeschrieben (Markowitsch, 1992). Nicht-deklarative Repräsentationen sind im Wesentlichen unbewusst und können daher im Vergleich zu deklarativen Repräsentationen weit weniger gut expliziert werden (z. B. fällt es viel leichter zu beschreiben, wie ein Kindergeburtstag abläuft, als zu erläutern, wie man Auto fährt).
Die Repräsentationen des deklarativen Wissens im Langzeitgedächtnis sind in komplexer Weise miteinander verknüpft. In den kognitionspsychologischen Modellen spricht man von semantischen, propositionalen oder neuronalen Netzwerken, um diese Verknüpfungen zu beschreiben. Konzepte, bildliche Vorstellungen und Skripte sind in diese Netzwerke eingebunden und werden als »Knoten« eines Netzes beschrieben. Zwischen den Knoten gibt es vielfältigste Verbindungen (Relationen) unterschiedlichster Qualität und Stärke. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt ist die Mehrheit der Knoten und ihrer Relationen inaktiv. Aktiviert ist lediglich das, was einem gerade »durch den Kopf geht« und dadurch zum Inhalt des Arbeitsgedächtnisses wird. Bei der Aktivierung eines Teilbereiches des Netzwerkes gilt das erstmals von Collins und Loftus (1975) beschriebene Prinzip der Aktivierungsausbreitung (»Spreading Activation«). Es besagt, dass die Aktivierung eines Knotens automatisch zu einer Aktivierung der mit ihm verbundenen Knoten führt, wobei die Stärke dieser weiterführenden Aktivierung von der Qualität und Stärke der Relationen abhängig ist.