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Definition: Proposition, Schema, Skript
ОглавлениеDer Begriff der Proposition stammt aus dem formalen System der Prädikatenlogik. Es handelt sich dabei um die kleinste Bedeutung, den Sinn oder die eine Eigenschaft zuweisende Informationseinheit, die ein Urteil darüber zulässt, ob eine Aussage richtig oder falsch ist. Propositionen werden durch Notationen wie E (x) oder R (x, y) dargestellt, die symbolisieren sollen, dass x die Eigenschaft E zugesprochen wird (z. B. »Der Schüler ist fleißig«) bzw. dass x zu y in einer Beziehung R steht (z. B. »Tom liebt Mary«).
Schemata sind Wissenspakete, die als organisierte Wissenskomplexe typische Zusammenhänge eines Realitätsbereiches charakterisieren. Schemata repräsentieren nicht einfach logische Definitionen für bestimmte Sachverhalte, sondern verallgemeinerte Erfahrungen, die mit Gegenständen oder Ereignissen gemacht worden sind. Schemata (z. B. ORCHESTER) können ihrerseits Subschemata (z. B. STREICHER, BLÄSER) enthalten und selbst in übergeordnete Schemata (z. B. MUSIK) eingebettet sein.
Spezielle Formen sehr komplexer Schemata werden in Anlehnung an Schank und Abelson (1977) als Skripte bezeichnet. Sie repräsentieren verallgemeinertes Wissen über Handlungsmuster und Ereignisabfolgen in wohldefinierten Situationen (z. B. KINDERGEBURTSTAG), stellen also eine Art mentales Regie- oder Drehbuch für typische Szenarien dar.
So entsteht eine Kaskade von Aktivierungen im Wissensnetzwerk. Beispielsweise kann die Aktivierung des Konzeptes OSTERN zur Aktivierung von HASE, EI, FRÜHLING, SCHULFERIEN etc. führen, aber auch akustische (z. B. Klänge der Bachschen Johannespassion) oder olfaktorische Repräsentationen (z. B. den Duft von Osterglocken oder den Geschmack von Schokoladenosterhasen) und die damit verbundenen Emotionen aktivieren.